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Gute Aussichten für neue Jobs in Brandenburg

Herbstumfrage der IHK Potsdam: Regionale Wirtschaft wächst Gute Aussichten für neue Jobs in Brandenburg

Brandenburgs Wirtschaftskapitäne rüsten auf, auch wenn internationale Krisen immer mehr auf die Stimmung in deutschen Unternehmen durchschlagen. Jedes dritte Unternehmen in Westbrandenburg will neues Personal einstellen. Das ergab die Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam.

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32 Prozent der westbrandenburgische Unternehmen wollen neue Jobs schaffen.

Quelle: Robert Schlesinger

Potsdam. „Das Geschäftsklima ist so gut wie noch nie“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Mario Tobias am Montag bei der Vorstellung der Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage. Demnach wuchs der Geschäftsklima-Index im Kammerbezirk auf einen neuen Höchststand von 122,6 Punkten – 0,4 Punkte mehr als vor dem Ausbruch der weltweiten Banken- und Wirtschaftskrise 2007.

Mit einem Anteil von 32 Prozent wollen so viele westbrandenburgische Unternehmen wie zuletzt vor dreieinhalb Jahren neue Jobs schaffen. 54 Prozent planen, die Belegschaft konstant zu halten. Lediglich 14 Prozent erwägen Entlassungen. Ihr Personal aufzustocken, kündigten vor allem Industriebetriebe (42 Prozent) an. Auch im Baugewerbe geht es aufwärts. Wollten zuletzt lediglich 3 Prozent der Chefs in der Krisenbranche neue Jobs schaffen, sind es nun 19 Prozent. „In der Branche brummt das Geschäft wieder“, sagte Tobias angesichts der zahlreichen gewerblichen und privaten Bauprojekte im Berliner Umland.

Trotz des von Branchenverbänden beklagten massiven Auftragseinbruchs im Sommer beurteilen die märkischen Baufirmen laut IHK-Umfrage ihre derzeitige wirtschaftliche Lage mehrheitlich als gut (63 Prozent). Ähnlich positiv sehen sich die Industriebetriebe (52 Prozent), während sich Handel (45 Prozent) und Dienstleister (44 Prozent) verhaltener äußerten.

Bei den Zukunftsaussichten zeigt sich ebenfalls ein zweigeteiltes Bild. 82 Prozent der Baubetriebe erwarten eine anhaltend gute Konjunktur. 14 Prozent versprechen sich sogar eine Verbesserung. Noch mehr Optimismus herrscht im Dienstleistungssektor, wo sich 28 Prozent der Firmen bessere Geschäfte versprechen. Der Handel hofft darauf, weiterhin von der positiven Binnennachfrage zu profitieren. Allerdings sorgen sich im Besonderen Einzelhändler um die wachsende Konkurrenz aus dem Internet und die anstehenden Mehrbelastungen durch den Mindestlohn.

Getrübt wird die Stimmung durch die andauernde politische Krise in der Ukraine und die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Russland, was sich negativ auf das Exportgeschäft auswirkt. Infolge der Spannungen war der Dax zuletzt auf ein Zwölfmonatstief gesunken. Die Bundesregierung musste ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum dämpfen.

„Der Abschwächungstrend ist in Westdeutschland wegen der größeren Exportorientierung stärker“, sagte Manfred Wäsche, Wirtschaftsexperte der IHK Potsdam. Im Kammerbezirk Ostbrandenburg hingegen sind die Export-Ängste stärker zu spüren. Dort verlor der Geschäftsklima-Index 15 Punkte.

MAZ-KOMMENTAR

Bloß keine Panik
Nach der Krise ist vor der Krise. Kaum hat sich die Wirtschaft hierzulande vom epochalen Bankencrash anno 2007 und dessen Ausläufer, der Euro-Krise, einigermaßen erholt, droht abermals Ungemach.

Russlands Präsident Putin macht in der Ukraine Ärger, der Westen reagiert mit Sanktionen. Also trübt sich bei den Exporteuren die Stimmung ein. Auch die Wahlgeschenke der Großen Koalition in Berlin – Mindestlohn, Mütterrente und Rente mit 63 – rufen bei Wirtschaftsvertretern Skepsis hervor.

In Brandenburg ist davon allerdings noch wenig zu spüren, wie die Herbst-Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam belegt. Zu positiv sind die Rahmendaten. Die Wirtschaft wächst (wenn auch künftig schwächer als bisher gedacht), die Arbeitslosenzahlen schrumpfen (ebenso). Monat für Monat schaffen Firmen mehr neue Jobs, als anderswo wegfallen. Die Binnenkonjunktur brummt, die Spritpreise sinken. Und die anhaltend niedrigen Zinsen dürfen zumindest die Verbraucher erfreuen.

Von welcher Krise ist da die Rede? Demnächst wird sich zeigen, wie teuer die Wirtschaft die Krise in Osteuropa und die Geschenke von Schwarz-Rot tatsächlich zu stehen kommen. Bis dahin besteht allerdings kein Grund zur Panik. Die märkischen Unternehmer machen’s vor.

Von Bastian Pauly

Ifo-Index auf tiefstem Stand seit Ende 2012

Der Ifo-Geschäftsklimaindex sank im Oktober zum sechsten Mal in Folge und erreichte den niedrigsten Stand seit Ende 2012, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut gestern mitteilte. Laut Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags korrigiert die Industrie ihre Exporterwartungen und ihre Investitionspläne nach unten.

Der Ifo-Index, der auf rund 7000 Unternehmensmeldungen basiert, sank von 104,7 Punkten im September auf 103,2 Punkte im Oktober. Einen niedrigeren Stand registrierte das Ifo-Institut zuletzt im Dezember 2012. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage weniger gut und auch der Ausblick auf die kommenden sechs Monate habe sich weiter eingetrübt, erklärte das Ifo. Deutlich verschlechterte sich demnach das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe; die aktuelle Einschätzung der Lage liegt laut Ifo aber immer noch knapp über dem langfristigen Durchschnitt. Im Bauhauptgewerbe sank der Index hingegen nur minimal und bleibt demnach auf „sehr gutem Niveau“. Die Einzelhändler waren zwar weniger zufrieden mit der aktuellen Geschäftslage, ihre Erwartungen aber hellten sich leicht auf.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben machte für die insgesamt trübe Geschäftslage vor allem die Vielzahl der Krisen verantwortlich. Im Russland-Geschäft sorgten sich Betriebe um ihre Aufträge. Auch der Krieg im Nahen und Mittleren Osten sowie die Ebola-Krise drückten auf die Stimmung. Die Entwicklung der Exporte in der EU werde durch die schwache Entwicklung in Italien und in Frankreich gebremst. Aber auch die Inlandsnachfrage beurteilten die Unternehmen wieder skeptischer, erklärte der DIHK. Gerade in der Industrie sei der Optimismus verflogen, Handel und Dienstleistungen schraubten ihre Erwartungen ebenfalls zurück.

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