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Brandenburg braucht dringend mehr Erzieherinnen

Bildungsstudie Brandenburg braucht dringend mehr Erzieherinnen

Trotz einiger Verbesserungen ist Brandenburg noch weit entfernt von einer kindgerechten Personalausstattung in den Kitas. Das ist das Ergebnis einer neuen Bertelsmann-Studie. In Wirklichkeit sei die Personalsituation viel schlechter als auf dem Papier. Der Grund: Erzieher sind zu viel mit Bürokratie beschäftigt.

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Der Betreuungsschlüssel hat sich in Brandenburg für jüngere Kinder etwas verbessert.

Quelle: dpa

Potsdam. Trotz einiger Verbesserungen ist Brandenburg noch weit entfernt von einer kindgerechten Personalausstattung in den Kitas. Das ist das Ergebnis des Ländermonitors Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann-Stiftung, der am Mittwoch vorgestellt wurde.

Durchschnittlich um 6,3 Krippenkinder oder 11,6 Kindergartenkinder muss sich eine Erzieherin in Brandenburg kümmern. Zum Vergleich: Beim Spitzenreiter Baden-Württemberg kommen auf eine Erzieherin drei Krippen- oder 7,3 Kindergartenkinder. „Dass der Geburtsort eines Kindes über dessen Bildungsweg entscheidet, ist ein Skandal“, sagte Norbert Hocke von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Ministerium: Mehr Personal in den Krippen ab August

Das Bildungsministerium kommt auf andere Zahlen. Demnach liegt der Betreuungsschlüssel gegenwärtig im Kindergartenbereich bei 1 zu 12, also schlechter als im Ländermonitor. Im Krippenbereich liegt das Verhältnis dagegen besser bei 1 zu 5,5. Sprecher Florian Engels kündigte eine Verbesserung an: Ab August würden auf eine Erzieherin fünf Krippenkinder kommen. Bis 2018 solle es auch für die Drei- bis Sechsjährigen mehr Personal geben und der Schlüssel dann bei 1 zu 11 liegen.

Engels verwies darauf, dass die Betreuungsquote, also die Zahl der Kinder, die eine Kita besuchen, bundesweit führend sei. Das honorieren auch die Autoren der Studie. 97,5 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen besuchen eine märkische Kita. „Der Kita-Besuch allein verbessert nicht die Bildungschancen der Kinder. Es kommt auf die Qualität der Angebote an“, sagte dagegen Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung.

Viel Bürokratie in den Kitas

Die gute Kita-Quote sei keine Entschuldigung für den schlechten Betreuungsschlüssel, findet auch Marie Luise von Halem, Bildungsexpertin der Grünen. „Das ist ein ähnlich schlechtes Argument, als würde beispielsweise ein Krankenhaus schlecht ausgeführte Operationen mit der hohen Anzahl der insgesamt durchgeführten Operationen begründen“, erklärte sie. „Wir brauchen deshalb dringend einen Stufenplan, der aufzeigt, wie wir zumindest in das deutschlandweite Mittelfeld aufrücken können.“

Auch Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) sieht Verbesserungsbedarf. Sie rief die Länder auf, sich auf bundesweit einheitliche Standards in Kindertagesstätten zu verständigen. „Ich unterstütze ein solches Qualitätsgesetz, ich würde das gerne machen“, sagte sie. Aus den Ländern komme jedoch Widerstand.

Ein Problem, das die Autoren der Studie kritisieren: In Wirklichkeit sei die Personalsituation in den Kitas noch schlechter. Denn ein Viertel der Arbeitszeit gehe für Bürokratie, Dokumentation, Elterngespräche oder Fortbildungen drauf.

Von Torsten Gellner

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