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Brandenburg Land entzieht Altenheim die Betriebserlaubnis
Brandenburg Land entzieht Altenheim die Betriebserlaubnis
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07:17 31.07.2015
Unsichere Zukunft: Das Seniorenheim in Wiesenburg. Quelle: Gaffron
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Wiesenburg

Zu wenig Pfleger, schlechte Ausstattung, verunsicherte Bewohner: Als letztes Mittel in einem jahrelangen Kampf um die Zustände in einem Seniorenheim in Wiesenburg (Potsdam-Mittelmark) hat das Land der Seniorenheim Schmerwitz GmbH die Betriebserlaubnis entzogen. „Es ist dem Betreiber nicht gelungen, genügend Fachkräfte zu beschäftigen. Dadurch konnte nicht mehr gewährleistet werden, dass Pflegerisiken wie Wundliegen erkannt werden“, sagte Petra Schmoger vom Landesamt für Soziales und Versorgung.

Der Entzug der Betriebserlaubnis ist ein einmaliger Vorgang. „Die Situation war über Jahre nicht zufriedenstellend, deswegen sehen wir uns zu dem Schritt gezwungen“, sagte Schmoger. Pflegehilfskräfte hätten sich zwar fürsorglich um die 29 Bewohner gekümmert, doch das Fehlen von Fachkräften sei zu einem Risiko geworden. Schmoger schloss nicht aus, dass der Fachkräftemangel in der Pflegebranche die Zustände in dem Heim befördert hat.

Altenpfleger sind Mangelware

96.000 Brandenburger sind pflegebedürftig. Die Zahl soll in den kommenden 15 Jahren auf 162.000 steigen.

Damit wächst auch der Bedarf an Pflegepersonal erheblich: Bei den ambulanten Diensten steigt der Beschäftigungsbedarf von 12.500 auf 21.000. In der stationären Versorgung werden 2030 mehr als 33.000 Pfleger benötigt – doppelt so viele wie heute.

Pflegeheime haben es immer schwerer, Personal zu finden

Auch der amtierende Leiter des Seniorenzentrums, Matthias Müller, verweist gegenüber der MAZ auf den allgemeinen Fachkräftemangel, den es in der Pflege gibt. Die Betreibergesellschaft wollte sich auf Anfrage jedoch nicht näher zu dem Fall äußern.

Für die Träger von Pflegeheimen werde es immer schwerer, geeignetes Personal zu finden, sagte Anne Böttcher, Vorsitzende der Liga der brandenburgischen Wohlfahrtsverbände. Manche Heimbetreiber wüssten sich nicht anders zu helfen, als sich zu verkleinern und Wohnbereiche zu schließen. „Man muss sich den Träger aber immer genau ansehen. Auch im Süden des Landes gelingt es vielen, trotz Fachkräftemangels geeignetes Personal zu finden und entsprechen zu bezahlen“, betonte sie.

Mitarbeiter hoffen, dass das Heim weiter besteht

„Es herrscht eine große Verunsicherung unter den Bewohnern“, sagte Alexandra Rosteck, Pflegedienstleiterin des Wiesenburger Heimes. Die Mitarbeiter wünschten sich, dass die Einrichtung erhalten bleibt.“ Das soll nun geschehen: In einem Mitarbeiterschreiben teilte die Geschäftsführung mit, dass das Heim bis zum Herbst „nahtlos“ an einen neuen Betreiber übergehen soll. Damit wären die Heim- und Arbeitsplätze gesichert.

Einen Bericht, wie das Heim und die Bewohner mit der Nachricht umgehen, lesen Sie hier.

Von Rene Gaffron und Torsten Gellner

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