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Brandenburg Brandenburg droht ein dramatischer Hebammen-Mangel
Brandenburg Brandenburg droht ein dramatischer Hebammen-Mangel
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13:44 28.02.2018
Baby in den Händen einer Hebamme. Quelle: dpa
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Potsdam

Ein Drittel der im Landesverband Brandenburg organisierten Hebammen wird in den kommenden acht bis zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Dann werden rund 130 der derzeit 400 Geburtshelferinnen fehlen. Martina Schulze, Landesvorsitzende des Hebammenverbandes, warnt vor den Folgen der bevorstehenden großen Verrentungswelle, auf die das Land Brandenburg nicht genügend vorbereitet sei.

Außerdem sei die Ausbildung von Geburtshelferinnen noch nicht klar geregelt. Ab 2020 sollen laut einer EU-Richtlinie alle künftigen Hebammen studieren. In Brandenburg ist derzeit nicht geklärt, wo dieses Studium erfolgen soll. Bisher ist Hebamme noch eine berufliche Ausbildung. Dafür zuständig sind die beiden Berufsfachschulen in Cottbus und Eberswalde (Barnim).

„Das Land Brandenburg muss sich besser auf die Akademisierung des Hebammenberufs vorbereiten“, sagt Schulze. Weil die Zahl der Neugeborenen steigt, finden schon jetzt viele Schwangere keine Hebamme, die sie nach der Geburt betreut. „Hebammen fehlen überall im Land“, kritisiert Schulze im Interview mit der MAZ. Sie sieht dringend Handlungsbedarf des Landes. Das wartet jedoch ab. „Derzeit ist noch nicht absehbar, wie die bundesrechtlichen Vorschriften zur Hebammenausbildung ausgestaltet werden“, teilt Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) mit. „Erst auf der Grundlage eines Gesetzentwurfes durch den Bund kann die Landesregierung erste Schritte der Umsetzung in die Wege leiten.“

Martina Schulze arbeitet seit 17 Jahren als Hebamme. Quelle: Julian Stähle

Andere Bundesländer sind aber trotzdem schon weiter. In Berlin bietet seit 2013 die Evangelische Hochschule zusammen mit dem St.-Joseph-Krankenhaus den Bachelor-Studiengang Hebammenkunde an. Das Studium erlaubt die Berufszulassung in der ganzen Europäischen Union.

Grüne hoffen: Studium macht Beruf attraktiver

Dieses Vorbild hat die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Ursula Nonnemacher, vor Augen. Brandenburg halte sich mit der Entwicklung von entsprechenden Modellstudiengängen zu sehr zurück. Dabei böte eine akademische Ausbildung des Hebammenberufs nur Vorteile: „Viele junge Menschen wollen studieren, ein Studium erhöht den Anreiz, sich für den Hebammenberuf zu entscheiden.“ Ein Studium führe zu einer besseren Qualifikation und damit auch zu einer besseren Bezahlung. Dadurch würde der Beruf deutlich attraktiver.

Eberswalder Ausbildung: Abiturientinnen sind rar im Kurs

Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU, Raik Nowka, ist nicht dieser Ansicht, sagt aber, dass Brandenburg um die Akademisierung nicht herumkomme. Die künftige Hebammen-Ausbildung könne mit den Pflegestudiengängen der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) in Cottbus-Senftenberg verknüpft werden. Nowka bedauert, dass 2017 in die Hebammenschule Eberswalde „und damit in die alten Strukturen“ investiert worden sei. Ein Modellstudiengang hätte damals „mehr Sinn gemacht“.

Der Träger der Eberswalder Ausbildungsstätte, die Berliner Akademie der Gesundheit, selbst sieht keine Schwierigkeit, dort ein Studium aufzubauen. Allerdings schließe das künftig viele Interessenten aus. Unter den 16 Teilnehmerinnen des aktuellen Kurses gäbe es nur zwei Abiturientinnen. Die anderen hätten nur zehn Jahre Schulbildung.

Von Diana Bade und Rüdiger Braun

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