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Bittere Niederlage für Erardo Rautenberg

Wegen Krankheit kein Wahlkampf Bittere Niederlage für Erardo Rautenberg

Erardo Rautenberg hat nach 21 Jahren als Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg um ein Direktmandat im Bundestag kämpfen wollen. Doch als es so richtig starten sollte, bekam er die schreckliche Diagnose: Krebs. Statt Präsenz gab es eine Chemotherapie. Nun sieht es nach einer bitteren Niederlage für ihn aus.

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Erardo Rautenberg wählte in Brandenburg an der Havel.

Quelle: Steiner

Brandenburg/H. Die großen Meinungsforschungsinstitute haben durchweg Erardo Rautenberg (64) in der Woche vor dem Wahltag vorn gesehen in dem Kopf-an-Kopf-Rennen gegen Konkurrentin Dietlind Tiemann, Brandenburgs Oberbürgermeisterin. Doch sie haben sich offenbar getäuscht. Nach Auszählung von 174 der 334 Wahlbezirke hatte Rautenberg 24,7 Prozent, seine Konkurrentin lag fast uneinholbar bei 31,5 Prozent.

Rautenberg war mehr als 21 Jahre der Generalstaatsanwalt des Landes Brandenburg – der dienstälteste bundesweit, über alle Parteiengrenzen anerkannt und geschätzt in seinem Kampf gegen den Rechtsextremismus. Dann entschließt er sich, noch einmal aktiv in die Politik zu gehen. Er lässt sich als Direktkandidat für die SPD im Wahlkreis 60 aufstellen. Kurz nach seiner Nominierung ereilt ihn die furchtbare Diagnose einer heimtückischen Krankheit. Seitdem ist er nur noch ein Phantom im Wahlkampf, weil Rautenberg um seine Gesundheit kämpfen muss.

Dietlind Tiemann freut sich über einen Einzug in den Bundestag

Dietlind Tiemann freut sich über einen Einzug in den Bundestag.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Vertreten im Wahlkampf

In öffentlichen Veranstaltungen vertritt ihn der Brandenburger SPD-Kreischef Ralf Holzschuher, das Wahlkampfteam um Daniel Keip leistet unermüdliche Arbeit im Hintergrund. Rautenberg ist öffentlich nicht zu sehen, außer in einigen Facebook-Wortmeldungen. Seine CDU-Gegenspielerin Dietlind Tiemann hingegen war allerorten zwischen Rathenow und Treuenbrietzen präsent.

Den Umfragen hat Rautenberg ohnehin nicht recht getraut. „Bei so einer Personenwahl kommt es auf jede einzelne Stimme an, deshalb sollte man Trends nicht allzu sehr trauen. Die Momentaufnahmen der Umfragen habe ich so hingenommen.“

Mediziner hatten zur Mäßigung geraten

Einen aussichtsreichen Listenplatz wollte er nicht haben, sich vielmehr direkt durchsetzen. Sein Direktmandat hätte er im Erfolgsfall angenommen, er wollte sich ernsthaft in die Arbeit des Deutschen Bundestages einbringen. Im Wahlkampf habe er auf seine Ärzte gehört, die ihm zur Mäßigung und zu strikter Disziplin rieten. Mittlerweile seien die Mediziner auch „ganz zufrieden mit meinem Gesundheitszustand“.

In sozialen Medien habe man Rautenberg vorgeworfen, er wäre ohnehin nur ein Hinterbänkler gewesen. Tatsächlich sagt er: „Ich hätte nie den Ehrgeiz gehabt, große Reden zu schwingen. Die eigentliche Arbeit wird in den Ausschüssen geleistet.“ Dort würden Gesetze vorbereitet und auf ihre Praxistauglichkeit geprüft. Gerade in dem schwierigen Feld der inneren Sicherheit, hätte er seine Kenntnisse aus der praktischen Rechtsanwendung gut einbringen können.

Von André Wirsing

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