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Brandenburg Bildungsforum bekommt Café
Brandenburg Bildungsforum bekommt Café
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22:06 01.07.2018
Eröffnung des Potsdamer Bildungsforiums in der komplett umgebauten Stadt- und Landesbibliothek am 7. September 2013. Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Mit einem Fest wird am 8.  Juli auf dem Alten Markt der 1025. Jahrestag Potsdams gefeiert. Die MAZ blickt aus diesem Anlass in einer Serie auf das jüngste Vierteljahrhundert zurück. Pro Jahr wird an ein Ereignis erinnert.

15 Millionen Euro investiert

Im Juli 2013 war alles unter Dach und Fach: Nach drei Jahren Wartezeit konnte Sandra Erxleben den Mietvertrag für ihr neues Café „Et cetera“ im Bildungsforum endlich unterzeichnen. 15 Millionen Euro wurden in den Um- und Ausbau der alten Stadt- und Landesbibliothek am Platz der Einheit damals investiert, das am 7. September 2013 eröffnete.

„Eigentlich hieß es im Juli, ich soll gleich mit dem Bildungsforum zusammen aufmachen – das ging überhaupt nicht. Das war noch die reinste Baustelle, nichts ging vorwärts“, erinnert sich Café-Chefin Sandra Erxleben. Die 47-Jährige hat im RestaurantMinsk“ am Brauhausberg eine Ausbildung zur Köchin absolviert und zusätzlich Betriebswirtschaft studiert.

Später war sie für die Gastronomie im Waschhaus zuständig und hat dort die Gäste 18 Jahre mit Speisen und Getränken versorgt. Heute beliefert sie mit ihrem Catering-Service „WHGA“ mit Sitz in der Berliner Straße hauptsächlich Firmenfeiern und Bankette.

Auf der Suche nach einem zweiten Standbein bewarb sie sich 2010 für das Café im Bildungsforum. Hier wollte sie ihren „Faible fürs Backen“ ausleben, erzählt sie.

Der Startschuss für das Café fiel schlierßlich im März 2014. Vier Wochen ackerte das Team von früh bis spät, um beispielsweise noch fehlende Böden und Türen zu verlegen und einzubauen. Am 20. April war dann die Eröffnung. „Dazu war das ganze Haus eingeladen“, sagt Sandra Erxleben.

„Et cetera“ – der Name des Cafés passte in die Reihe der Abkürzungen wie SLB (Stadt- und Landesbibliothek Potsdam) oder VHS (Volkshochschule), so Erxleben lachend. Den Mix aus ländlichem Charme und Moderne hat Alexandra Hahn, Bühnenbildnerin vom Hans Otto Theater, hineingebracht. Sie hat nach Erxleben Vorstellungen ein Konzept entwickelt.

Alte Fensterläden dienen jetzt als Speise- und Getränkekarte an der Wand, Einweckgläser und Flaschen wurden zu Lichtquellen umfunktioniert und der Tresen in der Mitte stammt noch aus dem Waschhaus. Ursprünglich hatte Sandra Erxleben den Plan, ein Bistro zu eröffnen.

„Man sollte im Gästeraum riechen, dass hinten frisch gebacken wird“, sagt Erxleben. Mit diesem Konzept habe sie sich auf die Ausschreibung beworben. „Wir können hier aber gar nicht selbst kochen und backen, weil die Lüftungsanlage fehlt.“

Ein ausgewähltes Angebot an Kuchen oder Suppen fährt sie daher aus der Berliner Straße in das Café. „Ich habe mich damit arrangiert“, sagt Erxleben.

Durch die Verbindungstür können Besucher direkt von den Räumen der Stadt- und Landesbibliothek ins Café spazieren. „Viele sitzen hier und lesen oder machen Hausaufgaben – es ist total schön.“

Die Öffnungszeiten hat sie im Wesentlichen an das Bildungsforum angelehnt. „Durch das Museum Barberini ist der Bereich vor dem Café jetzt deutlich frequentierter“, sagt sie. Grund genug für Erxleben zu überlegen, auch an Sonntagen zu öffnen, wenn die Bibliothek geschlossen hat, – und ihren kleinen „Mikrokosmos“ noch weiter zu beleben.

Von Anne Knappe

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