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Brandenburg hat einen neuen Gedenktag

Streit im Landtag um das richtige Datum Brandenburg hat einen neuen Gedenktag

Brandenburg hat mit dem 8. Mai einen neuen offiziellen Gedenktag. Das hat der Landtag heute mit den Stimmen von SPD, Linken und Grünen beschlossen. Am 8. Mai wird der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Kriegsendes gedacht. Dass es ein solches Gedenken geben soll, ist im Landtag unumstritten. Doch um das Datum wurde und wird heftig diskutiert, auch unter MAZ-Lesern.

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Der Potsdamer Landtag (Archiv).

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Brandenburg hat mit dem 8. Mai einen neuen offiziellen Gedenktag. Das hat der Landtag am Donnerstag mit den Stimmen von SPD, Linken und Grünen beschlossen. Am 8. Mai wird der Befreiung und des Kriegsendes gedacht. Es ist kein gesetzlicher Feiertag.

Ringen um den Gedenktag

Im Vorfeld wurde im Landtag heftig um den Gedenktag gerungen. Während sich die rot-rote Koalition aus SPD und Linke sowie die Grünen auf den 8. Mai geeinigt hatten, unterbreitete die CDU kurzfristig einen neuen Vorschlag. Gedenktag in Brandenburg sollte der 23. April sein, der Tag der Befreiung des KZ Sachsenhausen 1945, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, Jan Redmann.

Das sei das geeignetere Datum für das Land. Es gebe einen direkten regionalen Bezug. In Sachsenhausen hätten die Inhaftierten unvorstellbares Leid erfahren.

Der 8. Mai hingegen sei ein Tag mit einer „starken Vermischung“ vieler Ereignisse. Die Kapitulation Deutschlands sei nicht unmittelbar mit dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus verbunden. „Am 8. Mai war Brandenburg auch schon mehrere Tage befreit“, sagte Redmann. Er hielt den Linken vor, mit ihrer Forderung ein „geschichtspolitisches Projekt“ zu verfolgen. Die CDU konnte sich mit ihrem Vorschlag bei der heutigen Abstimmung im Landtag nicht durchsetzen.

SPD, Linke und Grüne bekräftigten erneut die Bedeutung des 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus und der Beendigung des Zweiten Weltkriegs in Europa. SPD-Fraktionschef Klaus Ness kündigte an, dass es künftig am 8. Mai nicht nur eine zentrale Veranstaltung im Landtag geben werde. An diesen Tag solle im ganzen Land mit Veranstaltungen bewusst gedacht werden. In der Gesetzesbegründung heißt es, es gehe darum, „die Erinnerung an dieses einschneidende Ereignis auch im öffentlichen Leben und für die künftige Generation zu erhalten“.

„Nie wieder Krieg von Deutschland aus“

Zuvor hatte der Landtag in einer bewegenden Feierstunde des Kriegsendes gedacht. «Wir müssen dafür Sorge tragen, dass nie wieder von Deutschland aus die Welt mit Krieg, Tod und Leid überzogen wird», sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). “Der 8. Mai symbolisiert diesen Auftrag mehr als jedes andere Datum.“

“Wir gedenken der sechs Millionen Juden, die in den Konzentrationslagern ermordet wurden, der Sinti und Roma, der Homosexuellen und Behinderten“, sagte Landtagspräsidentin Britta Stark in ihrer Ansprache. “Wir dürfen keinen einzigen dieser Toten vergessen. Die Geschichten dieser Toten sind unsere Geschichten.» Nur in der aufrichtigen Auseinandersetzung mit ihnen könnten die Nachgeborenen die Verantwortung übernehmen, dass so etwas nie wieder geschehen könne.

Am Rednerpult berichtete auch der 80-jährige Filmregisseur Juraj Herz aus Prag von seinem Schicksal. Er war mit seinem Eltern ein halbes Jahr vor dem Kriegsende aus einem slowakischen Dorf verschleppt worden und erlebte als Kind die Befreiung im Konzentrationslager Sachsenhausen durch sowjetische Soldaten. “Ich hätte mir da nicht vorstellen können, dass ich hierherkommen und Ihnen diese Geschichte erzählen werde“, sagte Herz.

Nach fünf Wochen Fußmarsch inmitten der Kriegswirren sei er wieder in seinem Heimatdorf angekommen und dort wieder auf Vater und Mutter getroffen. Nach wie vor liebe er die deutsche Sprache, in der sein Vater ihm immer vorgelesen habe, sagte Herz. Und bis heute hat er die tschechische und deutsche Staatsbürgerschaft. “Weil ich mich auch als Deutscher fühle“, sagte Herz.

Auf MAZonline wird über den 8. Mai heftig diskutiert, seit der Plan Anfang März bekannt wurde.

Von Igor Göldner und MAZonline

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