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Brandenburg hält an BER-Chef fest – vorerst

Streit mit Berlin Brandenburg hält an BER-Chef fest – vorerst

Der vorerst misslungene Rauswurf des Berliner Flughafenchefs hält die Politik weiter in Atem. Ein geheimes Krisentreffen am Freitag endete ergebnislos. Die Suche nach einem Nachfolger für Karsten Mühlenfeld läuft – doch Brandenburg steht weiter hinter dem in die Kritik geratenen Manager.

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Quelle: imago stock&people

Potsdam. Die Fronten zwischen den drei Gesellschaftern des künftigen Flughafens in Schönefeld (BER) bleiben verhärtet. Brandenburg hält dem Vernehmen nach an Flughafen-Chef Karsten Mühlenfeld vorerst fest, obwohl Berlin und der Bund massiv auf einen Rauswurf des Managers drängen.

Ein geheimes Krisentreffen auf höchster Ebene brachte am Freitag keine Annäherung. In Berlin kamen die Regierungschefs von Brandenburg und Berlin, Dietmar Woidke und Michael Müller (beide SPD) sowie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) zusammen. Nach dem einstündigen Treffen wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Runde vertagte sich und will sich womöglich am Wochenende erneut treffen, wie die MAZ erfuhr. Bis zur geplanten Aufsichtsratssitzung am Montag soll es angeblich eine einvernehmliche Lösung geben. Es wird angesichts verhärteter Fronten jedoch auch nicht ausgeschlossen, dass die Hängepartie weitergeht. Im Aufsichtsrat war es am Mittwoch auf einer Sondersitzung zu einem offenen Zerwürfnis zwischen Brandenburg auf der einen und Berlin und dem Bund auf der anderen Seite gekommen.

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Am Skandalflughafen BER in Schönefeld stand das Personalkarussell in den vergangenen Jahren nicht still. Diese Herren hat der Flughafen bereits verschlissen. Kriegen Sie noch alle Ex-Technikchefs und -Aufsichtsräte zusammen?

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1700 Euro Gehalt – pro Tag

Berlin und der Bund gaben an, zu Mühlenfeld kein Vertrauen mehr zu haben. Sie hielten ihm eine rechtliche Pflichtverletzung vor. Für den freigestellten Technik-Chef Jörg Marks hatte dieser Christoph Bretschneider installiert. Wegen der Vergütung (angeblich 1700 Euro pro Tag) hätte der Aufsichtsrat zustimmen müssen.

Berlin schlug vor, dass der Flughafenkoordinator der Senatskanzlei, Engelbert Lütke Daldrup, vorübergehend die Geschäfte führt, bis ein geeigneter Nachfolger gefunden ist. Dies lehnten die Vertreter Brandenburgs aber ab. Zwischenzeitlich soll Aufsichtsratschef Michael Müller entnervt sogar mit Rücktritt gedroht haben.

In der Runde hätte es eine klare Mehrheit für die Abberufung gegeben, allerdings wurde ein Antrag nicht gestellt. Auch die Mehrheit der Arbeitnehmervertreter hätte sich Berlin und dem Bund angeschlossen. Müller aber wollte offenbar Brandenburg nicht überstimmen. Mühlenfeld, zuvor in leitenden Positionen bei Rolls-Royce und Bombardier, war 2015 von Brandenburg als Nachfolger von Hartmut Mehdorn vorgeschlagen worden. Dafür stellt Berlin mit Müller den Aufsichtsratsvorsitz.

Rückzug Müllers steht im Raum

Brandenburg würde seinen Widerstand gegen eine Abberufung Mühlenfelds aufgeben, wenn Berlin einen überzeugenden Nachfolger präsentiert, hieß es. Das ist aber bisher nicht erfolgt. In der Diskussion war auch diese Variante: Lütke Daldrup wird doch Geschäftsführer, dafür würde Müller den Aufsichtsratsvorsitz an Brandenburg abgeben. Den hätte dann Brandenburgs Flughafen-Koordinator, Staatssekretär Rainer Bretschneider, übernommen, der jetzt Vize-Aufsichtsratschef ist. Müller lehnt dies ab.

Der Bund der Steuerzahler würde einen Rückzug Müllers als Aufsichtsratschef begrüßen. „Das wäre ein geeigneter Anlass, in dem Gremium kompetente Wirtschaftsexperten zu installieren“, sagte Landeschef Ludwig Zimmermann.

Von Igor Göldner

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