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Brandenburg Bewährung nach Schüttelattacke
Brandenburg Bewährung nach Schüttelattacke
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16:02 01.06.2015
Die 32-jährige Friseurin wurde zu 2 Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Sie hat ihr Kind geschüttelt. Es starb. Quelle: dpa-Zentralbild
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Cottbus

Nach der tödlichen Schüttelattacke des kleinen Tim in Bad Liebenwerda (Elbe-Elster) ist die Mutter zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Landgericht Cottbus sprach die 32-Jährige am Montag wegen Körperverletzung mit Todesfolge schuldig.

Die gelernte Friseurin war immer wieder in Tränen ausgebrochen, als sie zugab, ihren sechs Monate alten Sohn in ihrer Wohnung geschüttelt zu haben. Die 32 Jahre alte Frau war müde am Tag der Tat. Dann brannte ihre Sicherung durch. Sie nahm das Kind, schüttelte und schrie: „Sei doch ruhig.“ . Erst Tage nach dem Vorfall kam er ins Krankenhaus. Er habe „komisch geatmet“ und sich übergeben, hatte sie vor dem Richter ausgesagt. Wochen später verstarb das Kind mit nur sechs Monaten.

Sie hatte sich selbst bei der Polizei angezeigt, als ihr der Arzt im Krankenhaus den Hinweis gab, jemand müsse das Kind geschüttelt haben.

Spontanes Versagen

Das Strafmaß lag unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die drei Jahre Haft beantragt hatte. Die Richter gehen anders als die Anklagebehörde von einem minderschweren Fall aus. Der Vorsitzende Richter Frank Schollbach sprach von einem „Ausraster“ und einem „Spontanversagen“ der Frau. Ursprünglich war die gelernte Friseurin, die heute in Bayern lebt, wegen Totschlags angeklagt. Letztlich plädierte der Staatsanwalt aber auf Körperverletzung mit Todesfolge. Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe gefordert.

Anhand der Aussagen der Frau kamen die Richter zu dem Schluss, dass ihr sofort nach der Schüttelattacke bewusst gewesen sei, dass ihr Verhalten falsch war. Bis dahin habe sie sich liebevoll um ihren Sohn gekümmert. Mit der Selbstanzeige habe sie dann „sofort Verantwortung für ihr Handeln übernommen“. Das Geständnis sei „von Reue getragen“.

Mutter in psychologischer Betreuung

Für das Landgericht wirkte sich unter anderem die Selbstanzeige strafmildernd auf das Urteil aus. Die 32-Jährige wird seit dem Tod ihres Kindes psychologisch betreut. Der Richter sagte zu Vater und Mutter, die sich im Gerichtssaal gegenüber saßen: „Ich hoffe, dass Sie über den Tod des Kindes hinweg kommen werden.“

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft will prüfen, ob sie Revision einlegt. Die Frist dafür beträgt eine Woche.

Von MAZonline/dpa

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