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Brandenburg kämpft mit illegalem Müll

Mehrere tausend Kubikmeter werden vor allem in Wäldern heimlich abgeladen Brandenburg kämpft mit illegalem Müll

Manchmal sind es gut durchsortierte Müllsäcke, manchmal gefährliche Chemikalien: Brandenburgs Naturschützer klagen über illegal abgeladenen Müll. Hunderte Lastwagen könnten mit der Menge befüllt werden, denn mitunter kommt eine Müllmenge von bis zu 8000 Kubikmetern zusammen. Das schadet vor allem Pflanzen und Tieren.

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Tausende Kubikmeter Müll werden in Brandenburg heimlich abgeladen.

Quelle: dpa

Brandenburg. Naturschützer in Brandenburg klagen über illegal entsorgten Müll - mehrere tausend Kubikmeter werden jedes Jahr heimlich abgeladen. „Wir werden regelmäßig durch unsere Schutzgebietsbetreuer über dieses Problem informiert“, sagt Werner Kratz vom brandenburgischen Naturschutzbund (Nabu). Besonders schädlich für die Umwelt seien Reste von Renovierungsarbeiten, Lacke oder Lösungsmittel. Diese belasteten die Böden und das Grundwasser. Auch direkte Vergiftungen von Tieren und Pflanzen seien mögliche Folgen.

„Die illegale Müllentsorgung im Wald ist nicht mehr ganz so gravierend wie Anfang der neunziger Jahre, aber dennoch sehr ärgerlich und nachhaltig auf hohem Niveau“, sagt Jörg Ecker vom Landesbetrieb Forst in Potsdam. Vergangenes Jahr hätten die Mitarbeiter der 30 Oberförstereien 5537 Kubikmeter Müll in den märkischen Wäldern einsammeln müssen. „Das ist eine Menge, die ausreicht, mehrere hundert große Lastwagen zu befüllen“, veranschaulicht Ecker die Dimension. Die Müllmengen in den vergangenen zehn Jahren schwankten zwischen rund 5400 und 8000 Kubikmetern.

Waldgebiete für die illegale Müllentsorgung bevorzugt

Es werde nahezu jeder Müll im Wald abgeladen, sagt Ecker. Die Spanne reiche von Grünabfällen aus den Hausgärten bis hin zu Sonderabfällen wie gefährlichen Chemikalien. Die größte Gefahr gehe von gewerblichen und privaten Sonderabfällen aus. „Oft handelt es sich um Müll, der einfach nur vor die Haustür zu stellen wäre und er würde kostenlos abgeholt. Teilweise finden sich sogar richtig sortierte gelbe Säcke im Wald“, erklärt Ecker.

„Die meisten Probleme gibt es in der Nähe von Ortschaften“, berichtet Umweltschützer Kratz. Waldgebiete würden bevorzugt, da dort Sichtschutz bestehe. Schwerpunkte seien in den an Berlin angrenzenden Oberförstereien, aber auch in nördlichen Landkreisen Brandenburgs. „Den Dreck müssen dann unter anderem die Schutzgebietsbetreuer wegmachen“, moniert er. Mitglieder regionaler Nabu-Gruppen tauchten auch in Seen nach Abfall.

Entsorgung kostet das Land 1,4 Millionen

Der Landesbetrieb Forst muss den Angaben zufolge jährlich mehr als 1,4 Millionen Euro aufwenden, um den Müll aus dem Wald zu schaffen. Aus Arbeitsschutzgründen könnten Waldarbeiter nur ungefährlichen Abfall einsammeln. Erhebliche Kosten entstünden, wenn Spezialfirmen das Einsammeln von gefährlichem Sondermüll übernehmen müssten. Weitere Kosten für den Transport zur Entsorgungseinrichtung fielen den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern, in der Regel den Landkreisen, zur Last, so Ecker.

Illegales Müllabladen kann für Täter teuer werden

„Auch die Entsorgung von Gartenabfällen im Wald ist illegal. Sie ist kein Kavaliersdelikt“, betont der Sprecher des Potsdamer Umweltministeriums, Jens-Uwe Schade. Denn Grünschnitt in der freien Natur sei rechtlich gesehen Abfall. Jeder, der seine Gartenabfälle im Wald oder in der freien Landschaft entsorge, verstoße gleich gegen mehrere Gesetze. Wer dabei erwischt werde, den könne das teuer zu stehen kommen. Denn die Ordnungswidrigkeit werde mit einem saftigen Bußgeld geahndet. „Das Landeswaldgesetz sieht für diese Ordnungswidrigkeit oder deren Versuch eine Geldbuße von bis zu 20 000 Euro vor“, betont Schade. Schwere Fälle könnten auch Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren nach sich ziehen.

„Leider können viele Verursacher nicht ermittelt werden“, sagt Ecker. Aber nicht selten gelinge es Revierförstern dennoch, die Täter festzustellen. Manchmal fänden sich im Abfall selbst Hinweise auf die Herkunft und den Verursacher. Der Landesbetrieb Forst konnte im vergangenen Jahr 90 Fälle von Waldverschmutzung verfolgen.

Von dpa

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