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Brandenburg Die Baustellen der Bildungsministerin
Brandenburg Die Baustellen der Bildungsministerin
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07:14 03.01.2018
Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) Quelle: Enrico Kugler
Potsdam

Fachkräftemangel, Kitabeiträge und Inklusion: Es gibt einfachere Aufgaben als die einer Bildungsministerin. Am Freitag ist Britta Ernst 100 Tage Ressort-Chefin im Land Brandenburg. Demnächst will sie auf einer Pressekonferenz ihre Ziele benennen. Wir geben jetzt schon einen Überblick, welche Baustellen die neue Bildungsministerin im Blick behalten muss.

Gebührenchaos bei Kita-Plätzen

Damit Brandenburgs Kinder startklar für die Zukunft sind, ist es wichtig, dass es bereits in den Kitas gut läuft. Doch Kinderbetreuung gibt es in Brandenburg zurzeit weder kostenlos noch zum Einheitspreis: Je nach Kommune müssen Eltern für die gleiche Leistung höchst unterschiedliche Gebühren bezahlen. Selbst Experten durchschauen dieses Gebührenchaos nicht, Richter rügen die Willkür. Die Höhe der Kita-Beiträge hängt vor allem vom Wohnort ab, was oft ungerecht ist. So kann es sein, dass Eltern in der einen Kommune höhere Beiträge zahlen als in der benachbarten – und das für die gleiche Betreuungsleistung. Wenn die neue Bildungsministerin das Vertrauen der Eltern gewinnen will, muss sie für rechtmäßige Kita-Satzungen sorgen.

Finanzielle Entlastung für Eltern und Erziehermangel

Nach bisherigen Plänen der rot-roten Landesregierung soll das letzte Kita-Jahr vor der Einschulung kostenlos werden. Das weithin anerkannte Argument: Gebühren sollten kein Hindernis für den Kindergartenbesuch darstellen. Parallel sollte die Qualität der Betreuung nicht leiden, denn die Bezugspersonen in den Kindergärten sind vor allem für die Allerkleinsten eine große Stütze. Zwar hat sich die personelle Betreuungssituation in märkischen Kitas inzwischen leicht verbessert, doch es fehlen nach wie vor dringend Erzieher. Die vorhandenen klagen vielerorts über Überlastung. Hier sollte Geld für mehr Erzieher und ihre Ausbildung fließen.

Lehrermangel an Brandenburgs Schulen

Der Mangel an Lehrern ist auch in Brandenburg ein Problem. Das Land wird mit voller Wucht von einer Pensionierungswelle getroffen und die Schülerzahlen steigen weiter. Vielerorts unterrichten Quereinsteiger ohne Lehramtsstudium, was Bildungsexperten kritisch sehen. Sie fürchten, dass der Quer- und Seiteneinstieg zulasten der Unterrichtsqualität geht. Jeder fünfte neue märkische Lehrer ist inzwischen kein ausgebildeter Pädagoge. Brandenburgs neue Bildungsministerin muss nun darlegen, wie sie dem Lehrermangel in Zukunft beikommen will. Ein erster Schritt ist mit der von Britta Ernst neu gegründeten Demografie-Kommission getan. Die Expertengruppe will angesichts aktueller Prognosen analysieren, wie sich Brandenburgs Schulen für die Zukunft rüsten können.

Gemeinsam lernen – mit und ohne Einschränkungen

Dass alle Behinderten die bestmögliche Bildung erhalten, ist der Ministerin nach eigener Aussage wichtig. Ob das gelingt, hängt davon ab, wie das Inklusionsprojekt voranschreitet. Das „gemeinsame Lernen“ nimmt in Brandenburg langsamer als in anderen Bundesländern Fahrt auf. Viele Lehrer fühlen sich alleingelassen, Förderschulen werden geschlossen und Eltern klagen über fehlende Lehrkräfte. Die Bildungsministerin muss den gemeinsamen Unterricht von Behinderten und Nichtbehinderten beschleunigen, indem sie die Schulen personell besser ausstattet.

Das digitale Klassenzimmer

Fünf Milliarden Euro wollte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) vor einem Jahr in den kommenden fünf Jahren an Schulen ausreichen. Noch ist nichts an Brandenburg geflossen. Experten schätzen, dass nur 20 bis 30 Prozent der märkischen Schulen gut auf das digitale Zeitalter vorbereitet sind. Das liegt zum einen an der nicht zeitgemäßen IT-Ausstattung und am schlechten Empfang: Gerade mal die Hälfte der 714 märkischen Schulen hatten 2016 ein WLAN-Netz. Auch ist es noch kein Selbstverständnis, dass Lehrer digitale Medien täglich in ihrem Unterricht nutzen. Es fehlen pädagogische Konzepte. Auch Datenschützer sehen Handlungsbedarf: Sollten Schüler ihre eigenen Geräte im Unterricht nutzen müssen, droht aus ihrer Sicht Gefahr, dass private und schulische Daten verschwimmen.

Von Diana Bade

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