Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Brandenburg lockt immer mehr Touristen

Übernachtungszahlen stark gestiegen Brandenburg lockt immer mehr Touristen

Mit dem jährlichen Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) wird der Branche im Land der Puls gemessen. Und der schlägt kräftig. Es kommen immer mehr Gäste. Aber es drohen auch einige Baustellen, wie die große Branchenanalyse zeigt.

Voriger Artikel
Nichts als Kritik für das Hilfsprogramm
Nächster Artikel
Pirat soll vor seinem Tod gestanden haben

Touristen nutzen immer häufiger Apps im Urlaub.

Quelle: dpa-Zentralbild

Joachimsthal. Mit dem jährlichen Tourismusbarometer des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) wird der Branche im Land der Puls gemessen. Und der schlägt kräftig. Aber es drohen auch einige Baustellen, wie die große Branchenanalyse zeigt.

Übernachtungen: Tendenz steigend

Im ersten Halbjahr 2016 stieg die Zahl der Übernachtungen in den brandenburgischen Beherbergungsbetrieben um 4,1 Prozent auf 5,6 Millionen. Das gesamte Jahr 2015 legte um knapp fünf Prozent gegenüber 2014 zu. So die neuesten Zahlen des OSV-Tourismusbarometers, die am Mittwoch in Joachimsthal (Uckermark) präsentiert wurden. Der Geschäftsführer des Landes-Tourismus-Verbandes (LTV) Peter Krause zeigte sich erfreut von der Entwicklung, die er „so nicht erwartet hatte“. Allenfalls von einer leichten Steigerung war man im Jahr nach der Bundesgartenschau ausgegangen. Dabei legten fast alle Reisegebiete im Land kräftig zu: das Lausitzer Seenland mit 16,2, der Spreewald mit 11,3, das Dahme-Seenland mit 7,7, die Uckermark mit 7,1, das Barnimer Land mit 6,5, Potsdam mit 5,8 oder das Seenland Oder-Spree mit 4,2 Prozent Zuwachs.

Etwas leichtere Übernachtungsgewinne vermeldeten das Ruppiner Seenland mit 3,5, die Prignitz mit 3,4 oder das Elbe-Elster-Land mit 2,6. Lediglich im Fläming ging die Zahl der Übernachtungen um 3,9 Prozent zurück. Grund sind hier der Wegfall von Betten, etwa weil sich keine Nachfolger oder neue Betreiber von Hotels oder Pensionen fanden. Die OSV-Tourismusexperten warnten davor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Der Brandenburg-Tourismus brauche in den nächsten Jahren neue Ideen, etwa zur Saisonverlängerung sowie mehr Investitionen in den Service, um dauerhaft mithalten zu können.

Gästezufriedenheit: gut, aber nicht gut genug

Mit insgesamt 2,1 Millionen Gästen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres kamen zwar 3,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, doch die Zufriedenheit ist leicht gesunken. Im bundesweiten Durchschnitt erreicht Brandenburg im sogenannten Trustscore 80,2 Prozent. Das ist an sich ein guter Wert. Allerdings liegt der deutsche Durchschnitt bei 81,7 Punkten. Und Bayern oder Mecklenburg-Vorpommern liegen hier mit 84,7 sowie 82,5 Punkten vorn. Insgesamt sind die Gäste im Brandenburger Süden zufriedener als im Norden.

Die besten Berwertungen geben Gäste ihren Hotels in der Gesamtregion Spreewald, Niederlausitz, Lausitzer Seenland, Elbe-Elster-Land, Fläming mit 82,5 Punkten. Am unteren Ende der Zufriedenheitsskala steht die Gesamtregion Havelland-Potsdam mit 79,3. LTV-Geschäftsführer Peter Krause reagierte „nachdenklich“ auf die neuen Zahlen. Zwar habe sich bereits vieles zum Guten entwickelt, doch hierbei gebe es offenbar „noch Luft nach oben“, räumte er ein.

Freizeitwirtschaft: Museen locken mehr, Thermen weniger

Nach einer kleinen Delle im Vorjahr zogen die Besucherzahlen von Kultur- und Freizeiteinrichtungen in den ersten sieben Monaten 2016 wieder an. Es gab ein Plus von 4,2 Prozent. Besonders beliebt waren Freilichtmuseen und Besucherbergwerke mit 12,3 Prozent Zuwachs, Naturinformationszentren mit 8,8 Prozent. Burgen und Schlösser legten um 4,6 Prozent, Museen und Ausstellungen um 2,8 Prozent zu. Erlebnisbäder und Thermen verzeichneten dagegen einen leichten Rückgang von 0,6 Prozent. Kirchen hatten rund vier Prozent weniger Besucher.

Digitalisierung: Nachholbedarf

Nach Ansicht von LTV-Chef Peter Krause ist die Digitalisierung für die Branche ein „Riesenthema“. Rund 60 Prozent der Tourismusakteure im Land halten digitale Kommunikationstechnologien – etwa über Smartphone-Apps oder Online-Buchungssysteme – für enorm wichtig. Trotzdem meinen etwa vier von zehn Betrieben, der digitale Wandel habe keine Auswirkungen auf ihr Unternehmen. Der LTV will nun „für mehr Aufgeschlossenheit“ werben. Doch für einen flotten Internetaustritt ist laut Geschäftsführer Krause auch eine flotte Internetverbindung nötig.

Von Reinhard Zweigler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg