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Brandenburg Brandenburg hat ein gewaltiges Imageproblem
Brandenburg Brandenburg hat ein gewaltiges Imageproblem
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16:17 22.02.2018
Selbst der Spreewald mit seinen berühmten Gurken ist vielen Westdeutschen nicht bekannt. Quelle: dpa
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Potsdam

Brandenburg hat ein gewaltiges Imageproblem. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage im Auftrag der Staatskanzlei. „Das Bundesland Brandenburg ist in der bundesweiten Wahrnehmung wenig präsent und besitzt ein geringes Profil, ist also ein (nahezu) weißes Blatt“, heißt es in der Studie der Kommunikationsagentur „com.X“. Befragt wurden mehr als 1800 Menschen aus Ost und West, darunter waren auch 200 Verbandsvertreter, Politiker, Wissenschaftler und Unternehmer.

Das Resultat, das Staatskanzleichef Thomas Kralinski am Mittwoch im Hauptausschuss in Auszügen vorstellte, ist ernüchternd. Unter Brandenburg können sich die wenigsten etwas Konkretes vorstellen – nur 26 Prozent gaben an, ein „eher deutliches Bild“ von dem Bundesland zu haben. Weniger präsent sind nur noch Sachsen-Anhalt und Schlusslicht Saarland. Zum Vergleich: Mit Bayern verbinden 66 Prozent der Befragten ganz konkrete Vorstellungen. Einzig, dass Brandenburg im Osten Deutschlands liegt, ist nahezu allen Befragten bekannt.

Potsdam liegt in Brandenburg? Ach, was!

Einige markante touristische Orte verfügen zwar über eine hohe Bekanntheit, werden aber vielfach nicht mit Brandenburg verbunden. Das gilt selbst für die Landeshauptstadt Potsdam. Immerhin kennen 84 Prozent der Befragten die Stadt; dass sie aber in der Mark liegt, wissen 76 Prozent der Ostdeutschen und nur 55 Prozent der Westdeutschen.

Im Westen können auch nur 39 Prozent Schloss Sanssouci richtig verorten. Die Uckermark ist schon für mehr als jeden zweiten Berliner eine Terra incognita. Rheinsberg hat im Westen mit 17 Prozent einen geringen Bekanntheitsgrad, der Fläming Skate bewegt sich jenseits der Landesgrenzen im kaum mehr messbaren Bereich von drei Prozent. Selbst das hochklassige Museum Barberini in Potsdam ist völlig unbekannt. Nur vier Prozent der Westdeutschen kennen es. Die Eröffnung des Museums ging bundesweit durch die Presse, wie Staatskanzleichef Kralinski erklärte. Er zeigte sich verwundert darüber, dass dies offenbar nicht mit Brandenburg assoziiert wird. „Nun kann man darüber philosophieren, ob der Geografieunterricht in Westdeutschland nicht so gut ist“, sagte er.

Westdeutsche: Liegt irgendwo im Osten

Vor allem die Westdeutschen können mit der Mark nur wenig anfangen. Brandenburg laufe Gefahr, nur „indifferent als Osten“ wahrgenommen zu werden – oder „von Berlin überblendet zu werden“. Auf der anderen Seite sei Berlin für viele Touristen die Brücke, um überhaupt mit der Mark in Berührung zu kommen.

Dagegen hat die Wirtschaft ein „enorm positives Bild“ vom Land. Das rührt bei näherer Betrachtung der Daten aber vor allem von der guten Berlin-Anbindung. Eher negativ bis mittelmäßig bewerten sie die Internet-Infrastruktur und das Innovationsumfeld.

Ernüchternde Sympathiewerte

Ernüchternd sind auch die Sympathiewerte, mit denen Brandenburg bedacht wird. Note 2,7 erhält die Mark hier und landet auf einem der hinteren Plätze. Sympathie-Schlusslicht Sachsen-Anhalt erhält Note 2,8. Am beliebtesten ist Schleswig-Holstein mit Note 1,8. Diese Noten sind jedoch etwas positiv verzerrt, räumen die Marktforscher ein. Denn zur Sympathie wurden nur die Brandenburg-Kenner befragt. „Bekanntes ist sympathischer und umgekehrt ist eher Sympathisches präsent“, schreiben sie.

Das steckt hinter der Studie

Die Brandenburger Staatskanzlei hatte die Studie Ende vergangenen Jahres per Ausschreibung vergeben, um auf den Ergebnissen eine Marketingstrategie für das Land zu entwerfen. Dafür stehen in diesem Jahr im Landeshaushalt 500000 Euro bereit, im nächsten Jahr eine Million Euro. „Wir tun gut daran mit unserer Entscheidung, das Landesmarketing neu aufzusetzen“, sagte Kralinski angesichts der mäßigen Umfragewerte. Mit der Imagekampagne solle das Bild Brandenburgs bundesweit geschärft werden.

Von Torsten Gellner

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