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Brandenburg investiert in VW-Anleihen

Millionen-Investment trotz Abgasskandal Brandenburg investiert in VW-Anleihen

Die Hiobsbotschaften zum Autokonzern VW reißen nicht ab. Schadenersatzforderungen und Verkaufsverbote bestimmen seit Bekanntwerden des Abgasskandals die Schlagzeilen. Die Aktien rutschten in den Keller. Brandenburg hat aber Vertrauen in die Wolfsburger Autobauer. Das Land hat Anfang des Jahres Millionen Euro investiert.

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VW ist für Brandenburg eine sichere Bank.

Quelle: dpa

Potsdam. Brandenburg hat Anfang des Jahres, also nach Bekanntwerden des VW-Abgasskandals, sechs Millionen Euro in Anleihen des Autokonzerns investiert. Das teilte das Finanzministerium auf Anfrage mit. Die beiden Anleihen haben Renditen von 1,282 und 1,003 Prozent und haben eine vergleichsweise kurze Laufzeit von vier beziehungsweise fünf Jahren. Aktien von VW besitzt das Land dagegen nicht.

„Sicherheit, Liquidität und Rendite“

Die Anlageentscheidung sei in einem Marktumfeld getroffen worden, das von einem sehr niedrigen Zinsniveau – sprich von Negativzinsen – beherrscht wurde und wird, hieß es zur Begründung aus dem Ministerium. Bei der Investition seien die Anlagegrundsätze „Sicherheit, Liquidität und Rendite“ berücksichtigt worden. Als spekulative Anlage gelten VW-Anleihen trotz der schwierigen Situation des Unternehmens nicht. Zum Kaufzeitpunkt waren die Papiere mit BBB+ bewertet – als durchschnittlich gute Anlage. Eingeschätzt wird, dass die durch den Abgasskandal entstandenen Risiken in den VW-Anleihen eingepreist sind“, hieß es aus dem Ministerium.

Klagen aus Hessen, Bayern und Baden-Württemberg

In anderen Bundesländern werden dagegen derzeit Klagen gegen den Autokonzern geprüft. Neben Bayern erwägen auch Hessen und Baden-Württemberg rechtliche Schritte gegen VW. Hintergrund ist der dramatische Kursverlust der VW-Vorzugsaktie nach dem Ausbruch des Diesel-Skandals im September 2015. Das Papier büßte zwischenzeitlich mehr als 40 Prozent an Wert ein. Einige Bundesländer haben für die Versorgung ihrer Landesbediensteten in VW investiert und erlitten nun Verluste. Fraglich ist, ob der Autobauer die Finanzwelt womöglich zu spät über das Ausmaß der Software-Manipulationen informierte.

Unterschiede zwischen Aktie und Anleihe

Wer Aktien erwirbt, wird Miteigner eines Unternehmers. Bei Anleihen leiht man einem Unternehmen Geld, für das man Zinsen erhält. Grundsätzlich gilt, dass Aktionäre dem Auf und Ab eines Unternehmens durch schwankende Kurse stärker ausgesetzt sind. Anleihen gelten als konservativere Geldanlage und sicher, solange das Unternehmen fristgerecht seine Zins und Rückzahlung tätigen kann.

 

Von Torsten Gellner

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