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Brandenburg legt sich Cyber-Polizei zu

Kriminalität im Internet Brandenburg legt sich Cyber-Polizei zu

Brandenburgs Polizei macht sich fit gegen Cyber-Kriminalität: Es werden 30 bis 40 Spezialisten eingestellt, um Hass-Botschaften und Betrug im Internet wirkungsvoller bekämpfen zu können. Doch es ist schwierig, geeignete Bewerber zu finden.

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Betrug im Internet.

Quelle: dpa

Potsdam. Zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität stellt die Polizei 30 bis 40 Spezialisten ein. Das sagte Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke. Es werde wahrscheinlich bis zu zwei Jahre dauern, die geeigneten Beamten zu finden. Mörke schloss nicht aus, dass er notfalls auf Experten von außerhalb zurückgreifen werde. Vor allem Hass-Inhalte – etwa von rechtsextremistischer oder islamistischer Seite – sollen die Cyber-Polizisten aufspüren, ebenso Betrügereien.

„Wir arbeiten jetzt schon viel mit Amtshilfeersuchen etwa ans FBI – wir müssen einfach aufrüsten“, sagt der Polizeipräsident. Von einem seit  Jahren ansteigenden Anwachsen von extremistischen, strafbaren Äußerungen im Netz berichtet der Chef der Polizeiabteilung im brandenburgischen Innenministerium, Herbert Trimbach. „Wir erleben insbesondere ein Klima des Hasses und der Hetze gegen Flüchtlinge und ihre Unterstützer.“ Die sprunghaft gestiegene Zahl von Anschlägen auf Asylunterkünfte zeige: „Hetze im Netz wird zu Hass in der realen Welt“.

Andere Länder suchen ebenfalls: Mit einer Werbekampagne wirbt derzeit die sächsische Polizei an 29 Hochschulen in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg um Verstärkung im Kampf gegen Internetkriminalität. „Der Arbeitsmarkt für IT-Spezialisten ist umkämpft“, sagt der Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas Schuster. Der öffentliche Dienst müsse möglichst attraktiv gemacht werden – gegen Angebote aus der Industrie habe man aber als Behörden wenig Chancen.

Laut Polizeipräsidium lagen die im Land verübten Internetstraftaten in Brandenburg 2015 bei 7817. Die Landesregierung hatte jüngst auf Anfrage der CDU mitgeteilt, die sichergestellte Speicherkapazität habe sich in den vergangenen Jahren verdoppelt. Dagegen ist die Zahl der Mitarbeiter beim Landeskriminalamt (LKA), die Computer und Handys auslesen können, kaum erhöht worden.

In Polizeikreisen hofft man, dass eine günstige Steuerschätzung im Mai den Boden für weitere Einstellungen bei der Polizei im Allgemeinen bereiten könnte. Von einem Personalstand von 8400 ist bereits die Rede – das wären knapp 500 Beamte mehr als jetzt. Sachsen-Anhalt hat gerade eine Aufstockung der Polizei ins Koalitionsprogramm aufgenommen.

Von Ulrich Wangemann

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