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Brandenburg Warum Brandenburg wieder schrumpft und altert
Brandenburg Warum Brandenburg wieder schrumpft und altert
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01:17 02.12.2018
Vor allem die berlinfernen Landkreise und Städte müssen in Brandenburg laut Statistikamt mit einem Bevölkerungsrückgang rechnen. Quelle: Pixel2013/Pixabay
Potsdam

Bis 2030 soll die derzeit stagnierende Bevölkerungszahl im Land Brandenburg von rund 2,5 Millionen auf 2,45 Millionen Menschen zurückgehen.

Das haben Vertreter des Landesamts für Bauen und Verkehr Brandenburg und des Statistikamts Berlin-Brandenburg am Donnerstag in Potsdam bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um eine Aktualisierung der 2015 herausgegebenen ersten Berechnung, in der nun auch die jüngeren Bevölkerungsentwicklungen der internationalen Fluchtmigration berücksichtigt wurden.

„Mit einer Zuwanderung und Bevölkerungsentwicklung wie in 2015 und im ersten Halbjahr 2016 war zum Zeitpunkt unserer ursprünglichen Bevölkerungsvorausrechnung nicht zu rechnen“, sagt Jörg Fidorra, Chef des Statistikamts Berlin-Brandenburg „Darum haben wir nun die Zuwanderung in unsere Berechnungen einfließen lassen. So haben wir drei verschiedene Vorausberechnungen für Brandenburg durchgeführt: eine Hauptvariante sowie eine Variante mit hoher und niedriger Zuwanderung.“

Welche Städte und Regionen in Brandenburg wachsen sollen

Dabei basiert die Vorausberechnung auf aktuellen Entwicklungen bei Geburten, Sterbefällen und Wanderungsbewegungen. Neben dem leichten Bevölkerungsrückgang um knapp 44000 Menschen deuten sich weitere demografische Trends in den nächsten zwölf Jahren an.

So sollen beispielsweise Brandenburgs Landkreise vom Bevölkerungsschwund unterschiedlich betroffen sein. Der Fixpunkt hierbei bleibt Berlin. Den Berechnungen zufolge können berlinnahe Landkreise wie Dahme-Spreewald, Havelland, Potsdam-Mittelmark und in besonderem Maße die Stadt Potsdam einen Bevölkerungsanstieg verzeichnen.

„Auch die Gemeinde Schönefeld dürfte wie ein Magnet auf die Menschen wirken, wenn der Flughafen BER startet“, schätzt Hans Jürgen Volkerding vom Landesamt für Bauen und Verkehr. Laut Statistik könnten auch Städte entlang wichtiger Bahnstrecken wie Lübben (Spreewald), Luckenwalde (Teltow-Fläming) oder Eberswalde (Barnim) mit einer positiven Entwicklung rechnen.

Zahl der Senioren steigt weiter

Im Gegensatz dazu würden berlinferne Städte und Landkreise bis 2030 rund 8 Prozent ihrer Bevölkerung verlieren. Vor allem Uckermark, Prignitz, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz und Elbe-Elster sollen schrumpfen und über zehn Prozent ihrer Einwohner verlieren.

Eine Tendenz, die Grünen-Politiker Benjamin Raschke dennoch positiv einordnet: „Ich freue mich, dass die Schrumpfung in den berlinfernen ländlichen Räumen deutlich niedriger ausfällt als noch in der letzten Bevölkerungsprognose von 2015 angenommen. Das bestätigt ein Stück weit, dass der ländliche Raum ein Comeback erlebt, dass viele Orte wieder Zuzug erwarten dürfen.“

Laut Berechnungen des Statistikamts ändert sich bis 2030 auch die Bevölkerungsstruktur. So sollen immer weniger Erwerbstätige im Alter zwischen 20 und 65 Jahren in Brandenburg leben, während die Zahl der Senioren steigt: Rund 760000 Brandenburger wären dann Älter als 65 Jahre, etwa 32 Prozent der Bevölkerung.

Weniger Geburten und mehr Sterbefälle

Die Altersschicht der über 65-Jährigen würde im Berliner Umland, aber auch im Osten Brandenburgs um teilweise über 50 Prozent im Vergleich zu 2017 wachsen.

Auch die Lebenserwartung steigt. So können gemäß der Vorausrechnung 2030 in Brandenburg geborene Jungen 80 und Mädchen 85 Lebensjahre erwarten.

Die Geburtenraten sollen im Laufe der nächsten zwölf Jahre von fast 21000 in 2016 auf 16000 Kinder pro Jahr fallen. Im Kontrast steigen die Sterbefälle pro Jahr von rund 31000 auf 36000 pro Jahr. Dadurch würde sich das Geburtendefizit, das Verhältnis zwischen Geburten und Sterbefälle, bis 2030 verdoppeln.

Zwei ungewisse Faktoren beeinflussen Vorausrechnung

Wie sich die Zuwanderungen bis 2030 entwickeln, sei dabei nur schwer vorhersehbar: „Die Abschätzung der künftigen Dynamik der internationalen Migration stellt den größten Unsicherheitsfaktor dar“, sagt Martin Axnick, Referent für Bevölkerungsstatistiken vom Statistikamt Berlin-Brandenburg.

Gleichzeitig sei auch der künftige Verlauf der zunehmenden Bevölkerungsabwanderung aus Berlin ins Umland mit einer großen Unsicherheit behaftet. Die Statistiker gehen davon aus, dass vor allem Eltern dorthin ziehen, um eine Familie zu gründen.

Rainer Genilke, infrastrukturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, übte infolge der Bevölkerungsberechnung Kritik an der Landesregierung: „Die Politik der Wachstumsbremse für Ortschaften außerhalb des Berliner Speckgürtels muss aufhören. Sie befördert ungleiche Lebensverhältnisse im Land Brandenburg.“ Seiner Meinung nach sei es notwendig, Politik aus Sicht der Brandenburger Bedürfnisse zu machen. Schließlich sei Brandenburg nicht der Vorgarten und Klimaanlage von Berlin.

Von Fabian Lamster

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