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Brandenburg trauert um Pariser Opfer

Terror in Paris und die Folgen Brandenburg trauert um Pariser Opfer

Brandenburg trauert. Ganz Brandenburg ist entsetzt. Mindestens 129 Menschen sind in Paris Opfer terroristischer Anschläge geworden – auch ein Deutscher war darunter. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kirche haben ihr Beileid bekundet. Einige sprechen von „abscheulichen Anschlägen“. Dennoch: „Wut und Angst dürften nicht zu einer Saat neuen Hasses werden.“

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Der Potsdamer Landtag am Alten Markt hat die Landesfahne auf halbmast gesetzt.

Potsdam. Mit Trauer und Entsetzen ist in Brandenburg auf die Terroranschläge in Paris reagiert worden. „Ich bin zutiefst erschüttert über diese feigen Anschläge auf unschuldige Menschen“, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Samstag. „Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer und dem ganzen französischen Volk.“ Im Land wurde Trauerbeflaggung für alle Landesbehörden angeordnet. Auch die Landesfahne auf dem Potsdamer Landtag wurde halbmast gesetzt. Am Freitagabend waren bei den Attentaten in der französischen Hauptstadt mindestens 129 Menschen getötet und Hunderte verletzt worden.

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Entsetzen und Mitgefühl: In Brandenburg sind die Menschen – wie überall in Europa, ja in der ganzen Welt – betroffen. Sie machen sich mitunter Gedanken um die Zukunft oder sehen die Attentate als Angriff auf die Werte der Freiheit. Wir haben einige Stimmen aus Brandenburg zusammengetragen.

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Brandenburgs Politiker verurteilen Anschläge

Auch andere brandenburgische Politiker verurteilten die Anschläge. CDU-Landes- und Fraktionschef Ingo Senftleben sprach von einem „abscheulichen Anschlag“, der ein Angriff auf das friedliche Zusammenleben in ganz Europa gewesen sei und „uns allen“ gegolten habe. „Wir werden unsere Werte von Freiheit und Menschlichkeit gegen jegliche Form von Terrorismus verteidigen, indem wir sie jeden Tag aufs Neue mit Leben erfüllen“, betonte Senftleben. Linken-Landeschef, Finanzminister Christian Görke, sagte, Terrorismus, Hass und Vorurteile lösten keine Probleme, sondern lösten weitere Gewalttaten aus. „Diese Logik muss endlich durchbrochen werden.“ Die Welt brauche Frieden, Völkerverständigung, Toleranz und gegenseitigen Respekt. Görke: „Das sollte auch für die Integration der zu uns kommenden Flüchtlinge die Messlatte sein.“ FDP-Landeschef Axel Graf von Bülow sagte, die Täter wollten Angst und Schrecken verbreiten und unsere weltoffenen Grundfeste erschüttern. „Wir dürfen uns dem Terrorismus nicht beugen. Wie weigern uns, in Angst zu leben!“ Die Antwort müsse lauten: „Wenn unsere westlichen Werte der Freiheit angegriffen werden, werden wir sie umso entschiedener verteidigen.“

Die Orte der Terrorangriffe von Paris

Die Terroristen von Paris haben am Freitagabend nahezu zeitgleich an unterschiedlichen Orten in der französischen Hauptstadt zugeschlagen. Der für Terrorismus zuständige Staatsanwalt François Molins sprach am Samstag von sechs Anschlagsorten. Das Stade de France liegt nördlich von Paris im Vorort Saint-Denis, die anderen Attacken ereigneten sich im Osten von Paris.

STADE DE FRANCE - Am Fußballstadion gab es mehrere Tote. Ermittler berichten von vier Toten, darunter drei Terroristen.

MUSIKCLUB «BATACLAN» - Der beliebte Veranstaltungsort mit rund 1500 Plätzen war für ein Rockkonzert ausverkauft. Vermutlich vier Terroristen stürmten den Konzertsaal und eröffneten das Feuer. Mindestens 82 Menschen starben. Einer der Angreifer wurde erschossen, die drei anderen sprengten sich in die Luft.

RUE DE CHARONNE - In der Straße im 11. Arrondissement im Osten der Stadt wurden nahe der Bar La Belle Équipe 18 Menschen getötet.

BOULEVARD VOLTAIRE - Auf der Straße zwischen Platz der Republik und Platz der Nation im Osten der Stadt wurde ein Mensch getötet.

RUE DE LA FONTAINE AU ROI - Am Anfang der Straße starben zwischen dem Café Bonne Bière und dem Restaurant Bar Cosa in der Nähe des beliebten Kanal Saint-Martin vermutlich fünf Menschen.

RUE ALIBERT - Vor dem vor allem bei jungen Menschen beliebten Lokal Le Petit Cambodge wurden 14 Opfer gezählt, zahlreiche Menschen wurden verletzt. Gegenüber liegt das Café Carillon, ebenfalls eine stark frequentierte Bar.

Die brandenburgische Bundestagsabgeordnete Annalena Baerbock warnte davor, aus den „Gräueltaten“ Restriktionen in der Flüchtlingspolitik abzuleiten. „Das wäre blanker Hohn.“ Schließlich suchten die Flüchtlinge gerade vor dieser Barbarei Schutz. Wichtig sei, dass sich die demokratischen Gesellschaften nicht spalten und radikalisieren dürften. „Bei all der Schrecklichkeit gilt: Wer die Freiheit, aber auch seine Werte und Humanität, aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende alles verlieren.“

Besonnenheit ist wichtig

Der Berliner-Brandenburger Landesbischof Markus Dröge rief nach den Terroranschlägen in Paris zu Besonnenheit aufgerufen. Wut und Angst dürften nicht zu einer Saat neuen Hasses werden und die Menschen gegeneinander aufbringen, sagte Dröge am Samstag in der Berliner St. Marienkirche bei einer Gedenkandacht für die Opfer des Anschlags. „Wir, die Bürgerinnen und Bürger, die Politikerinnen und Politiker unseres Landes dürfen uns nicht beirren lassen in der freundlichen Offenheit für Fremde und Flüchtlinge.“

Auch in Berlin trauern die Menschen, legen Blumen und Kerzen unweit des Brandenburger Tors nieder

Auch in Berlin trauern die Menschen, legen Blumen und Kerzen unweit des Brandenburger Tors nieder.

Quelle: imago stock&people

Reaktionen gab es auch aus der Wirtschaft. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, verurteilte den Anschlag und erklärte, dass in einer weltoffenen, partnerschaftlichen und wertschätzenden Gesellschaft Terror, Angst oder Unmenschlichkeit keinen Platz haben dürften. „In diesem Sinne fühlen wir mit den Angehörigen der Opfer und sind vereint mit den Menschen in Paris und Frankreich – Nous sommes unis!“

In mehreren Städten des Landes sind öffentliche Beileidsbekundungen geplant. Für Montag sind Gedenkveranstaltungen in Brandenburg/Havel und Neuruppin angemeldet, wie die Polizei mitteilte. Am Dienstag sind öffentliche Beileidsbekundungen in Rathenow (Havelland) geplant.


Von Igor Göldner

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