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Brandenburg Börsengang für ein Mittel gegen Krebs
Brandenburg Börsengang für ein Mittel gegen Krebs
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08:28 30.10.2015
Der DBI-Vorsitzende Bernd Wegener vor dem Unternehmenssitz im Blauen Wunder. Quelle: Foto: Marco Paetzel
Hennigsdorf

Ein Wirkstoff made in Hennigsdorf könnte die Medizin ein Stück voranbringen: Der Antikörper AB2302 soll die Verbreitung von neuen Blutgefäßen im Tumor verhindern und alte verkümmern lassen. „Der Tumor wird damit ausgehungert“, erklärt Bernd Wegener, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Biotech Innovativ AG (DBI). Diese Methode der Krebsbekämpfung sei weltweit bislang einzigartig. Mit dem Medikament des Hennigsdorfer Unternehmens ließen sich Krebsarten in gut durchbluteten Regionen wie Leber, Niere, Blase oder Darm effektiv behandeln, sagt der Experte. Momentan wird der Wirkstoff nur an Tieren getestet. „Die Daten sind schön und überzeugend“, so Bernd Wegener.

Damit die Forschung vorangetrieben werden kann, bringt das Unternehmen im Rahmen einer Kapitalerhöhung knapp 600 000 neue Aktien in den Handel. Sie werden im Freiverkehr an der Börse Düsseldorf gehandelt. Damit erhofft sich Bernd Wegener einen Emissionserlös von bis zu 20 Millionen Euro. Auch die Entwicklung eines Medikaments gegen Sepsis, also Reaktionen des Körpers etwa auf Lungen- oder Harnwegsentzündungen, soll forciert werden. Allein im vergangenen Jahr seien rund 65 000 Menschen in Deutschland an einer Sepsis gestorben. Ein Drittel der Infizierten, so Wegener, würden eine Sepsis nicht überleben. Die Entwicklung eines Antikörpers, der bei einer schweren Sepsis den Kreislauf stabilisieren soll, sei vorangeschritten. „Da erwarten wir das Votum der Ethikkommission für die Erstanwendung beim Menschen“, so der 67-Jährige.

Das Unternehmen nutzt internationale Blut-Datenbanken, es werden Proben Erkrankter mit denen gesunder Probanden verglichen. Bei Patientinnen mit Brustkrebs habe man ein Hormon gefunden, das den Zelltod-Prozess – und somit die Zellerneuerung – verhindert. Das könne zu Brustkrebs führen. Andere Unternehmen würden zunächst auf Blutproben von Tieren zurückgreifen, das sei allerdings weniger effektiv.

Das Unternehmen sitzt im Blauen Wunder und beschäftigt 20 Mitarbeiter. Dazu kommen vier Projektgesellschaften, die die Entwicklung von Wirkstoffen gegen Sepsis und Krebsarten vorantreiben, eine fünfte Gesellschaft solle demnächst folgen. Geschäftsmodell sei es, die Lizenzen für die Wirkstoffe vor der Markteinführung an Pharmakonzerne zu verkaufen, weil spätere Phasen der klinischen Prüfung teuer seien.

Wegeners Unternehmen setzt auch in Zukunft auf den Standort Hennigsdorf. Man kenne das Umfeld seit 20 Jahren, sei mit den Fördermitteln zufrieden und habe etwa die Berliner Charité im Umfeld. Der Kauf der DBI-Aktie könne sich lohnen, im besten Fall könnte sie sich innerhalb von dreieinhalb Jahren versiebenfachen, sagt Bernd Wegener. „Zudem tut man Gutes und hilft der Forschung.“

Von Marco Paetzel

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