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Brandenburg laufen die Referendare weg

Bildung Brandenburg laufen die Referendare weg

Es wird immer schwerer, junge Leute für eine Lehrtätigkeit in Brandenburg zu begeistern. Vor allem auf dem Land wird es eng. Nur jeder zweite angehende Referendar nimmt den ihm angebotenen Platz in Brandenburg auch tatsächlich an. Für die Lehrergewerkschaft ist der Grund klar.

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Quelle: dpa

Potsdam. Viele Nachwuchslehrer in Brandenburg springen trotz Zusage an einer Schule wieder ab. Nur jeder zweite angehende Referendar nimmt den ihm angebotenen Platz in Brandenburg auch tatsächlich an. Wie das Potsdamer Bildungsministerium auf MAZ-Anfrage mitteilte, sind 1189 Zusagen an Lehramtsabsolventen im Schuljahr 2016/2017 erteilt worden. Doch nur 534 Bewerber, die sich in Brandenburg beworben haben, stiegen hier auch in die Ausbildung ein.

Nicht attraktiv genug

Für die Lehrergewerkschaft GEW liegt der Grund für das Phänomen auf der Hand: „Brandenburg ist für angehende Lehrer nicht attraktiv genug“, sagt GEW-Landeschef Günther Fuchs. Es werde immer schwerer, junge Leute für eine Lehrtätigkeit auf dem Land zu begeistern. Der zweite Grund für die hohe Absprungquote: „In Potsdam und Berlin wollen viele junge Leute aus ganz Deutschland studieren. Sie bleiben dann aber nicht in der Region, sondern kehren in ihre Heimat zurück“, erklärt Fuchs. Das Bildungsministerium hält diese Zahlen dagegen für wenig aussagekräftig. „Unter den 1189 Bewerbern sind angehende Referendare, die sich in mehreren Bundesländern beworben haben“, sagt die stellvertretende Ministeriumssprecherin Antje Grabley. Mit diesem Wissen seien von vorneherein mehr Zusagen erteilt worden, als es überhaupt frei gewordene Plätze gibt. Trotzdem blieben 53 freie Plätze in den beiden Einstellungsrunden im August 2016 und im Februar 2017 unbesetzt, weil Bewerber nachträglich „abgesprungen“ sind.

Vorwürfe, dass Brandenburg für Lehramtsabsolventen nicht attraktiv ist, weist Grabley zurück. „Es gibt doppelt so viel Bewerber wie Plätze.“ Dass 53 Nachwuchskräfte offenbar nicht an einem Referendariat in Brandenburg interessiert sind, führt sie auf „individuelle Entscheidungen“ zurück. „Vielleicht möchte jemand lieber an einer Schule in seinem Wohnort in Sachsen unterrichten oder findet das Leben in der Großstadt attraktiver.“

In Berlin ist es nicht besser

Dabei sieht die Absprungquote im Nachbarland Berlin ähnlich aus: Auch die Hauptstadt kann viele angehende Lehrer nicht halten. Dort wurde die Bewerbungsfrist für das Referendariat nach den Sommerferien in diesem Jahr verlängert, weil die vorhandenen Plätze nicht ausgeschöpft werden konnten.

Allerdings liegt Berlin bei der Bezahlung seiner Referendare weit hinten. Dort bekommen Referendare rund knapp 160 Euro niedrigere Anwärterbezüge im Monat als in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Nach Auskunft des Bildungsministeriums verdient ein Referendar in Brandenburg in der Primarstufe und der Sekundarstufe I rund 1324 Euro.

Lehrervertreter Fuchs fordert, die praktische Lehrerausbildung nicht auf die drei Studienseminar-Orte Potsdam, Bernau und Cottbus zu beschränken. „Brandenburg ist ein Flächenland. Also müssen wir auch die Ausbildung in der Fläche ermöglichen“, sagte Fuchs.

Unter den fast 19 000 Lehrern an den märkischen Schulen sind zurzeit insgesamt 960 Referendare, darunter Nachwuchskräfte, die ihre Ausbildung gerade begonnen haben und Referendare, die länger im Schuldienst sind. Vor sieben Jahren waren es 750 Ausbildungsplätze.

Von Diana Bade

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