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Brandenburg Heimweh nach Brandenburg
Brandenburg Heimweh nach Brandenburg
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08:58 02.05.2014
Noch pilgern sie nicht in Scharen, aber es gibt einen Trend, dass viele zurück in die märkische Heimat kehren. Quelle: dpa
Potsdam

Ausgewanderte Brandenburger zieht es immer häufiger zurück in die Mark. Das zeigen Zahlen des Potsdamer Arbeitsministeriums und Erfahrungen von Rückkehrer-Initiativen. Laut Arbeitsministerium haben sich die Klickzahlen auf der Webseite „www.fachkrae fteportal-brandenburg.de“, die sich an Rückkehrer richtet, um fast 50 Prozent erhöht. So wurde im ersten Quartal dieses Jahres durchschnittlich 8300 Mal pro Monat auf die Seite zugegriffen, 2013 waren es 5600 Mal. Die meisten Besucher aus Ländern außerhalb von Brandenburg und Berlin stammten demnach aus Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. „Immer mehr erkennen, dass Brandenburg sich zu einem Land entwickelt hat, in dem es sich gut leben, wohnen und arbeiten lässt“, so Arbeitsminister Günter Baaske (SPD).

Das registriert auch die Willkommensagentur Uckermark, die potenzielle Rückkehrer bei der Suche nach Job, Wohnung oder Kitaplatz berät. „Die Nachfrage übersteigt unsere Erwartungen deutlich“, sagt Mitarbeiterin Stephanie Neumann. 200 Personen hätten sich an die Agentur gewandt, 30 von ihnen seien heimgekehrt. Stephanie Auras von der Initiative „Comeback Elbe-Elster“ erhält mehrere Anfragen monatlich von Brandenburgern, die ihre Fühler wieder gen Heimat ausstrecken. Die Initiative „Boomerang Lausitz“, die es seit mehr als sechs Jahren gibt, zählt zirka 15 Interessenten monatlich.
Statistische Angaben zu Rückkehrern gibt es nicht, eine Studie des Leipziger Leibniz-Instituts für Länderkunde bestätigt jedoch den Trend: Demnach ist die Rückkehrerrate im Zeitraum 2006 bis 2010 verglichen mit dem Zeitraum 2001 bis 2005 in fast allen Brandenburger Kreisen und kreisfreien Städten gestiegen. In Oberhavel, dem märkischen Spitzenreiter, lag sie beispielsweise bei 10,8 Prozent, zuvor waren es nur 5,8 Prozent. Ein Indiz könnte auch die seit Jahren wachsende Zahl der Zuzüge in die Mark sein – 2012 betrug sie 64 993, 2007 noch 60 903.

Die Familie zieht an

Hauptmotiv der Rückkehrwilligen: die Nähe zur Verwandtschaft. „Gerade junge Familien wollen zurück zu den Eltern und Großeltern“, sagt Stephanie Neumann. Nicht immer allerdings sei die Jobsuche auf Anhieb erfolgreich. „Viele Interessierte sind auch im Wartemodus, weil sie keine Anstellung finden.“ Wieder andere machten sich selbstständig – so wie Arne Roßberg. Der gebürtige Templiner verließ die Uckermark als 13-Jähriger, um auf ein Sportgymnasium zu gehen und später zu studieren, und kehrte mit 34 zurück, um ein Sportstudio zu eröffnen. „Ich wohne, wo andere Urlaub machen“, sagt er.
Steffen Sickert von der Initiative „Boomerang Lausitz“ schätzt, dass das Rückkehrer-Potenzial größer ist als bislang angenommen. Rund die Hälfte der von ihm beratenen Rückkehrwilligen machten einen Rückzieher, weil die Bezahlung in Ostdeutschland nach wie vor weit unter Westniveau liege. „20 Prozent Einbußen würden die meisten in Kauf nehmen, aber ab 30 Prozent hört es auf“, sagt Sickert. Außerdem sollte das Land die Bemühungen um die ausgewanderten Landeskinder besser koordinieren, findet Sickert. „Es gibt viele regionale Initiativen, aber keinen zentralen Ansprechpartner, das ist nicht nachhaltig.“

Von Angelika Pentsi

ADRESSEN FÜR RÜCKKEHRER

  • Das Fachkräfteportal Brandenburg ist 2012 auf Initiative des Arbeitsministeriums an den Start gegangen und richtet sich vor allem an potenzielle Rückkehrer.
  • Weitere regionale Initiativen , die sich um Rückkehrwillige aus ihrem jeweiligen Bereich kümmern, findet man ebenfalls auf der Webseite des Landes.
  • Internet: www. fachkraefteportal-brandenburg.de

Kommentar: Eine Riesenchance

Angelika Pentsi zu "Rückkehrer"

Rückkehrwillige Brandenburger sind eine Riesenchance für das Land – die noch entschiedener wahrgenommen werden sollte als bislang. Glaubt man Bevölkerungsprognosen, drohen demnächst ganze Landstriche auszubluten. In den Betrieben wird landauf, landab der Fachkräftemangel beklagt. Da sind Rückkehrer natürlich herzlich willkommen. Und der Wille ist da.

Immer mehr Landeskinder zieht es zurück in ihre Heimat. Viele, die einst weggegangen sind, um zu studieren oder die Welt zu sehen, sehnen sich spätestens mit Familiengründung nach dem Ort ihrer Kindheit und dem sozialen Netzwerk von einst. Doch eine Migration mit Kind und Kegel ist nicht mal eben so entschieden und umgesetzt. Deshalb ist es gut, dass das Fachkräfteportal des Landes sowie regionale Initiativen versuchen, Rückkehrwilligen den Weg zu ebnen. All der bürokratische Wust, der auf eine umziehende Familie zukommt, erscheint so gleich weniger dramatisch.

Doch eine Hürde vermag auch jede noch so hilfreiche Initiative nicht aus dem Weg zu räumen: Zwar sind viele Rückkehrwillige bereit, Einkommenseinbußen in Kauf zu nehmen. Aber irgendwo ist schlicht die Schmerzgrenze erreicht, Heimat hin oder her. Brandenburger Betriebe werden also nicht umhinkommen, besser zu zahlen, wenn sie ihre Stellen auch künftig besetzen wollen.

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