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Brandenburg Brandenburg diskutiert über Asyl-Unterkünfte
Brandenburg Brandenburg diskutiert über Asyl-Unterkünfte
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20:37 04.06.2015
Vielerorts ist die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen groß – in Potsdam etwa konnten Flüchtlingskindern bei der Verkehrswacht Fahrradfahren lernen. Quelle: dpa
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Potsdam

Einzelwohnungen, Wohnverbünde oder Gemeinschaftsunterkünfte: Die Diskussionen über die Unterbringung der weiter steigenden Zahl an Asylbewerbern reißen nicht ab. „In den kommenden Jahren wird die Zahl der Flüchtlinge weiter ansteigen“, sagte Karl-Heinz Schröter am Donnerstag im Innenausschuss des Brandenburger Landtags.

Mehr Platz in der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt

Die Kapazität der zentralen Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt und deren Außenstellen soll 2016 auf 4000 Plätze anwachsen, davon 1200 in Zossen-Wünsdorf (Teltow-Fläming). Noch dieses Jahr soll dort Platz für 500 Flüchtlinge geschaffen werden. In diesem Monat soll dazu vor Ort eine Informationsveranstaltung stattfinden. Die zentrale Erstaufnahme des Landes ist für neuankommende Flüchtlinge zuständig, bevor diese nach drei Monaten auf die Landkreise verteilt werden.

Kritik an Massenunterkünften

Über das Wie-und-wohin gibt es heftige Kontroversen, wie am Mittwochabend eine Diskussion der Landeszentrale für politische Bildung in Potsdam bewies. Kay Wendel, Experte für Unterbringung beim Flüchtlingsrat Brandenburg, warf den Landkreisen vor, das Ziel dezentraler Unterkünfte nicht mit dem nötigen Ernst zu verfolgen. „Abgelegene Massenunterkünfte gilt es zu verhindern“, sagte er mit Blick auf Pläne wie das neue Containerdorf in Dallgow-Döberitz (Havelland) mit 400 Plätzen oder die Herrichtung einer verfallenen einstigen Luftwaffenkaserne in einem Wald bei Ladeburg (Barnim) für 670 Flüchtlinge.

Bürger stärker beteiligen

Viele Landräte stünden für die Botschaft: „Wir können über alles reden, aber nicht über die Standorte.“ Das aber verpeste das gesellschaftliche Klima – zum Leidwesen der Flüchtlinge. „Wenn es keine Bürgerbeteiligung gibt, erzeugt das Missmut“, sagte Wendel. Er forderte, engagierte Bürger vor Ort fest in Steuerungsausschüssen bei Flüchtlingsfragen zu beteiligen.

„Gesellschaft der Vielfalt“

Im Gegensatz zu den 90er Jahren, als vielerorts durchweg eine feindselige Stimmung geherrscht habe, sei das gesellschaftliche Klima heute ungleich offener, bekräftigte Alfred Roos, Leiter der Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA), die landesweit 87 Willkommensinitiativen zählt. Möge sein, dass „Multikulti“ gescheitert sei – „die Gesellschaft der Vielfalt“, hingegen nicht, bekräftige Roos.

Von Bastian Pauly

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