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Bernau rehabilitiert Opfer der Hexenverfolgung

Gedenken und Erinnerung Bernau rehabilitiert Opfer der Hexenverfolgung

Bernau (Barnim) hat die Menschen öffentlich rehabilitiert, die im 16. und 17. Jahrhundert in der Stadt Opfer der Hexen- und Zaubererverfolgung wurden. Nach Aktenlage wurden damals 25 Frauen und drei Männer als Hexen oder Zauberer verbrannt, sagt ein Historiker.

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Hexenverbrennung zu Dernburg im Jahre 1555 (zeitgenössischer Stich). Der Hexenwahn in Europa erreichte vor 400 Jahren einen traurigen Höhepunkt.

Quelle: dpa

Bernau. Wiedergutmachung nach 400 Jahren: Die Stadt Bernau hat per Beschluss die Opfer der Hexenverfolgung rehabilitiert. Das erklärte Bürgermeister André Stahl (Linke) am Mittwoch. Er bestätigte damit einen Bericht der „Märkischen Oderzeitung“. „Die Rehabilitierung der unschuldig gequälten und hingerichteten Opfer ist ein Akt im Geiste der Erinnerung und Versöhnung“, heißt es im Beschluss der Stadtverordneten, den mehrere Fraktionen beantragt hatten. Seit 2005 steht neben dem Henkerhaus ein Denkmal für die Opfer der Hexenverfolgung in Bernau.

Historiker Sören-Ole Gemski sagte: „Soweit nach Aktenlage bekannt ist, wurden in Bernau von 1536 bis 1658 etwa 25 Frauen und drei Männer als Hexen oder Zauberer verbrannt. Vermutlich war die Zahl aber größer.“ Im Jahr 1617, also vor genau 400 Jahren, gab es den Erkenntnissen zufolge einen Höhepunkt der Verfolgungswelle.

Hexenverbrennung in der „Wickiana – Nachrichtensammlung aus dem 16

Hexenverbrennung in der „Wickiana – Nachrichtensammlung aus dem 16. Jahrhundert“

Quelle: Wickiana

Bernau habe sich in der ethischen Verpflichtung gesehen, den Opfern und ihren Familien im Namen der Menschenrechte ihre Ehre zurückzugeben, hieß es zur Begründung weiter. Die Stadt wolle ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung setzen. „Auch in der Gegenwart führen Feindseligkeiten und Vorurteile, Gerüchte und Verdächtigungen gegen Menschen oft zu ihrer gesellschaftlichen Ächtung und Ausgrenzung“, hieß es.

Von Georg Russew, dpa

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