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Brandenburg beklagt immer mehr Verkehrstote

Verkehrsunfallbilanz Brandenburg Brandenburg beklagt immer mehr Verkehrstote

Am Wochenende hat es 366-mal auf Brandenburgs Straßen gekracht. Besorgniserregend sind aber vor allem die Zahlen aus dem vergangenen Jahr. Die Unfallbilanz 2015 zeigt: Rein rechnerisch kam in Brandenburg jeden zweiten Tag ein Mensch im Straßenverkehr ums Leben. Das ist bundesweit – bezogen auf die Einwohnerzahl – die traurige Spitze.

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Quelle: dpa

Potsdam. Bei Verkehrsunfällen sind am Wochenende in Brandenburg 52 Menschen verletzt worden. Insgesamt gab es von Freitag bis Sonntag 366 Unfälle, wie die Polizei am Montag in Potsdam mitteilte. Einen tragischen Unfall gab es mit tödlichem Ausgang, als ein Traktorfahrer mit seinem Landwirtschaftstraktor in einen Graben fuhr.

Erschreckend auch diese Zahl: Rein rechnerisch kam 2015 in Brandenburg jeden zweiten Tag ein Mensch im Straßenverkehr ums Leben. In absoluten Zahlen waren es laut Verkehrsunfallbilanz 179 - gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 29 Prozent. Bezogen auf eine Million Einwohner liegt die Mark mit 73 Toten bundesweit an der Spitze.

Innenminister Schröter: Entwicklung ist besorgniserregend

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) nannte die Entwicklung am Montag besorgniserregend. „Es kann und darf uns nicht gleichgültig lassen, wenn die Zahl der Unfälle in unserem Land steigt und die Wahrscheinlichkeit, bei einem Verkehrsunfall zu Tode zu kommen, deutlich zunimmt“, sagte er bei der Vorstellung der Statistik. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle und der Verletzten stieg. Es wurden 80 723 Unfälle registriert, ein Plus von 1,8 Prozent. Insgesamt wurden 10 771 Verletzte erfasst, eine Steigerung um 0,1 Prozent.

Obwohl sich laut Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) kein Muster für diese Entwicklung abzeichnet, ereigneten sich die meisten der dramatischen Unfälle in der zweiten Jahreshälfte. Einen Zusammenhang mit der aktuellen Flüchtlingskrise und der Überlastung der Polizei sind laut Schröter nicht nachweisbar, ausschließen konnte er dies aber auch nicht.

„Die Ressourcen der Polizei können nur einmal vergeben werden“, betonte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. Der Wach- und Wechseldienst sei durch die aktuelle Lage schon sehr belastet. Im Durchschnitt seien derzeit 105 Streifenwagen-Besatzungen täglich im Land unterwegs, 19 weniger als angestrebt.

Unfallursache Nummer eins: Raserei

Auswirkungen auf Geschwindigkeitskontrollen und die Überwachung des Güterverkehrs hat dies aber Mörke zufolge nicht. Raserei sei nach wie vor Unfallursache Nummer eins; mehr als jeder zweite tödliche Verkehrsunfall lasse sich darauf zurückführen. Der Polizeichef kündigte in diesem Zusammenhang neue stationäre „Superblitzer“ auf den Autobahnen 10, 11 und 13 an. „Hierdurch können unsere mobilen Teams weiter in die Fläche gehen.“.

Verkehrsministerin Schneider bekräftigte, sie halte an dem Ziel fest, bis zum Jahr 2024 die Zahl der Verkehrstoten auf maximal 100 zu begrenzen. Das gehe aber nur über Prävention. Außerdem begrüßte sie den Vorstoß der Bundesregierung, Kommunen künftig leichter Tempo-30-Zonen vor Schulen oder Kitas einrichten zu lassen. Schneider plädierte zudem vor Schulen für „Elternhaltestellen“, wo sie gefahrlos ihre Kinder absetzen könnten.

Die Linke fordert 0-Promille-Grenze

Die verkehrspolitische Sprecherin Anita Tack der Linksfraktion fordert unterdessen „bessere und wirksame Maßnahmen im Bereich der Verkehrssicherheitsprävention“ – von der Kita über Schule und Ausbildungseinrichtungen bis hin zu den Senioren.

Außerdem fordert sie eine im Gesetz verankerte 0-Promille-Grenze. „Bei 17 getöteten Unfallopfern war die Unfallursache Alkohol. Das zeigt, wie notwendig ein Umdenken, auch auf Bundesebene, ist. Hier handelt es sich nicht um Kavaliersdelikte, sondern um ernste Gesetzesverletzungen“, so Tack. Doch das allein sei noch nicht ausreichend. Der Kontrolldruck müsse ebenfalls erhöht werden, fordert sie.

Von MAZonline und dpa

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