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Brandenburg Brandenburg soll mobile Lebensretter fördern
Brandenburg Brandenburg soll mobile Lebensretter fördern
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20:36 27.10.2016
Ein Defibrillator an der Technischen Universität Berlin. Quelle: dpa
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Potsdam

Zur schnellen Hilfe bei Herzinfarkten muss die Ausstattung mit mobilen Defibrillatoren in Brandenburg aus Sicht der Opposition verbessert werden. „Die Landesregierung sollte die Anschaffung und Wartung der lebensrettenden Geräte endlich fördern“, sagt der gesundheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, Raik Nowka. Defibrillatoren geben elektrische Schocks ans Herz ab und stellen den Herzschlag bei einem sogenannten Kammerflimmern wieder her. Auch Laien können sie bedienen. Die Ersthilfe ist ein wichtiges Thema der bundesweiten Herzwochen, die am 1. November beginnen.

Mediziner haben jüngst im Gesundheitsausschuss Alarm geschlagen und kritisiert, dass das Land nicht ausreichend auf das Phänomen des plötzlichen Herztods reagiere. Laut aktuellem Bericht der Deutschen Herzstiftung sterben in Brandenburg pro 100 000 Einwohner 98 Menschen an Herzinfarkten, nur in Sachsen-Anhalt sind es mit 99 noch mehr. Im Vergleich dazu hat Berlin 48 Infarktopfer und Schleswig-Holstein nur 43.

Brandenburg benötigt enges Netz von Defibrillatoren

Angesichts der oftmals weiten Wege für die Rettungskräfte benötige Brandenburg ein enges Netz von Defibrillatoren, damit Ersthelfer im Akutfall rasch reagieren und Menschenleben gerettet werden können, so CDU-Politiker Nowka. Die Geräte sollten beispielsweise in Sportanlagen, Einkaufszentren, Rathäusern und auf Bahnhöfen sichtbar angebracht werden. Die Realität sieht aber anders aus. Wenn Nowka nachfragt, dann stößt er oft auf Kopfschütteln.

In Holland sind Defis Pflicht

Im Falle von Kammernflimmern des Herzens senden automatisierte externe Defibrillatoren (AEDs) einen gezielten Stromstoß, damit der Herzschlag wieder hergestellt wird. Das muss in kürzester Zeit geschehen, möglichst innerhalb der ersten fünf Minuten.

Notfallmediziner warnen davor, auf der Suche nach Defibrillatoren wertvolle Zeit zu verstreichen zu lassen. Sie raten zur sofortigen Herzdruckmassage.

140 Menschen teilen sich in den USA einen Defibrillator. Deutschland gilt mit 20 000 Einwohnern pro Gerät als Entwicklungsland.

In Holland sind Defis in allen öffentlichen Gebäuden und großen Unternehmen sogar Pflicht.

Defibrillatoren sind zum Preis von 1500 bis 2000 Euro erhältlich. Allerdings verursacht auch die regelmäßig erforderliche Wartung Kosten.

Positiv ragt Brandenburg/Havel mit der Stationierung von 36 der landesweit knapp 200 elektronischen Lebensretter heraus www.stadt-brandenburg.de). Die Initiative dazu ging von Michael Oeff aus. Der langjährige Chefarzt der Kardiologie am Klinikum hat vor zehn Jahren die flächendeckende Versorgung mit Defibrillatoren und die Ausbildung von Ersthelfern initiiert. „Wir dürfen nicht nachlassen“, sagt er. Gemeinsam mit dem Verein „Gesund in Brandenburg“, der auch einen Teil der Kosten trägt, setzt sich Oeff dafür ein, dass nun umliegende Orte ausgestattet werden. Als vor Jahren im Beetzsee-Center ein 70-jähriger Mann zusammenbrach, konnten ihn Angestellte mit Hilfe eines Defis retten.

Mobile Geräte um den Herztod abzuwenden

Das Potsdamer Gesundheitsministerium hält die mobilen Geräte für einen Beitrag, den Herztod abzuwenden. Fördermittel zu ihrer Anschaffung seien im Etat derzeit aber nicht vorgesehen, so Sprecherin Marina Ringel. Die Landesregierung setze sich seit Jahren mit der Herzinfarktsterblichkeit auseinander und habe erheblich in Diagnostik und Therapie investiert.

„Das Netz an kardiologischer Kompetenz in der stationären Versorgung ist dicht geknüpft“, sagt Ringel. „Mag Brandenburg beim Herzinfarkt nicht gut dastehen, bei der Lebenserwartung insgesamt hat sich unglaublich Vieles zum Positiven gewendet.“

Von Volkmar Krause

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