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Brandenburg Bessere Bezahlung für Erzieher aber mehr Geld für Lehrer
Brandenburg Bessere Bezahlung für Erzieher aber mehr Geld für Lehrer
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19:32 26.03.2018
Eine Erzieherin geht am 22. Juni 2016 im St. Michaels Kindergarten in Leinfelden-Echterdingen (Baden-Württemberg) mit zwei Kindern über den Flur der Einrichtung. In den Kitas in Mecklenburg-Vorpommern ist das Personal knapp. Quelle: picture alliance / Jan-Philipp S
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Rund zwei Wochen ist die neue GroKo alt und es kam bereits zu einigen umstrittenen Äußerungen neuer Kabinettsmitglieder, die bei vielen Menschen auf harsche Kritik trafen. Innenminister Horst Seehofer (CSU) verbannt den Islam verbal aus Deutschland, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) widerspricht dem 68-Jährigen in diesem Punkt.

Der Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will nicht wahrhaben, dass Hartz-IV-Empfänger arm sein können. Außerdem unterstützt er das Werbeverbot für Abtreibungen. „Wenn es um das Leben von Tieren geht, da sind einige, die jetzt für Abtreibungen werben wollen, kompromisslos“, sagte der 37-Jährige in der „Bild am Sonntag“.

Mehr Geld nur bei besserer Ausbildung

Doch kaum eine Äußerung stieß auf so viel Leserreaktionen, wie die der neuen Familienministerin Franziska Giffey (SPD). Die 39-Jährige forderte, dass Erzieher eine ähnliche Bezahlung wie Pädagogen, und hier vor allem Grundschullehrer, erhalten.

Die Äußerung sorgt für viel Diskussionsstoff unter den MAZ-Lesern. Auf der Facebookseite der MAZ kamen unzählige Kommentare zusammen.

Für viele MAZ-Leser liegt das Problem ähnlicher Bezahlung in der Art und Weise der Ausbildung. „Machen die dann auch ein (bescheiden bezahltes) Referendariat? Und zwei Staatsexamen?“, fragt Roland Quiatkowski auf Facebook.

Diskussionsauszug von der MAZ-Facebookseite. Quelle: Facebook (Screenshot)

Andere Leser sehen die Gefahr, dass bei einer ähnlichen Bezahlung die Motivation sinken könne, eine akademische Ausbildung als Lehrer zu absolvieren. Da die Anforderungen für Lehrer und Erzieher zu unterschiedlich sind.

Diskussionsauszug von der MAZ-Facebookseite. Quelle: Facebook (Screenshot)

Damit steht die Arbeit des Erziehers in einer Reihe mit vielen anderen Dienstleistungen, wie zum Beispiel der Pflege- oder Krankenschwesterberuf, die besser bezahlt werden sollten. „Krankenschwestern verdienen nicht schlecht... du weißt schon das die Schichtzulagen in die Rente nichtal [sic!] mit einberechnet werden... dafür sind wir in Schichten arbeiten und an Feiertagen und Wochenenden... Im Osten verdient man teilweise 1000 brutto weniger als im Westen... Das nach fast 30 Jahren Wiedervereinigung... Da wurde politisch viel geschafft....“, berichtet Jaqueline Pleßow auf Facebook.

„Ich finde, das gilt für so einige Berufe: ErzieherInnen genau so wie SozialarbeiterInnen und nicht zu vergessen sämtliche Pflegeberufe. Ach, und noch so einiges mehr. Ich finde es aber schon einen guten Ansatz, dass man zu dem Thema überhaupt mal etwas aus dem höchsten Kreis der Politikerschaft vernehmen darf.“, freut sich Clementine Cox über den Vorstoß der Familienministerin.

Diskussionsauszug von der MAZ-Facebookseite. Quelle: Facebook (Screenshot)

Viele Kommentare reagieren mit ein wenig Hohn auf die Debatte. So wollen einige als Krankenschwester auch die gleiche Bezahlung wie Ärzte erhalten. Oder Maurer und Dachdecker sollen genau so viel verdienen wie der Bauleiter selbst. „Und in Zukunft dann auch die Maurer/Dachdecker/Handwerker/Installateure genauso bezahlen wie den Bauleiter“, äußert sich Mario Fuchs auf Facebook.

Die MAZ-Leser sind sich jedoch in einem Punkt einig: Erzieher müssen mehr Geld verdienen – aber nicht mehr als Lehrer. Geht es nach den meisten MAZ-Lesern, müssen Berufe mit einer akademischen Ausbildung besser bezahlt werden als betriebliche Ausbildungen.

Erzieher sollen besser bezahlt werden

„Es muss ja nicht gleich das Gehalt eines Lehrers sein ... aber der Verdienst könnte schon besser werden ... aber in den sozialen Bereichen wird ja immer gespart ... Ob in der Kita oder später im Pflegeheim ... wer möchte diese Jobs dann noch machen???“, fragt Christopher Lösch.

Eine Möglichkeit sehen viele darin, den Beruf des Erziehers in einer akademisierten Ausbildung anzubieten. Erzieher können so besser geschult werden, da sie für die frühkindliche Bildung der jungen Bevölkerung zuständig sind. Außerdem würden sie nebenbei auch mehr Geld verdienen.

„Deswegen den Erzieherinnen einen Bachelor geben und gut entlohnen, da die Ansprüche am Beruf gestiegen sind“, schlägt Markus Meister vor.

„Den einen gegen den anderen schlecht bezahlten sozialen Job hier auszuspielen ist sicher der falsche Weg. Eine Erzieherin die ausgelernt hat und neu in den Job starten geht oft mit unter 1000€ Netto nach Hause und das betrifft auch viele andere soziale Berufe. Eine Bezahlung wie ein Lehrer ist sicher übertrieben. Man sollte hier einfach die Bildungswege anpassen. Bezahlte Ausbildung und ein entsprechender Studiengang. Beides dann entsprechend bezahlt. Gibt es in anderen Berufen ja auch ...“, schreibt Arno Bernhagen auf Facebook.

Von MAZonline

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