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Brandenburg trauert um getötete Polizisten

Schweigeminute am Mittwoch Brandenburg trauert um getötete Polizisten

Brandenburg ist nach dem gewaltsamen Tod zweier Polizisten tief geschockt. Im Land wehen die Fahnen auf halbmast. Am Vormittag gab es eine Trauerminute im Landtag. Auch in anderen Bundesländern zeigt man sich mit Brandenburg solidarisch.

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Auf seiner Flucht erfasste der Verdächtige an einer Kontrollstelle zwei Polizisten.
 

Quelle: dpa

Müllrose. Mit einer Schweigeminute hat der Brandenburger Landtag der Polizisten gedacht, die am Dienstag bei Beeskow (Oder-Spree) getötet wurden. „Die beiden Beamten wurden gezielt überfahren, von einem 24-Jährigen auf der Flucht“, sagte Landtagspräsidentin Britta Stark am Mittwoch vor Beginn der Plenardebatte. „Fassungslos stehen wir vor dieser Gewalttat. Aus einem ganz normalen Diensttag wurde ein Alptraum.“ Der Landtag trauere mit den Angehörigen um die getöteten Familienväter. „Und wir denken mit Hochachtung an die Polizisten, die Tag für Tag ihren schweren Dienst versehen und nun um ihre Kollegen trauern.“

Zudem wehen in ganz Brandenburg die Fahnen am Mittwoch auf halbmast. An vielen Polizeiautos auch jenseits der Landesgrenze wird Trauerflor zu sehen sein – in Nordrhein-Westfahlen ordnete sie der dortige Innenminister an.

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In Müllrose (Oder-Spree) ereignet sich am 28. Februar 2017 ein schreckliches Verbrechen. Dort ersticht der 24-jährige Jan G. zunächst seine Großmutter. Dann flieht er und überfährt auf der Flucht zwei Polizisten an einer Straßensperre in Beeskow, Ortsteil Oegeln.

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Die Polizei wird jetzt mit Hochdruck versuchen, weitere Hintergründe der Tat zu klären. Nach bisherigen Ermittlungen hatte ein 24-Jähriger zuerst seine Großmutter getötet und auf der Flucht zwei Polizisten totgefahren. Womöglich stand der Mann unter Drogen. Nach Angaben von Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) waren die Beamten 49 und 52 Jahre alt. Beide hinterließen jeweils eine Ehefrau und drei Kinder.

Politiker und Polizisten reagieren geschockt und entsetzt

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke zeigte sich am Dienstag geschockt: „Der Tod der zwei Polizisten hat mich schwer getroffen. Ich bin schockiert. Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen”, erklärte er. Die Meldung vom Tod der beiden Polizisten hatte die Landesregierung während einer Kabinettssitzung erreicht.

Innenminister Karl-Heinz Schröter sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. „Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen der beiden Polizisten“, erklärte Schröter in einer Mitteilung. Die „brutale Gewalttat“ sei unbegreiflich und lasse ihn fassungslos zurück. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) twitterte, er sei erschüttert.


CDU-Landeschef Ingo Senftleben sprach den Hinterbliebenen auf Twitter sein Mitgefühl aus: „Wir sind tief bestürzt über den gewaltsamen Tod der beiden Brandenburger Beamten. Unsere Gedanken sind bei ihren Angehörigen.“

Angehörige der Polizeigewerkschaften aus dem Bund und anderen Ländern bekundeten ihr Beileid. Besonders auf Twitter und Facebook solidarisierten sich viele mit den Brandenburger Kollegen. Die Berliner Kollegen etwa schrieben: „Wir stehen an Eurer Seite“ – das Profilbild ziert ein schwarzes Trauerband.


Täter soll die Polizisten mit voller Wucht umgefahren haben

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) in Brandenburg forderte eine harte Strafe. „Unabhängig vom genauen Tathergang fordern wir eine lückenlose Aufklärung und harte Bestrafung des Täters“, erklärte Landeschef Peter Neumann. Der Fall zeige wieder einmal auf erschreckende Art und Weise die zunehmende Gewalt gegen Beamte.

Die Polizei war am Dienstagvormittag durch einen Notruf darauf aufmerksam gemacht worden, dass der 24-Jährige mutmaßlich unter Drogen mit dem Auto unterwegs sei. Polizeibeamte schauten nach weiteren Hinweisen im Haus der Großmutter nach und fanden die 79-Jährige tot im Bad. An einer Polizeisperre soll der Mann die beiden Polizisten mit voller Wucht umgefahren haben.

Von MAZonline, dpa

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Großmutter und Polizisten getötet
An dieser Bundesstraße bei Oegeln überfuhr ein flüchtiger mutmaßlicher Mörder zwei Polizisten, die dabei ums Leben kamen.

Beamte hatten so genannte Reifentöter – also Stahlkrallen – ausgelegt. Plötzlich lenkte der Fahrer das Auto auf den Radweg und „hielt direkt auf die Beamten zu“. Der 24-jährige mutmaßliche Mörder, der zuvor seine Großmutter getötet haben soll, gilt als aggressiv und als regelmäßiger Drogenkonsument. Ein Augenzeuge schildert Details.

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