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Brandenburg Brandenburg birgt Todesfallen für Fledermäuse
Brandenburg Brandenburg birgt Todesfallen für Fledermäuse
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13:39 01.06.2015
Quelle: dpa
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Potsdam

An Windrädern in Brandenburg sind seit 2002 mindestens 871 Fledermäuse umgekommen. Die Staatliche Vogelschutzwarte habe verendete Tiere zehn verschiedener Arten registriert, teilte Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mit. In Brandenburg wurden damit bislang bundesweit die meisten Fledermausverluste festgestellt. An zweiter Stelle folgt Niedersachsen mit 273 Funden. Mehr als 200 tote Fledermäuse gab es auch in Sachsen-Anhalt (263) und Sachsen (260).

Nach Angaben der Vogelschutzwarte zeigen diese Zahlen allerdings nur, wie intensiv die Funde in den einzelnen Ländern erfasst werden und wie hoch die Meldebereitschaft ist. Sie verdeutlichen demnach nicht die tatsächliche Problemlage. Wie viele Fledermäuse pro Jahr an deutschen Windrädern zu Schaden kommen, ist unklar. Schätzungen reichen bis zu sechsstelligen Werten.

Experten des Berliner Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) hatten im vergangenen Jahr eine Studie veröffentlicht, wonach nicht nur einheimische Fledermäuse von Rotorblättern erschlagen werden. Demnach stammte mehr als ein Viertel (28 Prozent) der 136 untersuchten Tiere aus einem Verbreitungsgebiet vom Baltikum über Russland und Weißrussland bis nach Polen. Die Tiere waren offenbar auf dem Weg nach Mittel- und Südeuropa. Sie verunglückten an Windkraftanlagen in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Unter den Windrädern finden sich nur Tiere, die sofort umkommen, etwa weil sie Knochenbrüche erlitten oder erschlagen wurden. In anderen Fällen zerreißen innere Organe durch die großen Luftdruckänderungen: Experten sprechen von einem Barotrauma. “Fledermäuse mit mildem Barotrauma sterben jedoch vermutlich nicht sofort, sondern könnten noch einige Minuten oder sogar Stunden weiterfliegen“, sagt Christian Voigt.

In Brandenburg gibt es mehr als 3000 Windräder. Laut Vogelsänger müssen Betreiber von Windkraftanlagen eine Vielzahl von Auflagen zum Schutz der Tiere einhalten. Wenn die Windräder in Gebieten mit besonderer Bedeutung für den Fledermausschutz stehen, müssen sie von Mitte Juli bis Mitte September bei bestimmten Witterungsbedingungen abgeschaltet werden, unter anderem bei niedrigen Windgeschwindigkeiten.

Die Forscher des IZW fordern unterdessen, dass Betriebszeiten der Anlagen besser mit Wanderungszeiten der Fledermäuse abgestimmt werden. Auch müssten die Betriebsgenehmigungen älterer Anlagen geprüft werden. Eventuell wurden sie gebaut, ohne dass Vogelzug und Fledermausrouten berücksichtigt wurden.

Von MAZonline

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