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Brandenburg Brandenburg fehlt es an Talenten
Brandenburg Brandenburg fehlt es an Talenten
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07:48 19.08.2013
Quelle: dpa
Potsdam

Wieder eine Ohrfeige für Brandenburgs Bildungspolitik: In Mathe, Technik und Naturwissenschaften bringt das Land zu wenig Talente hervor, wie aus einer Untersuchung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) hervorgeht. Der Sender hat ausgewertet, wie erfolgreich die Bundesländer in den Jahren 2000 bis 2011 bei Schülerwettbewerben waren. Das Ergebnis: Brandenburg hat wenig Rechen-Asse.

Auch beim eher praxisorientierten Contest „Jugend forscht“ für Schüler zwischen 15 und 21 Jahren haben andere Länder die Nase vorn. 24 Bundessieger kamen aus Bayern, dahinter folgen Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen mit je 16 Gewinnern. Nur zwei Brandenburger konnten in dem untersuchten Zeitraum mit ihren Innovationen überzeugen.

Selbst wenn berücksichtigt wird, dass andere Länder eine größere Schülerschaft haben, kann Brandenburg nicht glänzen: Im Verhältnis bringt Bayern trotzdem doppelt so viele Talente hervor wie die Mark.

Horst Wendland, Geschäftführer des Landesvereins zur Förderung mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch interessierter Schüler (Blis), wundert das nicht. „Die Zahl der Förderstunden für Mathe wurden in den Vorjahren drastisch reduziert“, erklärt der Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mathematik der Universität Potsdam. Um Schüler fit für Wettbewerbe zu machen und ihr Interesse an Mathematik zu wecken, bleibe den Lehrern keine Zeit.

Wendland fürchtet zudem, dass durch den vom Land angestrebten gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung die Begabtenförderung vernachlässigt wird. „Inklusion darf nicht zulasten der Spitzen gehen“, warnt er. Und: Außerschulische Matheklubs, wie sie zu DDR-Zeiten noch in vielen Orten anzutreffen waren, gebe es kaum noch.

Gundula Schielicke vom Regionalverein Berlin-Brandenburg der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind stößt in das selbe Horn: In der Ausbildung spiele das Thema „Hochbegabung“ kaum eine Rolle, kritisiert sie. Viele Lehrer wüssten gar nicht, wie sie Talente fördern können.

Das Bildungsministerium sieht keine Defizite. Das Land fördere Schülerwettbewerbe finanziell als auch mit Lehrern. „Die Wettbewerbe werden gut angenommen“, sagt Sprecher Stephan Breiding. Trotz rückläufiger Schülerzahlen beteiligten sich jährlich mehr als 20.000 junge Märker. Beziehe man bei Mathe-Olympiaden auch zweite und dritte Plätze sowie Anerkennungspreise ein, sei Brandenburg mit 90 Gewinnern sogar „äußerst erfolgreich“.

Von Marion Kaufmann

Verrechnet

Angelika Pentsi über den Umstand, dass das Land Brandenburg seine Mathe-Talente offenbar verkümmern lässt

Dass Brandenburg arm an Mathe-Assen ist, wie eine Untersuchung jetzt ergeben hat, wird kaum jemanden verblüffen. Man muss nur eins und eins zusammenzählen: Zu wenig Lehrer plus Unterrichtsausfall gleich weniger Zeit für die Schüler. Da fällt es unter Umständen schwer, Begabungen überhaupt zu erkennen, geschweige denn, schlummernde Potenziale zu wecken. Hinzu kommt, dass bei knappen Ressourcen oft Förderunterricht oder -AGs gestrichen werden. Als wären das Luxusangebote, die in der Not verzichtbar sind. Doch die Rechnung geht nicht auf. Erstens weiß man aus der Hochbegabtenforschung, dass Unterforderung für die Betroffenen genauso fatale Folgen haben kann wie Überforderung. Zweitens kann es sich kein Land leisten, Talente zu „verschwenden“, Brandenburg mit seinem Fachkräfteproblem schon gar nicht. Was in begabte Schüler investiert wird, zahlen diese in der Zukunft vielleicht drei- oder vierfach zurück – indem sie in ihrer Heimat forschen, entwickeln oder lehren.
Eine Besserung der Situation könnte die vom Land angekündigte Neueinstellung von 400<TH>Lehrern bringen. Doch noch steht in den Sternen, ob es tatsächlich gelingt, den Nachwuchs an Brandenburgs Schulen zu locken.

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