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Brandenburg Brandenburg ist gründerfreudig
Brandenburg Brandenburg ist gründerfreudig
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01:20 21.03.2018
Gründerfreundlich und nachhaltig: Maren Wölk, Marili Werle und Ellen Wölk (V. l.) sind mit ihren „Permetex“-Produkten, insektenabweisenden Textilien, immer noch am Markt. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Brandenburgs Studierende sind die gründerfreudigsten in Deutschland. Bei dem seit elf Jahren existierenden Stipendienprogramm Exist des Bundes zur Unterstützung von Unternehmensgründungen bekamen sie bisher pro Kopf die meisten Stipendien. Auf 10000 Studierende im Land Brandenburg kamen 18,5 erfolgreiche Bewerbungen für das Programm. Das geht aus einem Überblick des Unternehmensverbandes „Bitkom“ hervor. Damit liegt Brandenburg noch vor der sprichwörtlichen Kreativszene in Berlin. Dort gab es pro 10000 Studierende 15,6 Exist-Stipendien.

In absoluten Zahlen liegt allerdings Bayern vorne. In den vergangenen elf Jahren gingen 358 Exist-Gründerstipendien an bayerische Studierende. Brandenburg kam insgesamt nur auf 91 Stipendien. Allerdings studieren derzeit in Bayern auch über 390000 junge Leute, in Brandenburg sind es rund 49 000.

„visionYou“ wird seit 2017 gefördert

Profitiert vom Exist-Gründerstipendium hat zum Beispiel das in Potsdam-Golm angesiedelte Start-up „visionYou“. Paul Lorenz, Madeleine Wolf und Teresa Kreis hatten an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung (HNE) in Eberswalde (Barnim) „Nachhaltige Unternehmensführung“ studiert und im Oktober 2017 ihre Kreativagentur für digitale Bildung gegründet. Unter anderem mit Videos informiert „visionYou“ an Schulen über die vielfältigen Ausbildungsmöglichkeiten in der Region, bildet aber auch Lehrer weiter. Ohne die Förderung, die schon seit Juni 2017 läuft, hätten die junge Firma aber wohl nicht so schnell Fuß gefasst.

„Wir konnten uns dadurch in allererster Linie auf die Geschäftsentwicklung und die Produktentwicklung konzentrieren.“ Mit der finanziellen Sicherheit im Rücken war es dem jungen Unternehmen möglich, Kontakte zu Kunden zu knüpfen, zum Beispiel diesen Februar auf der Fachmesse „Didacta“ in Hannover. Laut Madeleine Wolf hat der Besuch „zu 80 potenziell weiterführenden Kundengesprächen“ mit Verbänden, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen geführt.

Banken und Wirtschaftsförderung sind hilfsbereit

Entgegen kam den jungen Leuten auch das gründerfreundliche Klima in der Region. Dazu Lorenz: „Die Wege zur Investition- und Landesbank oder zur Wirtschaftsförderung sind ziemlich kurz. Die Leute sind auch sehr zugänglich und zeigen viel Hilfsbereitschaft.“ Gerade in Potsdam gebe es viele Menschen, „die etwas bewegen wollen“.

Auch die Hochschulen selbst unterstützen die Gründerszene. Die Technische Hochschule Brandenburg in Brandenburg/Havel tauscht sich zum Beispiel mit Gründungs- und Unternehmensförderungen in anderen europäischen Ländern aus. „Wir vernetzen uns europäisch, um die besten Maßnahmen und Services hierzulande anbieten zu können“, sagt Sprecher Stefan Parsch. So kam es an der TH 2017 zu fünf Unternehmensgründungen, was für die Hochschule eher noch wenig ist.

Auch an anderen Hochschulen gibt es viele Gründer. Die Potsdamer Universität weist für das vergangene Jahr 20 Gründungen aus, die Viadrina in Frankfurt (Oder) hatte 24 neue Start-ups und die BTU in Cottbus und Senftenberg weist zwölf Gründungen vor.

Die Szene ist nicht nur auf Studierende begrenzt. Laut Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) war vergangenes Jahr überhaupt ein gutes Jahr für Gründer. „Wir haben im Jahr 2017 insgesamt 72 technologienahe neue Firmen unterstützt“, sagt WFBB-Sprecher Alexander Gallrein Tendenziell habe die Wirtschaftsförderung in den vergangenen Jahren immer mehr jungen Firmen bei der Entstehung geholfen. Waren es 2013 noch 41 Neugründungen kam man ein Jahr später schon auf 63.

Digitalisierung ist ein Thema der Gründer

„Derzeit ist die Digitalisierung“ ein ganz wichtiges Thema“, sagt Gallrein. So haben fünf junge Leute in Babelsberg das Unternehmen „cinuru“ gegründet, bei dem eine App Nutzern unter anderem Spielzeiten aktueller Filme und Infos zu ihnen liefert. Aber auch in der analogen Welt seien märkische Gründer stark. Die Firma „Kraftlicht“ in Schöneiche (Oder-Spree) hat LED-Scheinwerfer für die Filmindustrie entwickelt. Für die stromsparenden Kraftpakete interessiert sich sogar Hollywood, sind die hellen Lichtquellen doch sogar gegen Spritzwasser geschützt. Die Potsdamer Firma „Tenetrio“ vertreibt seit inem Jahr proteinhaltige Hundesnacks auf der Basis von Mehlwürmern.

Ideen können auch nachhaltig wirken. Die Potsdamer Firma „Permetex“ wurde im Frühjahr 2016 praktisch in einer Küche gegründet. Seitdem vertreibt sie ihre insektenabweisenden Textilprodukte. Im Jahr 2017 waren es schon 50 bis 60 Verkäufe im Monat. Geschäftsführerin Maren Wölk geht von einer dauernden Marktpräsenz aus: „Wir entwickeln uns kontinuierlich.“

Von Rüdiger Braun

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