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Brandenburg Biber dürfen nicht mehr abgeschossen werden
Brandenburg Biber dürfen nicht mehr abgeschossen werden
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17:21 25.03.2016
Unter Schutz: der Biber. Quelle: dpa
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Potsdam

Brandenburger Problem-Biber stehen bis Anfang September wieder unter besonderem Schutz: Bis zum 15. März war für diese Saison der Abschuss der Tiere im begründeten Fall möglich, nun gilt bis bis zum 1. September striktes Verbot - wegen des Nachwuchses. Die seit fast einem Jahr im Land geltende Biberverordnung gestattet außerhalb der Schonzeit im Ausnahmefall den Abschuss der eigentlich geschützten Tiere: aber nur, wenn sie Menschen in Gefahr bringen beispielsweise durch unterhöhlte Straßen. „Doch zuvor müssen alle anderen Mittel ausgeschöpft werden“, sagte Matthias Gutt, einer der beiden Biberbeauftragten des Landes.

Seit Herbst sind die Biberbetreuer im Einsatz und versuchen, bei Konflikten zwischen Mensch und Biber zu vermitteln. „Wir wollen Probleme öffentlich machen und Lösungen bei Konflikten finden“, sagte er.

In Brandenburg leben etwa 3000 Biber, darunter ein Drittel des bundesweiten Bestandes des so genannten Elbebibers. Zur Wende waren die Tiere fast ausgerottet. Allein im Oderbruch ist die Zahl der größten Nagetieres Europas von wenigen ausgesetzten Exemplaren in den 1980-er Jahren auf heute etwa 1000 gestiegen. Hier sind die Lebensbedingungen besonders günstig: Es gibt ein dichtes Netz von Gräben und ein gutes Futterangebot durch Mais und andere Feldfrüchte.

Biber schaffen durch ihre Aktivitäten neue Lebensräume für andere Tier- und Pflanzenarten: Wasser wird in der Landschaft gehalten, Austrocknung reduziert. Kritisch wird das Treiben jedoch von Landwirten, Hausbesitzern und Wasserverbänden beäugt. Sie haben sich jahrelang für eine Biberverordnung im Land eingesetzt. Im Oderbruch werden die Biber auch für überflutete Keller in Häusern verantwortlich gemacht. Auf unter Wasser gesetzten Feldern brechen Landmaschinen ein.

„Wir zeigen, was vorbeugend getan werden kann“, sagte der 37-jährige Gutt, der zuvor bereits ehrenamtlicher Biberbetreuer war. Es gebe einige wirksame und Erfolg versprechende Mittel, wie „bibersichere“ Gitter um Baumstämme. Auch tief im Boden verankerte Zäune erschwerten dem Nager den Weg aufs Grundstück.

„Bei den Gewässer- und Deichverbänden liegen die angerichteten Schäden im sechsstelligen Bereich“, sagte der Vizelandrat des Landkreises Märkisch-Oderland, Rainer Schinkel. Biber stauen Wasser, verstopfen Zuläufe und lassen Gräben überlaufen. Wenn Böschungen ins Rutschen geraten, Straßen oder Schienenwege unterhöhlt oder Deiche beschädigt werden, müsse eingegriffen werden, betonte er.

Zunächst werde natürlich versucht, Biber von sensiblen Orten fern zu halten, sagte Schinkel. Wenn nichts mehr hilft, dürfen laut Biberverordnung Tiere, die Menschen in Gefahr bringen, mit Fallen gefangen oder auch geschossen werden. „Praktisch als letzter Ausweg wird ein Jäger beauftragt“, sagte Gutt. Die Entscheidung über den Abschuss treffe der betroffene Gewässer- und Deichverband in Absprache mit Naturschutzexperten vor Ort. Bislang wurden nach Angaben von Schinkel mindestens zehn Tiere erlegt.

Von Gudrun Janicke

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