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Brandenburg sucht engen Draht zu Russland

Brandenburg und Russland Brandenburg sucht engen Draht zu Russland

Wegen der Ukraine-Krise ist das deutsch-russische Verhältnis abgekühlt. Brandenburg sucht dennoch den engen Draht zu Russland und präsentiert sich nun auf der Deutschen Woche in Sankt Petersburg. Dabei geht es weniger um Politik, mehr um wirtschaftliche Beziehungen. Ganz ausgeklammert werden kann die Politik aber nicht.

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Dieses Bild stammt von einem russischen Weihnachtsfest in der Uckermark

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Brandenburg sucht den engen Draht zu Russland – ungeachtet der Eiszeit im deutsch-russischen Verhältnis seit der Ukraine-Krise. „Gerade in schwierigen Zeiten dürfen Gesprächsfäden nicht abreißen“, sagte Brandenburgs Staatssekretär für internationale Beziehungen, Thomas Kralinski (SPD). Und Europaminister Helmuth Markov (Linke) betonte, bei allem Trennenden sei Russland ein wichtiger Partner für das Land Brandenburg. „Es bringt nichts, Russland in der europäischen Sicherheitspolitik auszugrenzen.“

Europaminister Helmuth Markov (Linke)

Europaminister Helmuth Markov (Linke)

Quelle: dpa

Anlass für den demonstrativen Schulterschluss der rot-roten Landesregierung mit der russischen Seite – im Beisein von Botschafter Wladimir Grinin – ist die Deutsche Woche im russischen Sankt Petersburg. Auf der wird sich Brandenburg vom 13. bis 21. April präsentieren – unter anderem mit einer Unternehmergruppe und Filmemachern. Das Engagement kam allerdings kurzfristig. Ursprünglich war Schleswig-Holstein als Partnerland vorgesehen, sagte Anfang des Jahres aber ab. Brandenburg musste in nur wenigen Wochen ein Programm aus dem Boden stampfen. Jahr für Jahr besuchen rund 10.000 junge Menschen aus Sankt Petersburg die über 70 Veranstaltungen der Deutschen Woche.

Aus Brandenburg werden 13 Unternehmen dabei sein, unter anderem auf einem Wirtschaftsforum. Darunter sind Firmen aus den Bereichen Logistik, Transport, Bauwirtschaft und der Medizintechnik. Dazu zählt auch das Logistikunternehmen Mc Nik aus Trebbin (Teltow-Fläming). Die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer, Beate Fernengel, sagte, die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit Russland würden auch in aktuell schwierigen Zeiten einen hohen Stellenwert einnehmen. Sie hoffe, dass sich die Wirtschaft nicht entmutigen lasse, die traditionellen Geschäftskontakte mit Russland zu pflegen und auszubauen. Die Außenhandelsumsätze der Unternehmen seien auch aufgrund der Sanktionen rapide gesunken. Fernengel sprach sich für ein Ende der Sanktionen und eine Rückkehr zu wirtschaftlicher Normalität aus.

Auch Filmemacher sind dabei. Der Programmdirektor des Cottbusser Filmfestivals, Bernd Buder, hob hervor, dass Russland eine der traditionsreichsten Kinematografien Osteuropas sei. Insbesondere in der Sektion „Russischer Tag“ würde jährlich mit besonderem Interesse auf die vielfältigen Stimmen des russischen Kinos geschaut.

Staatssekretär Kralinski wies auf die vielfältigen Verflechtungen beider Länder hin. So würden in Brandenburg rund 13 000 Schüler russisch lernen. Gemessen an der Bevölkerungszahl liege Brandenburg damit bundesweit ganz vorn. Brandenburg wolle sich auch in Zukunft im Ausland stärker repräsentieren. Im Fokus steht dabei die Ostsee-Region.

Der russische Botschafter in Deutschland, Grinin, wirkte über die vielen netten Worten erfreut. „Wir müssen alles daran setzen, um das Fenster so weit wie möglich zu öffnen“, sagte er zu den aktuellen Konflikten zwischen beiden Ländern. „Wir müssen in der Zukunft wieder lernen, einander zuzuhören und zu verstehen.“

Das schließt auch unterschiedliche Sichten nicht aus. Markov sagte beispielsweise, die Besetzung der Krim sei völkerrechtswidrig gewesen. Grinin widersprach deutlich. Diese Themen, so Markov später, stünden aber nicht im Vordergrund und betonte: „Brandenburg macht keine Außenpolitik.“

Von Igor Göldner

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