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Brandenburg sucht Pflegepersonal in Asien

Personalmangel in der Pflege nimmt zu Brandenburg sucht Pflegepersonal in Asien

Der Kampf um die Pflegekräfte wird immer schwieriger. Pflegedienste suchen mit Headhuntern nach neuen Mitarbeitern, haben sogar Agenturen damit beauftragt, in Asien zu fahnden. Derweil steigt die Zahl der Pflegebedürftigen rasant an.

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Die Zahl der Pflegefälle in Brandenburg steigt bis 2025 um ein Drittel.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Der drohende Pflegenotstand wird immer deutlicher: Die Zahl der Pflegebedürftigen in Brandenburg wird in den kommenden Jahren noch einmal deutlich ansteigen, während märkische Sozialdienste schon heute kaum noch Personal finden. Vor allem im Berliner Speckgürtel ist der Fachkräftemangel deutlich spürbar. Der Grund: In Berlin verdienen Pflegekräfte deutlich mehr.

Das bekommt etwa die Potsdamer Hauskrankenpflege und Seniorenbetreuung Altenburg & Schramm zu spüren. „Wir suchen seit Dezember examinierte Kräfte, finden aber keine“, erklärt Inhaberin Martina Altenburg. Jetzt geht der Pflegedienst neue Wege, sucht im fernen Ausland nach Mitarbeitern. „Wir versuchen jetzt, über die Philippinen Pflegekräfte zu finden. Wir haben eine spezielle Agentur mit der Suche beauftragt“, erklärt sie.

Headhunter sind inzwischen üblich

Auch der Einsatz von Headhuntern, wie man sie sonst nur in der Spitzenwirtschaft findet, ist inzwischen in der Pflege üblich. „Der Markt ist total abgegrast“, sagt Anne Böttcher, Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (Awo). „Die Leute können ja rechnen, wissen, dass sie in Berlin oder im Westen deutlich mehr verdienen.“ Von den in Brandenburg ausgebildeten jungen Pflegekräften würde etwa die Hälfte abwandern.

Das Problem: Die Löhne der Pfleger hängen auch von den Pflegesätzen ab, die in jedem Bundesland zwischen Kassen, Kommunen und Pflegeeinrichtungen ausgehandelt werden. Von letzteren gibt es mehr als 300 im Land. Höhere Löhne in der Pflege würden in Brandenburg auch deutlich höhere Beiträge für die Angehörigen bedeuten. Ein allgemeinverbindlicher Tarifvertrag könnte die Situation für die Mitarbeiter verbessern. Darüber wird seit zwei Jahren in Brandenburg verhandelt. „Es sind viele beteiligt“, erklärt Anne Böttcher. „Die Verhandlungen sind kompliziert.“

Sozialministerin Golze: Fachkräftesicherung wird zum Problem

Auch Sozialministerin Diana Golze (Linke) drängt auf eine bessere Bezahlung. „Im zunehmenden Wettbewerb um die Pflegekräfte wird die Frage ihrer Entlohnung immer stärker ins Gewicht fallen. Brandenburg kann es sich nicht leisten, hier den Anschluss zu verlieren“, sagt sie. „Unterschiede in der Vergütung, insbesondere zum benachbarten Berlin, sind für die Fachkräftesicherung ein echtes Problem.“ Die Zahl der Pflegefälle in der Mark wird bis 2025 um ein weiteres Drittel steigen auf dann 138 200 Menschen – eine Verdopplung gegenüber 1999.

Von Torsten Gellner

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