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Brandenburg Brandenburg testet begleitetes Fahren mit 16
Brandenburg Brandenburg testet begleitetes Fahren mit 16
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08:06 15.12.2017
Früh üben lohnt sich, wie der „Führerschein mit 17“ auch in Brandenburg zeigt. Quelle: dpa
Potsdam

Sollten junge Fahranfänger schon mit 16 Jahren ans Steuer? Diese Idee, die bundesweit diskutiert wird, stieß am Donnerstag im Landtag mehrheitlich auf breite Resonanz. Bis auf die Grünen sprachen sich Redner aller Fraktionen dafür aus, einen solchen Vorstoß zumindest zu prüfen. Brandenburg wird sich danach einem Modellversuch Niedersachsens anschließen, der 2018 starten soll. Das beschloss der Landtag mit großer Mehrheit. Dafür stimmten die meisten Abgeordneten von SPD, Linke, CDU und AfD. Ziel ist, dass das begleitete Fahren, das derzeit in Brandenburg mit 17 Jahren möglich ist, um ein Jahr verlängert und bundesweit eingeführt wird.

Begleitetes Fahren schon ab 16 statt 17 – eine gute Idee?

Im Land Brandenburg gilt das begleitete Fahren ab 17. Die Landes-CDU macht nun den Vorschlag, das Alter auf 16 zu senken.

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Anlass der Debatte war ein Antrag der oppositionellen CDU, die Absenkung des Mindestalters über eine eigene Initiative des Landes beim Bund zu ermöglichen. Der verkehrspolitische Sprecher Rainer Genilke sagte, das begleitete Fahren mit 17 sei ein voller Erfolg gewesen. „Mehr Zeit zum Üben bedeutet am Ende auch mehr Sicherheit.“ So sei die Zahl von Unfällen durch junge Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren seit Einführung um die Hälfte zurückgegangen. Jugendliche in Brandenburg können seit Februar 2006 ab 17 Jahren in Brandenburg eine Fahrerlaubnis erwerben – verbunden mit der Auflage einer Begleitperson. Der CDU-Politiker verwies auf Statistiken, wonach Jugendliche, die am begleiteten Fahren mit 17 teilgenommen haben, um 23 Prozent seltener an Verkehrsunfällen beteiligt waren als Personen, die darauf verzichtet haben. Sein Fazit: „Das begleitete Fahren ist die preiswerteste und effektivste Maßnahme zur Unfallvermeidung durch Fahranfänger.“

Allerdings sind die Hürden für den Führerschein mit 16 Jahren hoch. Zunächst muss der Bund bei der Europäischen Union für das Modellprojekt werben. Denn zunächst müsste das EU-Recht geändert werden. Dieses schreibt vor, dass das Führerschein-Mindestalter bei 17 Jahren liegt.

Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) sagte, das begleitete Fahren mit 17 Jahren sei bisher ohne Zweifel ein Erfolg gewesen. Die Zahl unsicherer junger Fahrer sei zurückgegangen. Ob allerdings eine weitere Absenkung des Alters zu noch mehr Verkehrssicherheit führt, sei bei Fachleuten umstritten, so Schneider. Sie begrüßte, dass sich Brandenburg nun am Modellversuch Niedersachsens beteiligen werde. Zugleich appellierte Schneider an Eltern und Lehrer, noch mehr für das begleitete Fahren mit 17 zu werben. Im Durchschnitt hätten Jugendliche nur acht statt der vorgesehenen zwölf Monate das begleitete Fahren ausgeschöpft.

Der Grünen-Abgeordnete Michael Jungclaus sieht in einer Absenkung des Mindestalters hingegen keinen Sinn, wie er betonte. „Was kommt denn danach: der Führerschein mit 15 oder mit 14?“ Stattdessen sollten Fahranfänger überzeugt werden, sich am begleiteten Fahren mit 17 zu beteiligen. Auch wenn die Unfälle durch die Jugendlichen abgenommen hätten, sei die Altersgruppe 18 bis 24 diejenige, die am häufigsten in Unfälle verwickelt sei. „Keine Altersgruppe verschuldet mehr als diese.“ Die Absenkung des Mindestalters auf 16 werde daran nichts ändern, glaubt Jungclaus. Besser sei es, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, betonte der Grünen-Politiker.

Zweifel äußerte auch die Linken-Abgeordnete Anita Tack. Sie habe damals zu den Skeptikern gehört, als das begleitete Fahren mit 17 eingeführt wurde, räumte sie ein. „Es ist gut geworden, es macht Sinn“, meinte sie. Eine weitere Absenkung des Mindestalters auf 16 Jahre sei allerdings zu viel. Dennoch stimmte sie dem Modellversuch zu.

Der Antrag dazu stammte von SPD und Linken. Dieser wurde dem Antrag der CDU gegenübergestellt, der keine Mehrheit fand. Rot-Rot lehnte es ab, sich über den Bundesrat dafür einzusetzen, dass auf EU-Ebene das Führerscheinalter für das begleitete Fahren gesenkt wird und favorisierte den Modellversuch.

Von Igor Göldner

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