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Brandenburg In Brandenburg gab es 400 Behandlungsfehler
Brandenburg In Brandenburg gab es 400 Behandlungsfehler
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11:16 22.01.2014
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Berlin

Falsche Medikamente, infizierte Wunden, missglückte Operationen: Rund 19.000 Patienten sterben in Deutschlands Kliniken jedes Jahr aufgrund von Behandlungsfehlern, fünfmal mehr als im Straßenverkehr. Dies geht aus dem AOK-Krankenhaus-Report 2014 hervor, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. AOK-Vorstand Uwe Deh forderte als Konsequenz mehr Transparenz über die Qualität der einzelnen Kliniken, eine offene Fehlerkultur und eine stärkere Spezialisierung der medizinischen Versorgung an weniger Standorten. Die Bundesärztekammer warf dem Krankenkassenverband vor, das wichtige Thema Patientensicherheit für eigene politische Interessen zu missbrauchen. Auch die Deutsche Krankenhaus Gesellschaft (DKG) warnte vor einer Verunsicherung der Patienten.

Der AOK-Report beruft sich auf Untersuchungen des Aktionsbündnisses Patientensicherheit und des zuständigen Sachverständigenrats aus dem Jahr 2007: Danach kommt es bei fünf bis zehn Prozent aller Krankenhausbehandlungen zu einem „unerwünschten Ereignis“, das in jedem zweiten Fall vermeidbar gewesen wäre. Bei gut einem Prozent aller Fälle ist die Ursache nach Schätzung der Experten ein Behandlungsfehler – bei rund einem Promille ist der Fehler der ärztlichen Teams tödlich. Hochgerechnet auf die aktuellen Patientenzahlen wären das rund 19.000 Todesfälle im Jahr.

Der AOK-Krankenhaus-Report sucht nach Ursachen für „unerwünschte Ereignisse“ und belegt unter anderem, dass die Qualität einer Behandlung etwas mit der Häufigkeit der Eingriffe zu tun hat. Unter anderem wurden die Daten über den Einsatz von künstlichen Hüftgelenken von 2009 bis 2011 ausgewertet. Danach ist das Risiko einer erneuten Operation in Kliniken, die höchstens 44 Hüftgelenke im Jahr austauschten, um 37 Prozent höher als in Häusern, die mindestens 201 Operationen im Jahr durchführten. „Vieles spricht dafür, dass mit steigender Erfahrung und Routine bessere Ergebnisse erzielt werden“, so Jürgen Klauber, Mitautor des Reports.

Zu einem ähnlichen Befund kommt der Report bei der Versorgung von Frühchen mit weniger als 1250 Gramm Geburtsgewicht. Danach steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Babys sterben, auf kleinen Klinikstationen (mit weniger als 15 Fällen im Jahr) um 87 Prozent im Vergleich mit Kliniken, die mehr als 45 Frühchen im Jahr versorgen. Bereits seit Jahren wird um verpflichtende Mindestfallzahlen vor Gerichten gestritten.

Als Konsequenz der Untersuchung forderte AOK-Vorstand Deh eine Modernisierung der Krankenhausplanung. Es sei nicht vertretbar, dass viele Krankenhäuser versuchten, sich zu „kleine Universitätskliniken“ zu entwickeln, um finanziell zu überleben, kritisierte Deh. Es gehe nicht vorrangig um Schließung einzelner Häuser, sondern um Spezialisierung des medizinischen Angebots entsprechend des Bedarfs in der Region. Er lobte die Vereinbarung der Koalition, eine Krankenhausreform auf den Weg zu bringen und einen Strukturfonds zur Unterstützung von Versorgungszentren in ländlichen Regionen einzurichten. Aber dies könne nur ein erster Schritt sein. Die Krankenkassen müssten stärker in die Lage versetzt werden, ihre Patienten in die besten Krankenhäuser zu lotsen.

DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum verwies am Dienstag auf „höhere Sicherheitsstandards“ der Kliniken. So gebe es etwa Systeme zur Meldung kritischer Vorfälle, Checklisten oder Zählkontrollen vor Operationen. „Fehler passieren, auch in der Medizin“, erklärte Ärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery. Jeder Fehler sei „ein Fehler zu viel“. Die Ärzteschaft sei das Problem aber „frühzeitig und offensiv“ angegangen.

SPD und Union verwiesen auf Vorhaben der Koalition zur Verbesserung der Qualität. So soll ein Institut gegründet werden, das die Daten zur Qualität der Krankenhäuser auswertet, um künftig besser gute von schlechten Häusern unterscheiden zu können.

Von Gabi Stief

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