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Brandenburg ist für Lehrer unattraktiv

Gewerkschaft will bessere Bedingungen Brandenburg ist für Lehrer unattraktiv

Zu wenig Sold, zu hohe Krankenstände, zu hoher Altersdurchschnitt: Die Arbeitsbedingungen für die 44 000 Beamten und Angestellten des Landes müssen besser werden. Andernfalls wird Brandenburg künftig seine Stellen nicht mehr besetzen können. Das sagt die Lehrergewerkschaft GEW und kündigt harte Verhandlungen an.

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Lehrer auf dem Land wollen immer weniger werden. Der Job soll attraktiver werden, fordern die Gewerkschaften

Quelle: dpa

Potsdam. Zu wenig Sold, zu hohe Krankenstände, zu hoher Altersdurchschnitt: Die Arbeitsbedingungen für die rund 44 000 Beamten und Angestellten in den Schulen, der Polizei, der Forstwirtschaft, im Straßenbau und der allgemeinen Verwaltung Brandenburgs müssen besser werden. Das forderte der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Günther Fuchs.

Am kommenden Montag treffen sich erstmals Vertreter der für die Beamten der Landesverwaltung zuständigen Gewerkschaften mit Vertretern der Landesregierung, um über ein umfassendes Gesamtpaket zu verhandeln. Es soll Tarifabschlüsse, gesetzliche Regelungen und Angebote für die Mitarbeiter umfassen und einen Planungshorizont von zehn Jahren haben.

„Rote Laterne“ bei der Besoldung

„Es geht um die Attraktivität und die Zukunftsfähigkeit unserer Landesverwaltung“, sagte Fuchs. Brandenburg konkurriere bei der Neueinstellung mit anderen Bundesländern und der Privatwirtschaft. Dabei seien die Bedingungen äußerst schlecht. Bei der Besoldung etwa trage das Land unter den Bundesländern die „rote Laterne“.

Zu den Themen, die in den kommenden Monaten verhandelt werden müssten, zählt Fuchs Modelle für „alters- und lebensphasengerechte Arbeit“, sprich: ausfinanzierte Teilzeitmodelle oder auch die Möglichkeit, freiwillig länger zu arbeiten, die Gewinnung von Nachwuchs und schließlich neue Modelle von Qualifizierung etwa durch die Aus- und Weiterbildung von Quereinsteigern.

Wirbt Mecklenburg-Vorpommern die Lehrer ab?

Angesichts des hohen Altersdurchschnitts in der Verwaltung von 52 bis 54 Jahren spricht Fuchs von „Herausforderungen, vor denen wir in den neuen Bundesländern noch nie gestanden haben“. Beispiel Lehrer: In den kommenden neun Jahren werden rund 11 000 von den insgesamt 18 000 Pädagogen ausscheiden. Ersatz für diese zu finden sei schwierig, da zum Beispiel inzwischen auch Mecklenburg-Vorpommern seine Lehrer verbeamte, so Fuchs.

Es sei vor allem schwer, Bewerber für Tätigkeiten auf dem Land zu gewinnen. Hier warnen Vertreter aller Gewerkschaften vor weiteren Schul- und Kitaschließungen. GEW-Chef Fuchs schlägt Stipendien bei der Ausbildung vor, die denjenigen zugute kommen sollen, die bereit sind, auf dem Land zu arbeiten.

Gewerkschaft warnt vor einer Erosion

Frank Schneider, stellvertretender Landesbezirksvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert, dass Kollegen, die freiwillig länger arbeiten wollen, einen Bonus erhalten müssten. Für die Polizisten, die derzeit tatsächlich länger arbeiteten, lohne es sich kaum, da deren Stellen bis Ende des Jahres wegfallen sollen. „Hier sollte man zu Lösungen kommen“, so Schneider.

Gelinge es nicht, die Tätigkeit in der brandenburgischen Verwaltung attraktiver zu machen, drohten „Leistungseinschränkungen“ besonders in den ländlichen Regionen, so Fuchs. „Wir werden eine Erosion bekommen.“ Für die verbleibenden Mitarbeiter hieße das noch mehr „Arbeitsverdichtung“ mit noch höheren Krankenstände.

Von Rüdiger Braun

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