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Bilder wieder da, aber warum schweigt Lüpertz?

Rätselhafter Kunstraub Bilder wieder da, aber warum schweigt Lüpertz?

Die 30 Bilder sind wieder da, aber Malerfürst Markus Lüpertz will nichts von seinem Glück an die Öffentlichkeit lassen. Dabei hatte er sofort nach dem Verschwinden per Zeitung die Rückgabe gefordert – und den Tätern Straffreiheit zugesagt. Lüpertz’ Schweigen könnte einen Grund haben.

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Malerfürst Markus Lüpertz..

Quelle: dpa

Teltow. Überraschende Wende im Teltower Kunstraub: Malerfürst Markus Lüpertz (74) hat fast alle Gemälde wieder, die ihm Unbekannte Anfang Dezember 2015 aus seinem Atelier in der Speckgürtel-Gemeinde gestohlen hatten. Wie die Polizeidirektion West mitteilte, fand der Künstler die Werke bereits Ende Januar auf dem frei zugänglichen Gelände des Teltower Atelierhauses wieder. Von den 30 Zeichnungen, Aquarellen und Grafiken fehlt nur eins: das Bildnis einer Nackten von hinten – Wert unbekannt. Eine Collage und mehrere Skulpturen gehörten ebenfalls zum Diebesgut.

Polizei hat Spuren an den zurückgebrachten Bildern gesichert

Nach Informationen der MAZ sollen die Werke von den Dieben regengeschützt unter einem Vorsprung untergestellt worden sein. Einige Schutzgläser gingen dabei zu Bruch. Einen Tatverdächtigen gibt es noch nicht, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, Christoph Lange. Die Polizei versuchte, Spuren an den Werken und Rahmen zu sichern.

Wert der gestohlenen Bilder liegt im sechsstelligen Bereich

Was die teils unsignierten Bilder insgesamt wert sind, lässt sich schwer schätzen. Sie waren noch nicht verkauft. Die Polizei geht aber von einem sechsstelligen Betrag aus – eines der Werke kostete in dem Atelier mehr als 40.000 Euro. Mit nachgemachten Schlüsseln sollen die Täter in den Kunstraum gelangt sein, mussten aber auch Schlösser knacken. Mit einem Wagen fuhren sie das Diebesgut aus der Halle, berichtete im Dezember ein Sprecher des Künstlers.

Nach dem Diebstahl ging Lüpertz an die Öffentlichkeit, jetzt schweigt er

Lüpertz hatte sofort nach dem Verschwinden öffentlich die Diebe aufgefordert, ihm sein Eigentum zurückzugeben – im Gegenzug hätte er, so seine damalige Aussage, auf eine Strafanzeige verzichtet. Mit der jüngsten Erfolgsmeldung suchte der Künstler dagegen nicht die Öffentlichkeit. Am Montagnachmittag hieß es aus Lüpertz’ Atelier, der Meister sei nicht zu sprechen. Er wünsche nicht, von dem Fund in der Zeitung zu lesen. Ermittler halten es nicht für ausgeschlossen, dass Lüpertz Opfer von „Artnapping“ geworden ist, also von Erpressern, die Lösegeld für die Rückgabe von Kunstwerken verlangen. Diese Methode ist zunehmend bei Kriminellen populär, denn bekannte Werke sind praktisch unverkäuflich auf dem Kunstmarkt.

Der Diebstahl hat den Malerfürsten schwer getroffen

Der Einbruch in sein Atelier hat Lüpertz nach eigenem Bekunden schwer getroffen. Im Deutschlandradio sprach der Maler von einem „großen mentalen Verlust“. Das Atelier sei ein „heiliger Ort – und wenn dort Leute in böser Absicht rumgeistern, Türen zerschlagen und mir dann Sachen stehlen, dann ist das eine sehr persönliche Aggression“. Da er in Serie arbeite, sei er in seinem Schaffensfluss unterbrochen worden und müsse erstmal wieder „einen Faden knüpfen“. Der Vorfall habe ihm das Teltower Atelier regelrecht verleidet.

Lüpertz denkt über Atelier in Leipzig – Teltow hofft auf Lüpertz-Verbleib

Seit sieben Jahren hat Lüpertz, der zu den bekanntesten zeitgenössischen Malern in Deutschland gehört, sein Atelier in einem nach der Wende neu entstandenen Teltower Wohnviertel. Mittlerweile hat er geäußert, er suche nun ein Atelier in Leipzig. Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt (SPD) hofft, dass der Künstler der Stadt erhalten bleibt. Es sei „eine gute Nachricht, dass die Bilder wieder da sind“. Zu Teltow hat der Malerfürst eine besondere Beziehung. Dem Ortsteil Mühlendorf, wo auch sein Atelier liegt, stiftete Lüpertz 2012 eine etwa zwei Meter hohe Bronze-Athene.

Von Ulrich Wangemann und Julian Stähle

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