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Brandenburg bekommt Anti-Terror-Einheit

Neue Organisation im Landeskriminalamt Brandenburg bekommt Anti-Terror-Einheit

Im Kampf gegen die Terrorgefahr bündelt die Brandenburger Polizei ihre Kräfte: Sie gründet beim Landeskriminalamt ein neues Dezernat – außerdem hat sie die Spezialeinsatzkräfte aufgerüstet. Denn der potenzielle Gegner ist kriegserfahren.

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Spezialeinsatzkommando.

Potsdam. Im Kampf gegen den Terrorismus bündelt die Brandenburger Polizei ihre Kräfte. Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke hat die Gründung eines eigenen Dezernats zur Aufklärung und Bekämpfung des islamistischen Terrorismus angeordnet. Diese neu geschaffene Organisationseinheit soll mit mehr als 20 Mitarbeitern ab dem 1. November ihre Arbeit aufnehmen, wie die MAZ erfuhr.

In der Behörde versteht man jetzt Arabisch

In dem Dezernat werde es Mitarbeiter geben, die Arabisch sprechen. „Wir denken auch darüber nach, Islamwissenschaftler einzustellen“, sagt der Polizeipräsident. Er rechne damit, dass die terroristische Gefahr ein bleibendes Phänomen der nächsten Jahre bleiben werde. Hinweise erreichen die Polizeibehörden fast täglich. „Die Bereitschaft von Flüchtlingen, uns über Verdächtiges zu informieren, ist stark ausgeprägt“, so Mörke. Meist sei allerdings an den Hinweisen „nichts dran“.

Neue Munition soll mehr Durchschlagskraft haben

Bislang waren Ermittlungen gegen mutmaßliche Islamisten in flexiblen Ermittlungsgruppen geführt worden. „Jetzt schaffen wir feste Stellen, die Kollegen sind nicht auf Abruf dort“, sagt Polizeipräsident Mörke. Die Dezernatsstellen seien im Moment ausgeschrieben.

Materiell hat die Polizei ebenfalls aufgerüstet. So wurde für die Maschinenpistole MP5 die Munition gewechselt, da etwa die Attentäter von Paris stark gepanzerte Sicherheitswesten trugen, gegen die wenig auszurichten gewesen wäre mit den bislang genutzten Geschossen. „Wir haben uns auf die Kriegswaffen von Terroristen eingestellt“, sagt Polizeipräsident Mörke. Die Ausstattung der Spezialeinsatzkommandos mit G36-Sturmgewehren und Titan-Schutzhelmen ist abgeschlossen. Nachtsichtgeräte werden laut Polizeipräsidium gerade beschafft.

Kaukasisches Kalifat hat dem IS die Treue geschworen

Laut dem Verfassungsschutz gibt es in Brandenburg schätzungsweise 70 islamistische Extremisten, von denen 50 als gewaltbereit gelten. Tatsächlich als Gefährder eingestuft ist eine laut Verfassungsschutz „niedrige zweistellige Zahl“. Als solche gelten Islamisten, die im Verdacht stehen, Anschläge zu planen, Nachwuchs rekrutieren oder den Islamischen Staat (IS) aktiv unterstützen. Eine herausgehobene Gruppe bilden in der Mark tschetschenische Asylbewerber, die sich zum sogenannten Kaukasischen Emirat bekennen. Diese Gruppierung hat dem IS die Treue geschworen.

Von Ulrich Wangemann

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