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Brandenburg gehen die Impfstoffe aus

Ärzte schlagen Alarm Brandenburg gehen die Impfstoffe aus

In Deutschland werden die Impfstoffe knapper. Auch Brandenburger Ärzte sind besorgt. Besonders die Wohnsituation der vielen Flüchtlinge sei prekär und könne viele Krankheiten hervorrufen. Gerade deswegen sind Impfstoffe wichtig, sagen Experten. Doch die Stoffe sind nicht einfach zu bekommen.

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Quelle: dpa

Potsdam. Ein deutschlandweiter Engpass bei Mehrfachimpfstoffen besorgt auch in Brandenburg Ärzte und Apotheker. Der Geschäftsführer des Brandenburgischen Apothekerverbands, Michael Klauß, warnt im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik vor einer Verschärfung des Impfstoffmangels. „Wir haben überhaupt keine Ahnung vom Impfstatus der Kinder, die zu uns kommen.“ Das Robert-Koch-Institut weist darauf hin, dass durch das enge Zusammenleben von Personen in Gemeinschaftseinrichtungen die Gefahr des Ausbruchs von Infektionskrankheiten bestehe.

Lieferengpässe für Mehrfachimpfstoffe

Verschiedene Mehrfachimpfstoffe sind zur Zeit nicht ohne Weiteres zu bekommen. „Impfungen müssen dann zurückgestellt werden“, sagt Klauß. Kaum lieferbar ist der Sechsfach-Impfstoff „Hexyon“ gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B, Kinderlähmung und Haemophilus, einer für Kinder gefährlichen Viruserkrankung. Lieferschwierigkeiten gibt es auch bei dem Vierfach-Impfstoff „Repevax“ gegen Diphtherie, Keuchhusten, Polio und Tetanus. Diese Impfstoffe kommen vor allem in Kinderarztpraxen zum Einsatz. Aber auch Erwachsene sind von dem Mangel betroffen. Das Mittel „Typhim“ gegen Typhus soll vor allem Erwachsene immunisieren, ebenso „Vaqta“, das gegen Hepatitis B-, C- oder E-Viren hilft.

Erste Impfungen verschoben

Die Mittel haben gemein, dass sie alle vom Hersteller Sanofi Pasteur MSD mit Hauptsitz in Paris produziert werden. Das Unternehmen hat quasi ein Monopol auf diese Medikamente. In ganz Deutschland bekommen deshalb Apotheken die Lieferschwierigkeiten des Konzerns zu spüren. „Wir haben große Probleme, die Mehrfachimpfstoffe nachzubestellen“, bestätigt Tina Koch, Chefin der Michendorfer Apotheke (Potsdam-Mittelmark), die mehrere Ärzte beliefert. Seit fünf Wochen sei zum Beispiel „Hexyon“ nicht mehr zu bekommen. Der Hersteller selbst könne ihr nicht sagen, wann das Serum wieder lieferbar sei. Potsdamer Praxen teilen auf Anfrage mit, dass sie derzeit noch alle Impfstoffe parat hätten. Bereits im Frühjahr gab es in einer Praxis Engpässe, so dass Impfungen verschoben werden mussten.

Sanofi selbst hat die Engpässe eingestanden. Die weltweit gestiegene Nachfrage übersteige die vorhandenen Produktionskapazitäten, „wodurch der Bedarf nicht vollständig abgedeckt werden kann“. Bei dem Fünffach- und Sechsfachimpfstoff für Kinder „gehen wir momentan davon aus, dass wir Ende des Jahres wieder lieferfähig sind“, sagt Sanofi-Sprecherin Michaela Dworatzek.

Von Rüdiger Braun

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