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Brandenburg „Black Friday“: Darauf hoffen Brandenburgs Händler
Brandenburg „Black Friday“: Darauf hoffen Brandenburgs Händler
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18:40 23.11.2017
Am Freitag wird es auch in Brandenburg zahlreiche Preisnachlässe geben. Quelle: mydealz.de
Potsdam

Brandenburg ist am Freitag im Schnäppchenfieber – das hoffen zumindest die Händler. Vor allem große Handelsketten setzen auf den „Black Friday“ – der ist eine US-amerikanische Erfindung zur allgemeinen Geschäftsbelebung. Einzelhändler locken mit Rabatten kurz vor dem Start des Weihnachtsgeschäftes. Bundesweit hatten im vergangen Jahr laut Handelsverband rund 16 Prozent der Bürger den Aktionstag für reduzierte Einkäufe genutzt.

„Der Black Friday ist ein Angebot, das zunehmend in Brandenburg genutzt wird – nicht nur online, sondern auch offline“, erklärt der Chef des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen. Mode, Elektronik, Schmuck, manchmal sogar Autos: Auf alle möglichen Güter gibt es zumeist zwischen 20 und 40 Prozent Rabatt. Vor fünf Jahren, sagt Busch-Petersen, sei der Black Friday hierzulande noch ziemlich unbekannt gewesen. In Deutschland assoziiert man mit dem Schwarzen Freitag eher den Börsencrash des Jahres 1929, also den Beginn eines nationalen Traumas.

In Amerika hat der Black Friday seinen Ursprung

Der traditionelle Black Friday folgt in den USA auf den Feiertag „Thanksgiving“, der immer auf den vierten Donnerstag im November fällt. Die vom Truthahnbraten gesättigten US-Bürger werfen sich an jenem jährlich wiederkehrenden Brücken-Freitag in die Rabatt-Schlacht und lassen einige Pfunde beim Drängeln und Schubsen an den Warentischen. Solche dramatischen Szenen wird es hier nicht geben: „Es ist nicht so, dass Berlin und Brandenburg Kopf stehen“, sagt Busch-Petersen.

Dennoch: entziehen könne man sich der Aktion nicht, meint Marketingleiterin des Designer Outlets an der B5 in Wustermark (Havelland), Connie MacFarlane. „Die meisten Einzelhändler machen mit“, erwartet sie. Also gibt es in unterschiedlichen Geschäften in der Shoppingstadt westlich von Berlin auf die ohnehin gewährten Rabatte noch einmal Prozente.

Rabatte gibt es in vielen großen Einkaufszentren

In Brandenburgs größtem Einkaufszentrum in Wildau (Dahme-Spreewald) verzichten wenige der 200 Geschäfte auf die Aktion. „Black Friday ist der Tag, an dem die Menschen auch in Brandenburg in die Läden strömen“, sagt Center-Manager Sven Schulze. 70 bis 80 Prozent der Läden seien dabei. Im Potsdamer Stern-Center wird Tag als „Black Price Day“ beworben – möglicherweise wegen deutschlandweit aufgetretenen Namensstreitigkeiten im vergangenen Jahr. In dem Potsdamer Center setzten 60 Prozent der Einzelhändler auf jenen wichtigen Stimmungstest fürs Weihnachtsgeschäft. Obwohl sich auch in der Sankt-Annen-Galerie in Brandenburg an der Havel einige Geschäfte beteiligen, „spielt der Black Friday bei uns eher eine nachrangige Rolle“, erklärt Center-Managerin, Katja Mehlhase. Im vergangenen Jahr waren nicht viel mehr Besuchen ins Einkaufszentrum geströmt als an gewöhnlichen Tagen.

Kauft überhaupt noch jemand Produkte zum Normalpreis, wenn sich die Läden vor Weihnachten mit Rabatten überbieten? Connie MacFarlane vom Designer Outlet Center in Wustermark, sagt: „Es gibt eine freundliche Koexistenz zwischen Normalpreis- und Rabattpreisangeboten.“

Kleine Einzelhändler suchen sich ihre Nische

Doch gerade für mittelständische und kleine Einzelhändler wird das Geschäft immer schwieriger. Bernd Knack, Chef des Elektronikfachhandels Euronics Radio-TV Knack in Jüterbog (Teltow-Fläming), kann sich an der Black-Friday-Rabattschlacht nicht beteiligen. „Das sind Preise, an denen wir als Händler kaum noch etwas verdienen“, sagt er. Die Preisnachlässe, die er in der Vorweihnachtszeit anbieten wird, müssten ausreichen. Konkurrenz gibt es nicht nur seitens der Discounter oder großen Einkaufszentren, sondern verstärkt durch den Onlinehandel. So setzt Amazon auf eine ganze Rabattwoche. Mit Service will Knack gegen die Handelsriesen punkten. Er liefert Geräte zu den Kunden nach Hause und stellt sie so ein, als hätte es nie einen Austausch gegeben. Viele ältere Menschen setzen auf diesen Komfort, statt sich das billigste Schnäppchen zu sichern.

„Billig können die in großen Zentren“, sagt Karin Spengemann vom Modeversteck in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald). Die Inhaberin möchte sich gar nicht erst mit großen Modeketten messen. Und sie möchte nicht mit Schnäppchen in Verbindung gebracht werden. Deshalb verzichtet sie auf den Black Friday. „Ich kann nur gegen die großen Unternehmen verlieren, wenn ich mir keine Nische suche.“

Von Christin Iffert

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