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Brände gefährden Brandenburgs Wälder

Grüne fordern Waldumbau Brände gefährden Brandenburgs Wälder

Brandenburg ist bei Waldbränden die Nummer eins in Deutschland. Allein am Dienstag hat es an mindestens drei Orten gebrannt, unter anderem auf dem Truppenübungsplatz Lehnin (Potsdam-Mittelmark). Eine Ursache für die Waldbrände sind die vielen Kiefern. Darum will das Land die Wälder umbauen. Doch den Grünen geht das nicht schnell genug.

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Die Zahl der Waldbrände in Brandenburg hat zugenommen.

Quelle: dpa

Potsdam. In Brandenburg sind am Dienstag bei anhaltender Trockenheit und Hitze in Wäldern sowie auf Feldern größere Brände ausgebrochen, unter anderem auf dem Truppenübungsplatz Lehnin (Potsdam-Mittelmark). Bei Dolgelin in Märkisch-Oderland ist sogar ein Feuerwehrauto in Flammen aufgegangen. Insbesondere die Zahl der Waldbrände hat in Brandenburg deutlich zugenommen. Nach Angaben des Umweltministeriums führt Brandenburg seit vielen Jahren die Waldbrand-Statistik in Deutschland an. Schuld an den vielen Bränden sind die Kiefern, meinen die Grünen - und fordern Konsequenzen.

Feuer auf Truppenübungsplatz

Am Dienstag brannte es im Wald auf dem Truppenübungsplatz Lehnin (Potsdam-Mittelmark), etwa 25 Kilometer südwestlich von Potsdam. Nach bisherigen Erkenntnissen standen zwischen 2,5 und 3 Hektar in Flammen. Am Abend brannte es noch, das Feuer sei aber unter Kontrolle, hieß es.

Brand auf 50 Hektar

Nahe Schwedt (Oder) (Uckermark) entzündete sich am Dienstagmittag ein Getreidefeld. Nach Angaben der Regionalleitstelle Nordost erfasste das immer wieder von Windböen angefachte Feuer nahe dem Ortsteil Heinersdorf laut Polizei eine Fläche von 8,5 Quadratkilometern, darunter 1,5 Hektar Wald. Es waren etwa 150 Helfer von Feuerwehr und Polizei im Einsatz.

Auch die Werksfeuerwehr der PCK Raffinerie in Schwedt und ein Polizeihubschrauber kamen zum Zuge. Menschen oder Gebäude seien durch den Brand nicht gefährdet gewesen, hieß es vonseiten der Polizei. Die Brandursache ist bislang unklar. Am Dienstagabend war das Feuer weitgehend gelöscht, und die meisten Einsatzkräfte konnten abziehen.

Feuerwagenwagen brennt aus

Bei einem Löscheinsatz im Landkreis Märkisch-Oderland brannte ein Wagen der Feuerwehr aus. Die Flammen hätten ihn am Dienstagnachmittag auf einem Feld zwischen Dolgelin und Neu Mahlisch eingeschlossen, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Oderland in Frankfurt (Oder). Noch sei unklar, wie es dazu kommen konnte. Ein Feuerwehrmann kam verletzt ins Krankenhaus. Auch die Ursache des Flächenbrandes war zunächst noch ungeklärt. Die Flammen erfassten eine vier bis fünf Hektar große Fläche. 22 Feuerwehrfahrzeuge waren im Einsatz. Der Brand wurde inzwischen gelöscht.

Grüne fordern schnellen Waldumbau

Benjamin Raschke, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, fordert angesichts der hohen Trockenheit und der starken Zunahme von Waldbränden, den Waldumbau hin zu Mischwäldern deutlich zu verstärken. "Brandenburgs Wälder bestehen zu 70 Prozent aus Kiefern, die besonders anfällig für Waldbrände sind. Bei Laubbäumen ist diese Gefahr geringer. Beim Waldumbau bleibt Brandenburg aber weit hinter dem selbst gesteckten Ziel zurück", sagte Raschke.

In Brandenburg wurden in den Jahren 1990 bis 2014 insgesamt 75.000 Hektar Kiefernwälder umgebaut, das sind 3125 Hektar pro Jahr. In den kommenden 40 Jahren könnten nach Angaben des Ministeriums noch geschätzte 500.000 Hektar dazukommen, das wären 12.500 pro Jahr.

„Von dieser Zahl sind wir weit entfernt. Doch wir müssen beim Waldumbau Tempo aufnehmen. Mir scheint, dass das Umweltministerium die Dringlichkeit der Situation nicht richtig erfasst“, so Benjamin Raschke. Auf der letzten Sitzung des Umweltausschusses Anfang Juli habe Umweltminister Jörg Vogelsänger deutlich gemacht, dass er derzeit keine Möglichkeit sehe, das Tempo beim Waldumbau zu erhöhen.

Waldbrand-Rekord in Brandenburg

Nach Angaben des Umweltministeriums führt Brandenburg seit vielen Jahren die Waldbrand-Statistik in Deutschland an. Und die Brände nehmen zu: In den ersten sieben Monaten des Jahres hat es bereits rund 220-mal gebrannt, im gesamten vergangenen Jahr insgesamt nur 120-mal. Bei den Bränden dieses Jahr wurden fast 300 Hektar geschädigt wurden, wie der Waldbrandschutz-Beauftragte des Landes, Raimund Engel, sagte. 2014 seien es knapp 27,4 Hektar. Als "Waldbrandsaison" gilt die Zeit von März bis Ende September.

Kamera-Überwachung der Wälder

Ein Drittel der Brandenburger Landesfläche, also rund 1,1 Millionen Hektar, sind Waldgebiete. Die Wälder werden mit mehr als hundert Kameras überwacht, die jegliche Rauchentwicklung registrieren. In den Wäldern ist jedes offene Feuer in Wäldern verboten.

Von MAZonline

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