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Brandenburg gründet „Bündnis für Flüchtlinge“

Asylpolitik Brandenburg gründet „Bündnis für Flüchtlinge“

36.000 Asylsuchende erwartet Brandenburg bis zum Jahresende. Um die Zuwanderer zu integrieren, ihnen Zugang zu Arbeitsplätzen und Ausbildung, aber auch zu Kultur und Sport zu verschaffen, hat sich in Potsdam ein breites Bündnis aus Verbänden, Unternehmen, Kirchen und Kammern sowie aus Kunst und Kultur gebildet.

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Flüchtlinge mit ungewisser Zukunft

Quelle: AFP

Potsdam. Ein „Bündnis für Brandenburg“ will die Integration von Flüchtlingen voranbringen und die Arbeit einzelner Initiativen bündeln. Es soll auch um Arbeit- und Ausbildungsplätze gehen. Vertreter von mehr als 20 Verbänden, Parteien, Unternehmen, Kirchen und Wirtschaftskammern sowie Kunst- und Kulturschaffende haben am Donnerstag den Gründungsaufruf in Potsdam unterschrieben. Dazu wurde mit der F. C. Flick Stiftung gegen Rassismus und Intoleranz ein symbolträchtiger Ort gewählt. „Ich bin froh, dass sich in Brandenburg die Zivilgesellschaft gegen Fremdenfeindlichkeit sammelt“, erklärte Stiftungsratsmitglied Manfred Stolpe (SPD). Der frühere Ministerpräsident unterschrieb als einer der ersten den Gründungsaufruf.

Erstunterzeichner waren unter anderem auch die Sängerin Katja Ebstein, der Geschäftsführer von Rolls-Royce Deutschland, Rainer Hönig, die Chefin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Jutta Cordt, der Präsident des Feuerwehrverbandes, Werner-Siegwart Schippel, der DGB-Vizechef von Berlin-Brandenburg, Christian Hoßbach, der Präsident des Landessportbundes, Wolfgang Neubert, der Intendant des Staatstheaters Cottbus, Martin Schüler, und der Präsident des Anglerverbandes, Gunter Fritsch. Zu den Persönlichkeiten, die den Aufruf in den nächsten Tagen unterzeichnen wollen, gehört auch der Erzbischof von Berlin, Heiner Koch.

„Wir wollen ein deutliches Zeichen setzen, das Verständnis füreinander fördern und Ängste abbauen“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Im Gespräch mit Flüchtlingen werde klar, dass man mit ihrem Schicksal niemals hätte tauschen wollen.

Woidke bezeichnete das Bündnis als „breite Allianz aus der Mitte unseres Landes“. Integration könne nur gelingen, wenn sich die gesamte Gesellschaft dieser Aufgabe stelle und sie als Chance begreife. „Wir wollen und dürfen Sorgen und Ängste dabei nicht ignorieren“, betonte der Regierungschef. Dort, wo das Leben der Brandenburger beeinträchtigt werde und wo es bei der Integration Probleme gebe, „müssen und werden wir an Lösungen arbeiten“. Woidke lobte, dass nicht nur Vertreter der Regierungsparteien SPD und Linke den Gründungsaufruf unterschrieben hätten, sondern mit CDU-Partei- und Fraktionschef Ingo Senftleben sowie Grünen-Fraktionschef Axel Vogel auch die Opposition.

„Mit Herz und Verstand“ müsse man gemeinsam an der richtigen Balance aus Fördern und Fordern arbeiten, um die Integration von Flüchtlingen zu einer Brandenburger Erfolgsgeschichte zu machen, sagte Senftleben. „Der größte Schatz Brandenburgs sind seine Menschen – auch die, die zu uns kommen“, erklärte Vogel.

Unter dem Dach des neuen Bündnisses soll eine Integrationskonferenz gebildet werden, zu der Verbände, Verwaltungen und Akteure der Integration erstmals am 14. Dezember in Potsdam zusammentreffen. Brandenburg erwartet allein in diesem Jahr rund 36 000 Flüchtlinge, 2016 etwa 40 000.

 

Von Volkmar Krause

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