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Brandenburg sichert Landwirten Hilfe zu

800 Millionen Euro Verluste Brandenburg sichert Landwirten Hilfe zu

Viele Probleme treiben den Brandenburger Bauern derzeit tiefe Sorgenfalten ins Gesicht. Bei Milch und Milchprodukten gehen die Preise unter anderem weiter in den Keller. Vor allem das Russland-Embargo soll aus der Sicht der Landwirte zu den Missständen erheblich beitragen. Das Land möchte nun die Hilfe für die Bauern wieder stärker in den Fokus rücken.

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Quelle: dpa

Paaren/Glien. Brandenburger Landwirte sehen sich durch das Russland-Embargo zunehmend in großer Not. „Wir brauchen dringend frisches Geld und Unterstützung durch die Politik“, sagte der Präsident des Landesbauernverbandes, Henrik Wendorff, am Freitag auf der Landesbauernversammlung in Paaren/Glien (Havelland). Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kündigte an, dass das Land im kommenden Jahr heimische Produkte in der Förderpolitik wieder mehr in den Fokus rücken wird.

Von den Agrarministern der Länder geforderte Liquiditätshilfen des Bundes müssten kommen - und nicht über Umwege, verlangte Wendorff. „Es kann nicht sein, dass wir die Zeche für politische Entscheidungen tragen.“ Wichtig sei vor allem ein baldiges Ende des Embargos. Zudem müssten auch zugesagte Fördermittel für erbrachte Umweltleistungen endlich pünktlich ausgezahlt werden.

Einkommensverluste sollen abgefedert werden

Auf allen politischen Ebenen werde den angeschlagenen Betrieben unter die Arme gegriffen, betonte Ministerpräsident Woidke vor den Bauern. Aus dem Liquiditätsprogramm des Bundes seien 800 000 Euro nach Brandenburg geflossen. In der laufenden Förderperiode bis 2020 stünden für Brandenburg 17 Millionen Euro aus den Kassen der EU und des Landes bereit, um Einkommensverluste und Zusatzkosten für Agrarbetriebe in strukturschwachen Regionen abzufedern.

800 Millionen Euro Verluste durch Russland-Embargo

Bundesweit müssen nach Angaben des Bauernverbandes die Landwirte bislang allein bis zu 800 Millionen Euro Verluste durch entgangene Geschäfte mit Russland tragen. Auf Brandenburgs Bauern entfallen den Angaben zufolge davon etwa 10 bis 12 Prozent.

Russland hatte 2014 eine Einfuhrsperre für EU-Lebensmittel verhängt und damit auf Sanktionen der EU und der USA reagiert. Diese waren damals wegen der russischen Ukraine-Politik und der Annexion der Halbinsel Krim verhängt worden.

Es gebe auch wieder eine neue Runde des Preisdumpings bei Milch, so der Verband. Bei einem Verkaufspreis von 46 Cent pro Liter und 70 Cent für 250 Gramm Butter im Discounter könne kein Milchbauer seine Kosten decken. Der Landwirt werde als billiger Lieferant gesehen, bei dem sich alle bedienen könnten. Einerseits gebe es immer höhere Anforderungen an das Tierwohl, andererseits würden Erzeugerpreise gnadenlos gedrückt, beklagte der Verband.

„Es ist nur eine Frage der Zeit, wenn Betriebe die Lasten nicht mehr tragen können und sich aus der Milchproduktion verabschieden“, sagte Wendorff. Die ersten seien bereits ausgestiegen.

Strukturwandel kostet Arbeitsplätze

Der drohende Strukturwandel in der Landwirtschaft sei nicht zu unterschätzen, beklagte der Verband. Es fielen Arbeitsplätzen weg. Zudem stünden auch fremde Investoren bereit, die nur auf Gelegenheiten warteten, Betriebe und Ackerland zu übernehmen. In Brandenburg gibt es rund 5600 Agrarbetriebe. Davon sind 1400 im Landesbauernverband organisiert.

Von dpa

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