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Quereinsteiger wollen gleiches Gehalt für alle Lehrer

Lehramt in Brandenburg Quereinsteiger wollen gleiches Gehalt für alle Lehrer

Wer ohne Lehramtsabschluss unterrichtet, kann nach niedrigerem Tarif bezahlt werden. Seiteneinsteiger fühlen sich ungleich behandelt. Vor allem dann, wenn sie plötzlich schlechter vergütet werden, als es bei ihrer Einstellung der Fall war.

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Immer mehr Quereinsteiger unterrichten in Brandenburgs Klassenzimmern.

Quelle: Peter Geisler

Potsdam. Der Arbeitsmarkt für Lehrer ist wie leer gefegt. Das Land Brandenburg buhlt mit anderen Ländern um neue Lehrer und will den Mangel mit Quereinsteigern ohne Lehramtsabschluss ausgleichen. Doch hierzulande erleben Akademiker, die den Schritt bereits gewagt haben, zurzeit eine Überraschung: Sie sollen rückwirkend deutlich schlechter vergütet werden, als es bei ihrer Einstellung der Fall war.

Nach MAZ-Informationen haben mehrere betroffene Seiteneinsteiger in den vergangenen Wochen Post vom Staatlichen Schulamt erhalten. Bei den Betroffenen handelt es sich um Hochschulabsolventen, die an der Universität Informatik oder Politikwissenschaft studiert haben, jedoch im Klassenzimmer ein anderes Fach unterrichten. In dem Schreiben, das der MAZ vorliegt, werden die Quereinsteiger darüber informiert, dass sie in eine niedrigere Besoldungsstufe eingestuft werden, weil die ursprüngliche Eingruppierung „fehlerhaft“ war.

Quereinsteiger wollen Gehaltseinbußen nicht hinnehmen

Seiteneinsteiger wie der Grundschullehrer Claus Wiemann (Name von der Redaktion geändert) fühlen sich deshalb ungleich behandelt. „Wir sind als Lehrer eingestellt, haben dieselben Fächer, denselben Stundenumfang und dieselben Schüler wie Lehramtsstudierte. Das alles traut das Land Brandenburg uns zu. Nur bezahlen will es uns dafür nicht“, kritisiert er und hat sich aus diesem Grund mit weiteren Betroffenen zusammengeschlossen.

Bevor der Brandenburger im August vergangenen Jahres zum ersten Mal vor einer Klasse stand und den Grundschülern Deutsch, Mathe, Sachunterricht, Erdkunde und Geschichte beibringen sollte, hatte er keinerlei Lehrerfahrung. Nach seinem Studium der Sozialwissenschaften machte er sich zunächst selbstständig, bis er den Lehrerberuf für sich entdeckte.

Er bewarb sich auf eine Stelle, die das Land Brandenburg nach dem Tarifrecht im öffentlichen Dienst in der Besoldungsstufe E 11 ausgeschrieben hatte. Angeboten wurde dem Quereinsteiger eine Besoldung in der Stufe E 10 (3018 Euro brutto). Dies habe er mit Hinblick auf seinen Quereinstieg akzeptieren müssen. Doch dass er dem Schreiben des Schulamtes zufolge nun in die noch niedrigere Besoldungsgruppe E 9 eingestuft wird, empfindet er als „Unverschämtheit“, zumal sich die monatlich 300 Euro weniger auf dem Konto deutlich bemerkbar machen würden. Gemeinsam mit seinen Kollegen will der Seiteneinsteiger nun auf das Problem aufmerksam machen.

Ministerium: „Der überwiegende Teil ist richtig eingestuft“

Das Brandenburger Bildungsministerium teilt auf MAZ-Anfrage mit, dass es sich bei den vom Schulamt angeschriebenen Quereinsteigern um „Ausnahmefälle“ handele. „Der überwiegende Teil der Lehrkräfte ist richtig eingestuft“, sagt Ministeriumssprecher Ralph Kotsch. Auf der anderen Seite gebe es auch Nicht-Pädagogen, die in ihrer Gehaltsstufe rückwirkend höhergestuft werden, wenn es dies erfordert. Dass es zu Fehlern bei Abschluss des Vertrags gekommen sei, habe damit zu tun, dass in jedem Fall eine Reihe von Voraussetzungen geprüft werden müssen. Je nachdem, welche Ausbildung der Neuling vorweist, erfolgt die Eingruppierung. Hinzu kommt, dass die fachlichen Inhalte des Studiums weitgehend den Inhalten eines Lehramtsstudiums entsprechen müssen. „Eine vorläufige Eingruppierung ist nicht unüblich“, erklärt Kotsch.

Das bestätigt auch die Brandenburger Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). „Es handelt sich nicht um eine moralische Frage, sondern darum, ob die Quereinsteiger tarifrechtlich richtig eingestuft sind“, sagt GEW-Chef Günter Fuchs. Entscheidend seien die Abschlüsse und das Tätigkeitsfeld des jeweiligen Lehrers. „Aus Sicht der Betroffenen ist das vielleicht nicht gerecht, aber für Lehrer, die über zig Jahre auf Lehramt studiert haben, ist es das schon“, so Fuchs.

Von Diana Bade

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