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Brandenburg Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde
Brandenburg Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde
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20:52 30.11.2017
Quelle: Uwe Schierhorn mit Stellarium
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Königs Wusterhausen

Mit dem zwölften Vollmond des Jahres, dem „Christmond“ am 3. Dezember, beginnen die astronomischen Ereignisse des letzten Monats des Jahres. Und das sind doch einige…

Die Wintersternbilder gehen am Abend vollständig auf und sind durch das „Wintersechseck“ als Orientierungshilfe zu finden. Silvester steht es dann zum Jahreswechsel gegen Mitternacht im Süden in seiner höchsten Position.

Sollten Sie Schwierigkeiten beim Auffinden der sechs Ecken haben, hilft ein kleiner Trick: Kneifen Sie die Augen langsam zusammen, es verschwinden immer mehr Sterne bis zum Schluss nur noch die sechs hellen Sterne des Wintersechsecks und Beteigeuze übrig bleiben.

Sechs Sterne und Beteigeuze im Innern

Der rote Riesenstern Beteigeuze im Innern des Sechsecks ist nicht nur wegen seiner enormen Helligkeit, sondern auch wegen seiner auffälligen rötlichen Färbung zu erkennen. Die Ecken des Sechsecks werden durch die hellsten Sterne von sechs Sternbildern markiert. Im Uhrzeigersinn sind das (beim am höchsten stehenden Stern beginnend): Kapella (Sternbild Fuhrmann), Aldebaran (Stier), Rigel (Orion), Sirius (Großer Hund), Prokyon (Kleiner Hund und Pollux (Zwillinge).

Die Milchstraße zieht sich von Ost nach West über den Zenit, wo das Himmels–W (Kassiopeia) und Perseus stehen. Der Doppelsternhaufen h und (Chi) Persei steht direkt über uns und ist ein interessantes Objekt für den Feldstecher.

Noch ein bisschen Sommer am Nachthimmel

In der ersten Monatshälfte weist uns dann die Milchstraße auf die im Westen untergehenden Sommersternbilder hin. Insbesondere sind hier noch die Sterne Deneb (Sternbild Schwan) und Wega (Leier) zu sehen. Der dritte Stern des sogenannten „Sommerdreiecks“ – Atair (Sternbild Adler) – ist bereits untergegangen. Zu diesem Zeitpunkt sind im Süden die relativ lichtschwachen Sterne des Herbsthimmels zu erkennen, bei denen das Viereck des Pegasus noch am auffälligsten ist. Sie wandern im Laufe des Monats nach Westen.

Viele Sternschnuppen Mitte des Monats

Mitte Dezember können wieder viele Sternschnuppen beobachtet werden. Das Sternbild Zwillinge (lat.: gemini) scheint Ursprung des Sternschnuppenstroms sein, der in der Nacht vom 13. Dezember auf den 14. Dezember sein Maximum erreicht und uns mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde erfreuen wird. DieGeminiden sind der stärkste Meteorstrom des Jahres und lassen sich entgegen anderer Sternschnuppenströme auch schon am Abend beobachten.

Phaeton hinterlässt eine Staubwolke

Tatsächliche Ursache der Geminiden ist eine um die Sonne kreisende Staubwolke, die ein Asteroid mit dem Namen Phaeton hinterließ und welche die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne jedes Jahr um die gleiche Zeit durchquert. Dabei treten die Staubpartikel in die Erdatmosphäre ein, erhitzen durch Reibung die Luft, welche dann anfängt zu leuchten und somit die als Sternschnuppen bekannten Leuchtspuren erzeugt. Die Beobachtung wird auch kaum durch den Mond gestört, geht er doch erst nach Mitternacht auf. Zudem bringen die Geminiden oft besonders viele und helle Sternschnuppen hervor, die bei klarem Wetter auch am relativ aufgehellten Himmel des Berliner Umlands zu sehen sind. Dunkle Orte außerhalb der Städte mit guter Rundumsicht eignen sich jedoch am besten zur Beobachtung. Dass die Geminiden weit weniger bekannt sind als der populäre Strom der Perseiden im August, hat einzig mit der Jahreszeit zu tun: Das trübe, meist nasskalte Dezemberwetter ist nun mal nicht so komfortabel zum Beobachten wie die lauen Sommernächte im August.

Tage werden wieder länger

Die Sonne wird am 21. Dezember bei ihrem Tageshöchststand nur 14° über dem Horizont stehen. Der Bogen, den die Sonne am 21. Dezember über den Himmel zieht ist somit auch der kürzeste des Jahres. An diesem Tag der Wintersonnenwende steht unser Stern nur sieben Stunden und 41 Minuten über dem Horizont. Ab dem 21. Dezember werden die Tage wieder länger, was wir allerdings im Dezember noch nicht spüren werden. (Tageslänge Silvester 7 Std. 47 Min.)

Planeten machen sich rar

Die Planeten machen sich im Dezember auch ziemlich rar. Einzig Mars und Jupiter können am Morgenhimmel ausgemacht werden. Dabei geht Jupiter immer zeitiger auf (1. Dezember: 5.13 Uhr; 31. Dezember: 3.47 Uhr). Die Venus hat sich vom Morgenhimmel verabschiedet. Sie „versteckt“ sich hinter der Sonne bis sie uns im Februar wieder am Abendhimmel erfreuen wird. Auch Saturn steht hinter der Sonne und bleibt unsichtbar. Merkur zeigt sich ab 22. Dezember kurz am Morgenhimmel, wo er kurz vor der Sonne gegen 6.30 Uhr im Südosten aufgeht.

Mond schiebt sich vor Aldebaran

Ein letztes astronomisches Highlight ereignet sich in der Nacht zum 31. Dezember. Von ca. 2.15 Uhr bis 3.10 Uhr schiebt sich der Mond vor den hellen Stern Aldebaran. Hier kann man ohne größeren Aufwand die Umlaufbewegung des Mondes von West nach Ost um die Erde betrachten.

ISS ist zu sehen

Am Anfang des Monats bis hin zum 18. Dezember ist die bemannte Raumstation ISS am Abendhimmel wieder über unserer Region zu sehen. Besonders interessant ist es, wenn man zwei aufeinanderfolgende Überflüge innerhalb von ca. 1,5 Stunden (so lange dauert eine Erdumrundung der ISS) sehen kann, wie z.B. am 9. Dezember (16.40 Uhr – 16.46 Uhr maximale Höhe 80° im Süden und darauf 18.16 Uhr – 18.20 Uhr mit maximaler Höhe von 59° in SSW). Weitere Überflugzeiten finden Sie unter

http://www.heavens-above.com

Autor Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen und Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quellen: Daten aus www.calsky.com und www.heavens-above.com Abbildungen: erstellt durch den Autor (unter anderem mit Stellarium 0.14.1)

Von Uwe Schierhorn

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