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Brandenburg Bewährung für Müll-Sünder von Markendorf
Brandenburg Bewährung für Müll-Sünder von Markendorf
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17:37 28.07.2016
Der Umweltanalytiker Christian Dumsch entnimmt am 20.07.2007 in der Kiesgrube Markendorf (Teltow-Fläming) Müllproben zur weiteren Analyse. Quelle: dpa
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Potsdam

In einem der größten Prozesse um illegale Müllentsorgung in Brandenburg hat das Landgericht Potsdam vier Männer zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt. Den Angeklagten wurde vorgeworfen, zwischen März 2006 und Juli 2007 Zehntausende Kubikmeter Gewerbe- und Hausmüll, Bauschutt und Elektroschrott sowie Krankenhausabfälle in der Kiesgrube Markendorf bei Jüterbog (Teltow-Fläming) verscharrt zu haben.

Extra Recyclingfirma gegründet

Der ehemalige Betreiber der Kiesgrube und sein Komplize, der Betreiber einer eigens zu diesem Zweck gegründeten Recyclingfirma, wurden am Donnerstag zu Bewährungsstrafen von 21 beziehungsweise 12 Monaten verurteilt. Zwei weitere Geschäftspartner bekamen Geldstrafen in vierstelliger Höhe. Ein fünfter Angeklagter, der frühere Mitarbeiter des Landesamtes für Bergbau, war bereits Mitte Juli vom Verdacht der Korruption freigesprochen worden.

Zwei der Angeklagten mit Hintergrund im Abfallgeschäft seien auf die lukrative Geschäftsidee gekommen, die Grube mit einer eigens gegründeten Firma zu pachten und den anderweitig teuer zu entsorgenden Abfall dort zu verbuddeln. Als der Betreiber der Grube die Machenschaften entdeckte, stieg er in das Geschäft ein. Erst als sein Mitarbeiter, der vierte Angeklagte, nach einem Jahr einen Hinweis an die Behörden lieferte, flog der Deal auf.

Mindestens 70.000 Kubikmeter Müll

Wie viel Müll es am Ende tatsächlich war, konnte das Landgericht nur schätzen. Es müsse sich jedoch um eine Mindestmenge von 70 000 Kubikmetern gehandelt haben, die die vier Angeklagten insgesamt verscharrt hatten. Allein in den letzten drei Monaten, in denen ein Angeklagter Buch geführt hatte, kamen 30 000 Kubikmeter oder 10 bis 20 Lastwagen am Tag zusammen.

Geständnisse wirken strafmildernd

Das milde Strafmaß trotz der «nicht unerheblichen kriminellen Energie» der Tat begründete der Vorsitzende Richter einerseits mit der «rechtsstaatswidrigen Verzögerung» des Verfahrens, das jahrelang durch mehrere Kammern des Gerichts geisterte. Zum anderen hätten die Angeklagten und ihre Verteidiger nur durch umfangreiche Geständnisse das Verfahren erst ermöglicht, das bereits kurz vor der Verjährung stand.

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Von dpa

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