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Brandenburg Brandenburg: Trendwende bei Schlaglöchern?
Brandenburg Brandenburg: Trendwende bei Schlaglöchern?
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19:49 14.03.2018
Neue Straßenbau-Projekte bedeuten auch immer Baustellen und Verkehrsstaus: 2018 sollen über 150 Projekte abgeschlossen werden. Quelle: DPA
Potsdam

Über viele Jahre fiel in Brandenburg der Straßenbau dem „Rotstift“ im Landeshaushalt zum Opfer. Mit fatalen Folgen: An vielen Orten wurden Straßen, Wege, Ortsdurchfahrten und Radstrecken marode. Inzwischen steuerte die Landesregierung um. In diesem Jahr erwartet Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) zwar noch keine vollständige Trendwende, wie sie sagte, aber zumindest den „Start“ zu einer solchen Wende hin.

Insgesamt wird es 153 Straßenbau-Projekte im Land geben, die in diesem Jahr abgeschlossen werden sollen. Das reicht vom achtstreifigen Ausbau der Autobahn an den Dreiecken Potsdam und Nuthetal bis zum Bau der Ortsumfahrung Bresse (Prignitz). Die Mittel dafür steigen von 450 Millionen Euro im vorigen Jahr auf 482 Millionen Euro für dieses Jahr – davon kommen 159 Millionen vom Land, der Rest vom Bund. Mit Erhöhungen des Landes und des Bundes im Laufe des Jahres wurden bis Dezember sogar 505 Millionen Euro ausgegeben. Schneider rechnet auch in diesem Jahr damit, dass sich der Etat auch in diesem Jahr weiter erhöht.

Im Fokus stehen auch in diesem Jahr die Beseitigung der Schäden durch Betonkrebs (Alkali Kieselsäure Reaktion, AKR). Verdachtsfälle ging es im Land auf 252 Kilometern . Betroffen sind unter anderem die A 2 von Berlin nach Hannover, die A 9 nach Leipzig und die A 24 nach Hamburg. Mit einer Beseitigung der Schäden rechnet der Chef des Landesbetriebs Straßenwesen, Albrecht Klein, nicht vor dem Jahr 2030, wie er sagte.

Bei den Bundesstraßen soll in diesem Jahr unter anderem mit dem Ausbau an der B 101 von Elsterwerda nach Bad Liebenwerda und der B 102 zwischen der A 2 und Schmerzke, einem Ortsteil von Brandenburg an der Havel, begonnen werden. Neu gebaut werden sollen Radwege an 20 Abschnitten von Bundes- und Landesstraßen.

Große Hoffnung wird in das sogenannte 100-Millionen-Euro-Programm des Landes gelegt, das bis zum Ende der Wahlperiode 2019 aufgelegt wurde. Es soll für die Sanierung vor allem von Ortsdurchfahrten verwandt werden. Das Land stellt den Kommunen in diesem Jahr für den Straßenbahn zusätzlich Geld aus dem Nachtragshaushalt zur Verfügung, sagte Schneider. Damit könnten Rad- und Gehwege gebaut oder Kreis- und Gemeindestraßen saniert werden. Der Bürgermeister von Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz), Andreas Fredrich (SPD), begrüßte die Kooperationen. Wichtig sei es, bei den Projekten wie Ortsdurchfahrten an Landesstraßen die betroffenen Bürger mitzunehmen. Als Beispiel, wo dies gelungen sei, nannte er Hosena, ein Ortsteil von Senftenberg. Anlieger hätten sogar auf die Baustellen kommen und sich dort informieren können. Die Stadt beteiligte sich mit knapp 800 Millionen Euro an dem Vorhaben, das rund vier Millionen Euro kostete.

Hin und wieder dauert ein solches Projekte auch länger, wie der Bau der Ortsdurchfahrt in Dahme/Mark (Teltow-Fläming). Die Bauarbeiten laufen bereits seit neun Jahren. Straßenbau-Chef Klein begründete die lange Bauzeit mit einem „in der Regel erhöhten Planungsaufwand“ bei Ortsdurchfahrten im Vergleich zu einer einfachen Strecke. „Wir wollen die Anwohner von Dahme nicht quälen, aber der Aufwand ist während der Baumaßnahme groß.“ Wie ein Mitarbeiter des Landesbetriebs ergänzte, musste in Dahme erst die komplette Entwässerung durch Errichtung eines Regenrückhaltebeckens in der Ortslage vorgenommen werden. „Der ganze unterirdische Raum musste neu organisiert werden.“ Deshalb sei Schritt für Schritt gebaut worden, zudem musste darauf geachtet werden, dass die Geschäfte für Bürger weiter zugänglich waren.

Der Landesbetrieb Straßenwesen (LS) hat nach Angaben von Vorstandschef Klein derzeit rund 2000 Mitarbeiter. Darunter sind 400 Stellen des Bundes, vor allem bei den Autobahnmeistereien. Derzeit gebe es Gespräche mit dem Bund, sagte Ministerin Schneider. Der Bund plant derzeit die Gründung einer eigenen Autobahngesellschaft, die für Planung, Bau und Erhalt der Autobahnen zentral zuständig sein soll. Die Länder müssen Kompetenzen und Stellen abgeben. Man sei in den Gesprächen aber noch nicht so weit wie erhofft, sagte Schneider. Aus ihrer Sicht muss der Landesbetrieb langfristig zwischen 1500 und 1600 Mitarbeitern haben. Sie begrüßte das kürzlich vom Kabinett beschlossene Stellen-Moratorium. So könnten künftig leichter befristete in unbefristete Stellen umgewandelt und auch Nachwuchs gewonnen werden.

Von Igor Göldner

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