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Eltern gegen Schulstart mit fünf Jahren

Rekord bei Rückstellungen Eltern gegen Schulstart mit fünf Jahren

Eine Initiative von Müttern aus Elbe-Elster hat 32.500 Unterschriften gegen eine Einschulung mit fünf Jahren gesammelt. Das Bildungsministerium hat eine Änderung des Stichtags jedoch abgelehnt. Nun erhält die Initiative neuen Aufwindung: Immer mehr Eltern stellen einen Antrag auf Rückstellung.

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Schulstart schon mit fünf Jahren? Für einige zu früh.

Quelle: FOTO: FOTOLIA

Potsdam. Der Ernst des Lebens kann warten: Immer mehr Brandenburger Eltern stellen den Antrag, ihr schulpflichtiges Kind ein Jahr länger in der Kita zu lassen. Zum aktuellen Schuljahr wurden nach Angaben des Landeselternrates 3188 Rückstellungsanträge gestellt. Demnach hielten 15,2 Prozent der Eltern ihr Kind noch nicht für schulreif – das ist ein neuer Rekord. Im Vorjahr lag die Quote laut Elternrat noch bei 13,9 Prozent.

„Wir sehen darin eine Bestätigung der Forderung nach Verschiebung des Einschulungsstichtages vom 30.9. auf den 30.6“, sagt Elternratssprecher Wolfgang Seelbach. Eine Initiative von Müttern aus Elbe-Elster hatte eine Kampagne gegen die Früheinschulung mit fünf Jahren gestartet und landesweit 32 500 Unterschriften gesammelt. Bildungsminister Günter Baaske (SPD) lehnte eine Vorverlegung des Stichtags jedoch ab.

Rückstellungsanträge lassen sich inzwischen leichter stellen

Aus Zahlen des Ministeriums geht hervor, dass 68,2 Prozent der Anträge für Kinder gestellt wurden, die zwischen dem 1. Juli und dem 30. September geboren wurden und von einer Stichtagsänderung profitiert hätten. Minister Baaske hält trotzdem am 30. September fest. Kinder, die bis zu diesem Datum sechs Jahre alt sind, müssen zur Schule. „Wir sind dem Elternwunsch gefolgt, indem wir das Antragsverfahren vereinfacht haben“, sagte er am Dienstag der MAZ. Insgesamt wurden 94,9 Prozent der Rückstellungsanträge auch genehmigt. Eltern müssen inzwischen nicht mehr zum Psychologen, um eine Rückstellung zu begründen. Es sei klar, dass dadurch die Zahl der Anträge steige, so Baaske. Das nun als Begründung für den erneuten Wunsch nach einer Stichtagsverlegung anzuführen, sei „etwas hinterhältig“.

„Die Zahlen sprechen eine klare Sprache“, sagt hingegen Gordon Hoffmann, bildungspolitischer Sprecher der CDU, die die Elterninitiative unterstützt hatte. Kinder sollten erst mit sechs Jahren eingeschult werden – außer Eltern wünschten sich individuell für ihr Kind einen früheren Start.

Auch die Linke hält sechs für das bessere Einschulungsalter

Selbst der Koalitionspartner ist nicht auf Baaske-Linie. „Sechs ist das bessere Alter für die Schule“, sagt auch die Bildungspolitikerin der Linken, Kathrin Dannenberg. Der September-Stichtag sei für sie „nicht in Stein gemeißelt“. Das Antragsverfahren zu vereinfachen, sei ein Kompromiss gewesen. Nun müsse man sich genau anschauen, wie sich die Früheinschulungen auswirken und welche Karrieren die Schüler gemacht haben, die bereits als Fünfjährige eingeschult wurden.

Von Marion Kaufmann

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