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Berufe in der Pflege aufgewertet

Mehr Geld für ambulante Pflegekräfte Berufe in der Pflege aufgewertet

Die Verbände der Pflegekassen und die Leistungserbringer-Verbände haben sich darauf geeinigt, die Vergütung für ambulante Pflegeleistungen und hauswirtschaftliche Versorgung ab Juni zu erhöhen. Diese Leistungen sollen 3,5 Prozent teurer werden, nochmals drei Prozent mehr sollen ab dem 1. Januar 2016 gezahlt werden. Davon profitieren vor allem die Beschäftigten.

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„Wir werden um gute Mitarbeiter kämpfen müssen“, weiß Matthias Teut vom Paritätischen Landesverband.

Quelle: Privat

Potsdam. Sie fahren mit dem Auto zu Alten und Kranken, um ihnen bei den täglichen Dingen des Lebens zu helfen. Mobile Pflegedienste, die Menschen zuhause betreuen, werden teurer. Die Verbände der Pflegekassen und die Leistungserbringer-Verbände haben sich darauf geeinigt, die Vergütung für ambulante Pflegeleistungen und hauswirtschaftliche Versorgung ab Juni zu erhöhen. Diese Leistungen sollen 3,5 Prozent teurer werden, nochmals drei Prozent mehr sollen ab dem 1. Januar 2016 gezahlt werden.

Davon profitieren vor allem die Beschäftigten. Rund 2,5 Prozent mehr sollen die ambulanten Pflegekräfte ab sofort verdienen, weitere 2,5 Prozent mehr bekommen sie ab 2016. „Der Griff in die Schatulle ist dieses Mal tiefer, weil wir den Beruf attraktiver machen wollen“, erklärt Gisela Köhler von der Innungskrankenkasse Brandenburg und Berlin (IKK). Um zu kontrollieren, ob das Geld auch tatsächlich bei den Beschäftigten ankommt, planen die Kassen demnächst stichprobenartige Überprüfungen.

Für die Pflegebedürftigen werde es im Vergleich zu 2014 aber nicht teurer, weil die Leistungen der Pflegeversicherung Anfang des Jahres bereits um vier Prozent angehoben wurden. Die 3,5 Prozent Mehrkosten für die ambulante Pflege ab 1. Juni würden nun voll darauf angerechnet. „Dann bleiben den Versicherten noch 0,5 Prozent von der Erhöhung der Leistungen“, erklärt Gisela Köhler. Ob der Gesetzgeber auch die drei Prozent Kostensteigerung für die ambulante Pflege ab 2016 abfedert, bleibe indes abzuwarten.

Wohlfahrtsverbände profitieren

Rund 13 500 ambulante Pflegekräfte gibt es im Land. Mehr Geld bekommt etwa jeder Zweite. Diese Pflegekräfte sind landesweit in rund 350 Pflegediensten organisiert, die zu Wohlfahrtsverbänden gehören.

Pflegekräfte, die in Pflegediensten der rund 350 privaten Träger sind, müssen sich gedulden. „Für die privaten Verbände wird noch mal extra verhandelt“, so Gisela Köhler von der IKK Brandenburg und Berlin.

Pflegekassen und Wohlfahrtsverbände verhandeln jährlich über die Tarifanpassung für Pflegekräfte.

Ambulante Pflege ist in Brandenburg beliebt: 77 Prozent aller Pflegebedürftigen lassen sich zu Hause betreuen. Das ist ein bundesweiter Spitzenwert.

Seit 1999 hat die Zahl der Pflegebedürftigen um zwei Drittel zugenommen, heute sind es rund 100 000 Menschen.

Beim Paritätischen Landesverband Brandenburg kommt die Lohnerhöhung gut an. „Das ist in der Höhe in Ordnung“, erklärt Matthias Teut, Referent für Pflege und Altenhilfe. Es gebe ohnehin schon Träger, die Lohnerhöhungen vorgenommen hätten. Das Einstiegsgehalt bei den ambulanten Pflegekräften liege bei 2400 Euro brutto, ungelernte Kräfte bekämen zwischen 2000 und 2200 Euro. Teut betont, dass eine gute Entlohnung nötig sei, um den Beruf attraktiv zu machen. „Wir werden keinen Kampf um Pflegebedürftige führen müssen, sondern um gute Mitarbeiter.“

Hintergrund: Der Personalbedarf in der ambulanten und stationären Pflege könnte laut einer Studie der Uni Halle bis 2030 von 28 900 auf 54 000  steigen. Zugleich sinkt laut Prognose die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter um ein Drittel auf 1,18 Millionen. Die Pflegefälle werden indes aufgrund des demografischen Wandels mehr: In Brandenburg sind schon heute mehr als 103 000 Menschen pflegebedürftig, das sind 4,2 Prozent der Bevölkerung. Laut Prognose steigt diese Zahl bis zum Jahr 2030 auf über 160 000 Menschen.

Von Marco Paetzel

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