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Das sind die Tricks der Taschendiebe

Sie betteln, rempeln und schlitzen Das sind die Tricks der Taschendiebe

Der bundesweite Anstieg bei Taschendiebstählen hat in Brandenburg nicht solche Ausmaße wie in Berlin, Hamburg oder gar Düsseldorf. Und dennoch: Die Polizei warnt vor den dreisten Tricks der Taschendiebe und rät zu einem einfachen, aber wirksamen Mittel gegen die Diebstähle.

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Achtung, Taschendiebe.

Quelle: Daniel Naupold

Potsdam. Der bundesweite Anstieg bei Taschendiebstählen hat in Brandenburg nicht solche Ausmaße wie in der Hauptstadt Berlin. Die Brandenburger Polizei registrierte im vergangenen Jahr 61 Diebstähle pro 100.000 Einwohner, wie aus einer Auswertung der Polizeistatistiken durch das Internetportal ab-in-de-urlaub.de hervorgeht. 

Taschendiebstähle sind ein klassisches Großstadtphänomen. Berlin kommt daher auf mehr als 600 Taten pro 100.000 Einwohner. Brandenburg liegt hingegen zusammen mit anderen Flächenländern wie Bayern, Sachsen-Anhalt und Thüringen in der Statistik ganz hinten. An erster Stelle bei den Bundesländern stand der Stadtstaat Hamburg, die Hochburg der Diebe nach Städten war Düsseldorf.

In Potsdam schlugen Taschendiebe im vergangenen Jahr mindestens 346 Mal zu (217 Fälle pro 100.000 Einwohner). Die Aufklärungsquote lag bei zwölf Prozent. Frankfurt (Oder) und Cottbus werden in der Statistik als sehr sicher eingeordnet. In Frankfurt (Oder) wurden 80 Taschendiebstähle angezeigt, das war ein Rückgang von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 24 Prozent der Taten wurden aufgeklärt. In Cottbus gab es 74 Diebstähle, ein Minus von 69 Prozent gegenüber 2012.

In ganz Deutschland wurden 136.000 Taschendiebstähle registriert. Das waren 18.000 Taten mehr als im Vorjahr (plus 15,6 Prozent). Die Polizei geht allerdings von einer Dunkelziffer aus, die noch einmal so hoch ist.

Hochburgen der Taschendiebe 2013
  Stadt Bundesland Taschendiebstahl je 100.000 Einwohner / Anzahl Taschendiebstähle Aufklärungsquote
1 Düsseldorf Nordrhein-Westfalen 1398 / 8299 5,0 %
2 Köln Nordrhein-Westfalen 1096 / 11.223 6,1 %
3 Hamburg Hamburg 941 / 16.322 3,4 %
4 Dortmund Nordrhein-Westfalen 672 / 3844 4,5 %
5 Bonn Nordrhein-Westfalen 641 / 1987 3,1 %
6 Berlin Berlin 616 / 20.794 3,6 %
7 Wuppertal Nordrhein-Westfalen 509 / 1744 3,9 %
8 Münster Nordrhein-Westfalen 465 / 1380 8,3 %
9 Bremen Bremen 456 / 2940 7,5 %
10 Frankfurt am Main Hessen 434 / 707 5,4 %
51 Potsdam Brandenburg 346 / 217 12,4 %
77 Frankfurt (Oder) Brandenburg 137 / 80 23,8 %
102 Cottbus Brandenburg 74 / 74 5,4 %
Quelle: 115-Städte-Studie / ab-in-den-urlaub.de

Warnung vor einer altbewährten Masche

Beliebt bei Dieben ist vor allem der Rempeltrick, wie ihn Gero von Vegesack von der Bundespolizei umschreibt. Dabei sorgt der erste Täter für eine Verzögerung, zum Beispiel indem er den Notknopf der Rolltreppe betätigt oder beim Einsteigen in den Zug die Reisenden abrupt aufhält. Der zweite Täter läuft dann von hinten auf das Opfer auf und klaut ihm dabei das Portemonnaie aus der Hosentasche.

Bahnreisende sollten Wertsachen in die Innentaschen ihrer Jacke stecken. "Ansonsten nur so viel Bargeld mitnehmen, wie man unterwegs benötigt", rät von Vegesack. An Bahnsteigen sollten Reisende Körperkontakt zum Gepäck halten. Wer im Zug auf Toilette geht, spricht am besten andere Fahrgäste gezielt an, damit diese auf das Gepäck achten. "Kleine Taschen würde ich mitnehmen."

Nach Angaben der Bundespolizei stieg 2013 die Zahl der registrierten Diebstähle in Zügen im Vergleich zum Vorjahr um rund 22 Prozent auf rund 14.100. Gemessen an der Zahl der Bahnreisende ist das aber immer noch nicht allzu viel: Nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes wurden 2013 rund 2,6 Milliarden Fahrgäste in Eisenbahnen im Nah- und Fernverkehr gezählt.

Tricks der Taschendiebe

Zumeist gehen Taschendiebe in Teams von mehreren Tätern arbeitsteilig vor. Das Repertoire der Taschendiebe ist äußerst umfangreich, fast täglich werden neue Finessen bekannt. Da der Ideenreichtum der Täter keine Grenzen kennt, werden hier nur einige aktuelle Beispiele zur Vorgehensweise von Taschen- und Trickdieben dargestellt.

  • Einsteigehilfe
    Reisende mit Gepäck auf Bahnhöfen aufgepasst. Nicht jeder, der Hilfe anbietet Gutes im Sinn. Trickdiebe haben eine (leider) bewährte Masche: Ein Täter zeigt sich hilfsbereit und trägt die Reisetasche in den Zug. Dort eilt er voraus oder erzeugt einen künstlichen Stau. Ein Komplize vergreift sich derweil an der Umhänge- oder Handtasche des Opfers.
  • Drängel-Trick
    Obacht im Gedränge: Hier operieren oft zwei Täter. Einer bleibt plötzlich stehen, lässt das "Opfer" auflaufen. Ein Mittäter nutzt die Konfusion und bestiehlt das ahnungslose Opfer.
  • Schläfer-Trick
    So mancher Nachtschwärmer hat am Wochenende zu tief ins Glas geschaut und nutzt die Bahn- oder Busfahrt für ein Nickerchen. Eine Einladung für Taschendiebe. Oft warten sie gezielt an Haltestellen auf "müde" Heimkehrer.
  • Rolltreppen-Trick
    Der Drängel-Trick mit technischer Unterstützung: Ein Taschendieb stellt sich auf der Rolltreppe hinter sein Opfer. Ein Komplize betätigt den Nothalt der Rolltreppe. Durch das ruckartige Stehenbleiben der Rolltreppe wird der Griff in die Tasche kaum bemerkt.
  • Bettel-Trick
    Miese Masche: Angeblich taubstumme Kinder bitten um eine Spende. Während das Opfer bereitwillig nach Kleingeld im Münzfach sucht, zieht der Täter abgedeckt durch das Pappschild die Banknoten aus dem Scheinfach oder greift unbemerkt in die offene Handtasche.
  • Beschmutzer-Trick
    Eine beliebte Masche ist das Bekleckern von Kleidung. Gerne wird das potentielle Opfer nach dem Geldabheben am Automaten unbemerkt mit einer Flüssigkeit oder Soße bekleckert. Der Täter und seine Komplizen zeigen sich dann schnell "hilfsbereit". Beim wortreichen Reinigungsversuch verschwindet das zuvor abgehobene Geld.
  • Stadtplan-Trick
    Hierbei spekuliert der Dieb auf die Hilfsbereitschaft der Ortskundigen. Das potentielle Opfer wird unter Vorhaltung eines Stadtplans nach dem Weg gefragt. Während das Opfer die Karte in die Hand nimmt und dem vermeintlichen Ortsunkundigen den Weg zeigen will, greift der Taschendieb zu.
  • Geldwechsel-Trick
    Der Taschendieb bittet das Opfer, Geldscheine in Münzen zu wechseln. Sucht man nach dem passenden Geldstück, lenkt der Taschendieb das Opfer ab, indem er selber mit seinen Fingern im Münzfach wühlt. Schneller als man gucken kann, zieht der geübte Truckdieb unbemerkt Banknoten aus dem Geldscheinfach herausziehen lassen.
  • Fußball/Tanz-Trick
    Vorsicht, wenn man plötzlich von fremden Personen überschwänglich begrüßt, abgeklatscht und in den Arm genommen und ein kleines Tänzchen gewagt wird. Gerne stellen die Diebe ein Bein zwischen das des Opfers, um ihm einen Fußballtrick zu zeigen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man nach diesem Treffen die Geldbörse oder das Smartphone nicht mehr hat.
  • Restaurant-Trick
    Während man ahnungslos in einem Restaurant seinen Hunger stillt, rückt der Dieb von hinten an den Essenden ran und bedient isch in Seelenruhe aus der über der Stuhllehne abgehängten Jacke.
  • Supermarkt-Trick
    Im Supermarkt lassen sich Mittäter eine Bestimmte Ware erklären. Was der hilfsbereite Supermarktkunde nicht ahnt: während der Erklärung wird die Tasche im Einkaufswagen durchsucht und die Geldbörse oder die gesamte Handtasche wechseln den Besitzer.
  • Schlitzer-Trick
    Scharfe Sache: der Taschendieb schlitzt mittels einer präparierte Rasierklinge oder einen ähnlich scharfen Gegenstand die Gesäßtasche auf, wenn sich dort deutlich ein prall gefülltes Portemonaie abzeichnet.
  • Geldautomaten-Trick / PIN-Ausspähen
    Das Opfer wird nach der Eingabe der PIN-Nummer am Geldautomat durch einen der Täter bedrängt oder durch einen Trick abgelenkt. Diese Situation nutzt ein Täter aus, um die eingegebene Geldverfügung abzubrechen, den Betrag zu erhöhen und das ausgezahlte Bargeld zu entwenden.
    Ebenfalls beliebt: Die PIN-Eingabe wird beobachtet und dem Opfer nach dem Geldabheben die Geldbörse gestohlen (bspw. "Drängel-Trick"). Mit der erbeuteten EC-Karte geht es zum nächsten Geldautomaten und das Konto wird geplündert.
  • Polizisten-Trick
    Taschendiebe geben sich als falsche Polizisten aus und teilen den Touristen mit, dass Falschgeld im Umlauf ist. Die Taschendiebe lassen sich das Portemonaie geben und überprüfen das Geld. Dass dabei ein Teil der Scheine in den Besitz der falschen Polizisten übergeht, wird meist nicht bemerkt.

Quelle: Bundespolizei

MAZonline

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