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Brandenburg hat die meisten Waldbrände

Bilanz Brandenburg hat die meisten Waldbrände

Für Brandenburgs Wälder war der verregnete Sommer ein Segen, denn Großbrände blieben damit erspart. Dennoch gab es 137 Waldbrände – so viele wie in keinem anderen Bundesland. Einen traurigen Rekord hält der Landkreis Oberhavel.

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Großbrand in der Lieberoser Heide im Mai 2017.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Über den Waldboden züngelnde Flammen oder eine dichte Feuerwand: In Brandenburgs Wäldern hat es in dieser Saison 137-mal gebrannt. „Das war bundesweit die höchste Zahl an Bränden“, sagte der Landes-Waldbrandbeauftragte Raimund Engel. Insgesamt 285 Hektar wurden in Mitleidenschaft gezogen. „Doch wir hatten Glück: es war eigentlich ein durchschnittlicher Sommer“. In den Vorjahren gab es im Land zwischen 200 und 300 Brände.

Bisher letzter Brand am 12. September

Zuletzt brannte es am 12. September im märkischen Wald. „Das war aufgrund des Wetters voraussichtlich der letzte Brand der Saison“, meinte Engel. In der Radelander Siedlung (Teltow-Fläming) waren einige Hundert Quaderatmeter Waldboden durch Fahrlässigkeit in Brand gesetzt worden. Ein Anwohner wollte nach den Angaben Abfall verbrennen. Die Feuerwehr konnte die Flammen glücklicherweise zügig löschen.

Vor drei Jahren musste die mitten im Wald liegende Wohnsiedlung einmal komplett evakuiert werden. „Das Gebiet ist eine Munitionsverdachtsfläche. Da kann bei einem Brand schnell Schlimmeres passieren“, sagte er.

In der Lieberoser Heide brannte es auf 250  Hektar

In der Lieberoser Heide brannte es auf 250 Hektar.

Quelle: dpa

Größter Brand: in der Lieberoser Heide

Beim größten Brand des Jahres wurden Ende Mai 250 Hektar in der Lieberoser Heide an der Grenze der Landkreise Spree-Neiße und Dahme-Spreewald vernichtet, ein Feuerwehr-Löschfahrzeut war vom Blitz getroffen worden. „Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz, auf dem Kampfmittel zu finden sind, war es sehr kritisch“, schilderte Engel. Die Feuerwehr konnte nicht auf dem Areal löschen. Wegen Munitionsgefahr ist das Gebiet gesperrt, Feuerwehrleute dürfen nicht hinein. „Doch der Wettergott hatte ein einsehen: ein Gewitter löschte am zweiten Tag das Feuer“, so Engel. Dadurch konnte alles unter Kontrolle gebracht werden. Sonst wäre eine größere Fläche in Mitleidenschaft gezogen worden.

Trauriger Rekord im Landkreis Oberhavel

Ein trauriger Rekord war in dieser Saison im Landkreis Oberhavel zu verzeichnen: Mit 29 Fällen wurden dort die meisten Waldbrände registriert, davon zwei Drittel durch Brandstiftung verursacht. „Vermutlich mehrere Täter sind dort aktiv“, so der Beauftragte. Staatswaltschaft und Polizei ermittelten und suchten die Täter.

10.000 Euro für Hinweise auf den Feuerteufel >

Bei den anderen kleinen Bränden kam schnell Hilfe. „Wenn Rauchwolken irgendwo zu sehen waren, wurden die Feuerwehrleute schon alarmiert“, sagt er. Das sensorgestützte Waldbrand-Früherkennungssystem „Fire Watch“ habe sich bewährt.

Brandenburgs Wälder besonders gefährdet

In Brandenburg gibt es 1,1 Millionen Hektar Wald. Märkische Wälder sind durch Brände besonders gefährdet: 70 Prozent der Bäume sind Kiefern, die gut brennen. Nach Angaben des Umweltministeriums gibt es in Brandenburg mit einem Anteil von 70 Prozent bundesweit den höchsten Bestand dieser Baumart. Langfristig soll die Vielfalt erhöht werden. Im Herbst kommen traditionell junge Setzlinge in den Boden.

Von Gudrun Janicke

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